Heute vor 493 Jahren nagelte Martin Luther seine Thesen an die Wittenberger Kirche - und löste damit die Reformation aus. 446 Jahre später haben meine Eltern geheiratet. Und heute haben wir unsere Kinder taufen lassen.
Normalerweise tut man das ja, wenn die lieben Kleinen so klein sind, dass sie sich nicht wehren können ... aber da wir grundsätzlich nichts auf dem "normalen" Weg tun, haben wir das ein wenig heraus geschoben. Es hatte halt bisher nie richtig gepasst ...
War eine schöne Zeremonie in der Messiah Lutheran Church in Madison, Alabama. Ja, auch hier gibt es Lutheraner und Martins Bild hängt groß im Eingangsbereich der Kirche.
Der Gottesdienst unterscheidet sich hier nicht wesentlich von dem in deutschen Landen - soweit ich mich noch erinnern kann, denn das letzte Mal bin ich in der Kirche gewesen ... hmmm, irgendwann zu Weihnachten vor drei Jahren oder so und davor ... wahrscheinlich auch irgendwann mal zu Weihnachten. Ich spare mir die Kirchenbesuche halt auf für die wirklich wichtigen Ereignisse ...
Und dieses war so eines. Das nächste wird dann die goldene Hochzeit meiner Eltern sein und danach wahrscheinlichein Gottesdienst zur 500 Jahr Feier der Reformation in Wittenberg in sieben Jahren - wenn nicht noch die eine oder andere Hochzeit dazwischen kommt.
Jedenfalls, die Taufe dauerte nicht so furchtbar lange, so dass die Kiddies das prima mit gemacht haben. Gleich nach der Zeremonie spielte dann das kirchliche Glockenorchester - ist eine wirklich tolle Darbietung gewesen. Das Orchester besteht aus ungefähr zehn Leuten, die Handglocken erklingen lassen. Große, kleine, alle Tonlagen sind vertreten.
Und als sie so spielten und alles andächtig lauschte, dachte ich so bei mir, die Melodie kennst du doch. Konnte aber eigentlich gar nicht sein, denn - siehe oben - die Chance dass ich mich an ein Kirchenlied erinnere sind ungefähr so hoch wie ein Lottogewinn (ich spiele kein Lotto ...).
Und dann, als ich die Melodie im Geiste mit summte, denn sie war wirklich eingängig, kam es mir plötzlich - es war das Deutschlandlied, unsere Nationalhymne.
Wie kam die denn hier hin?
Mein erster Gedanke war, nun, es ist Reformationstag, die Reformation kommt aus Deutschland, also spielen die ein typisch deutsche Lied. Und was ist typischer, als das Deutschlandlied?
War aber falsch, diese Annahme, denn wie sich nachher herausstellte, wusste niemand unserer Amiländischen Freunde, dass diese Melodie die deutsche Nationalhymne ist. Anscheinend ist das hier eines von vielen Kirchenliedern, es heißt "Glorious Things of Thee are spoken" und wurde von John Newton am Ende des achtzehnten Jahrhunderts getextet (von ihm stammt übrigens auch das weitbekannte Lied "Amazing Grace"). Zu der Zeit, 1797 um genau zu sein, schrieb Joseph Haydn auch die Kaiserhymne "Gott erhalte Franz, den Kaiser". Und der gute Herr Newton, der wohl dichten aber nicht komponieren konnte, hat dann eben ein wenig Copyright-Piraterie betrieben ...
1841 dichtete dann Heinrich Hoffmann von Fallersleben "Das Lied der Deutschen", welches danach, mit Haydns Kaiserhymne als Musik unterlegt zur deutschen Nationalhymne wurde.
Also, was die ökonomische Verwertung einer Melodie angeht, kann der Herr Haydn recht stolz auf sich sein - mindestens für drei verschiedene Lieder wurde seine Komposition verwendet (und ich zweifle nicht daran, dass es noch mehr Lieder da draußen gibt, die diese treffliche Melodei benutzen ...).
Natürlich gab es ein großes Hallo, als wir Deutsche und Amiländer gegenseitig heraus fanden, welche Bedeutung die eben gehörte Melodie für die jeweils anderen hat. Sachen gibts ...
Von Deutschland nach Alabama ... ein Abenteuer der besonderen Art. Erlebnisse, Gedanken, Absonderlichkeiten - was mir so ein- und auffällt. Und wieso der komische Name - We're French? Siehe rechts unter "About me" ...
Sunday, October 31, 2010
Friday, October 29, 2010
Wings of Freedom Tour
Es gibt noch ungefähr zwanzig fliegende B-17 Flying Fortress auf der Welt, die Zahl der flugfähigen B-24 Liberator dürfte dagegen einstellig sein, die der P-51 Mustang geht sicherlich in die dutzende.
Von jedem dieser historischen Flugzeuge war heute ein Exemplar auf dem Pryor Field, dem Regionalflughafen von Decatur, AL, zu sehen. Und nicht nur das - für 10 Dollares durfte man sie sogar anfassen und in sie hinein kriechen.
Für mich war nichts wirklich Neues, denn bei meinen knapp 50 Air-Show Besuchen bisher habe ich diese Modelle bereits des öfteren zu sehen bekommen. Aber mein kleiner Sohn, zwei Jahre alt und schon seit längerem ein begeisterter Luftfahrt-Fan, hatte noch nie ein Flugzeug aus der Nähe gesehen, geschweige denn angefasst und darin herumgeturnt.
Also habe ich ihn heute morgen etwas früher aus dem Kindergarten abgeholt und sind nach Decatur gefahren.
Der kleine Mann war völlig hin und weg. Mit glühenden Ohren ist er ein ums andere Mal um die Flieger herumgelaufen, hat gegen die Reifen getreten, hat an Propellerblätter geklopft und ist dann mit dem ächzenden Papa durch die B-24 gekrochen.
Der Höhepunkt war dann, als die Mustang zu einem Flug startete und im Tiefflug über den Flugplatz rauschte.
So einen Flug mit der Mustang kann man übrigens kaufen, denn die Maschine ist zum Zweisitzer umgebaut worden - schlappe 2200 Dollares kostet eine halbe Stunde. Auch in den beiden Bombern kann man mit fliegen - für jeweils 425 Dollares die halbe Stunde.
Die Organisation die diese Flugzeuge betreibt - die Collings Foundation -, ist ein gemeinnützige Stiftung, die sich den Erhalt von historischem Fluggerät widmet. Mit dem fliegen sie durch die Lande, als mobiles Museum sozusagen. Zur Zeit sind sie mit den drei Weltkrieg II Maschinen im 21. Jahr auf der sogenannten Wings of Freedom Tour die ganze Ostküste entlang unterwegs.
Sie haben auch eine F-4 Phantom aus dem Vietnamkrieg, bei der die Flugstunde 9000 Dollar kostet (nein, nicht der Mitflug - nur wenn das Ding eine Stunde in der Luft ist kostet den Betreiber das soviel an Sprit, Wartungskosten, Versicherung etc.).
Klar, dass die versuchen soviel Geld mit den Mitflügen zu machen, wie möglich.
Das haben wir uns dann aber heute doch noch einmal gespart - das Erlebnis am Boden war für den kleinen Mann schon aufregend genug. Unter Schreien und lautstarkem Protest, sich aus Papas Arm winden wollen und mit den Füßen strampelnderweise ging es schließlich wieder zum Auto. Hat ihm wohl gefallen, seine erste kleine Air Show ...
Von jedem dieser historischen Flugzeuge war heute ein Exemplar auf dem Pryor Field, dem Regionalflughafen von Decatur, AL, zu sehen. Und nicht nur das - für 10 Dollares durfte man sie sogar anfassen und in sie hinein kriechen.
Für mich war nichts wirklich Neues, denn bei meinen knapp 50 Air-Show Besuchen bisher habe ich diese Modelle bereits des öfteren zu sehen bekommen. Aber mein kleiner Sohn, zwei Jahre alt und schon seit längerem ein begeisterter Luftfahrt-Fan, hatte noch nie ein Flugzeug aus der Nähe gesehen, geschweige denn angefasst und darin herumgeturnt.
Also habe ich ihn heute morgen etwas früher aus dem Kindergarten abgeholt und sind nach Decatur gefahren.
Der kleine Mann war völlig hin und weg. Mit glühenden Ohren ist er ein ums andere Mal um die Flieger herumgelaufen, hat gegen die Reifen getreten, hat an Propellerblätter geklopft und ist dann mit dem ächzenden Papa durch die B-24 gekrochen.
Der Höhepunkt war dann, als die Mustang zu einem Flug startete und im Tiefflug über den Flugplatz rauschte.
So einen Flug mit der Mustang kann man übrigens kaufen, denn die Maschine ist zum Zweisitzer umgebaut worden - schlappe 2200 Dollares kostet eine halbe Stunde. Auch in den beiden Bombern kann man mit fliegen - für jeweils 425 Dollares die halbe Stunde.
Die Organisation die diese Flugzeuge betreibt - die Collings Foundation -, ist ein gemeinnützige Stiftung, die sich den Erhalt von historischem Fluggerät widmet. Mit dem fliegen sie durch die Lande, als mobiles Museum sozusagen. Zur Zeit sind sie mit den drei Weltkrieg II Maschinen im 21. Jahr auf der sogenannten Wings of Freedom Tour die ganze Ostküste entlang unterwegs.
Sie haben auch eine F-4 Phantom aus dem Vietnamkrieg, bei der die Flugstunde 9000 Dollar kostet (nein, nicht der Mitflug - nur wenn das Ding eine Stunde in der Luft ist kostet den Betreiber das soviel an Sprit, Wartungskosten, Versicherung etc.).
Klar, dass die versuchen soviel Geld mit den Mitflügen zu machen, wie möglich.
Das haben wir uns dann aber heute doch noch einmal gespart - das Erlebnis am Boden war für den kleinen Mann schon aufregend genug. Unter Schreien und lautstarkem Protest, sich aus Papas Arm winden wollen und mit den Füßen strampelnderweise ging es schließlich wieder zum Auto. Hat ihm wohl gefallen, seine erste kleine Air Show ...
Organic Veggies
Ja, auch hier in Fast-Food Land gibt es durchaus Leute, die wissen was gut ist. Während in Deutschland die organisch produzierenden Bio-Bauernhöfe an jeder Ecke zu finden ist die Versorgung hier etwas weniger dicht. Nicht gerade wie eine Stecknadel im Heuhaufen aber suchen muss man doch ein wenig.
Etwas zu finden wird zunehmend leichter durch die Community Supported Agriculture (CSA) -Bewegung, die immer mehr Zulauf findet.
Das funktioniert im Grunde wie eine Aktie - vor der Erntesaison kauft man Anteile am erwarteten Ertrag, mit diesem Geld kauft der Farmer dann Saatgut und Hilfsmittel und wenn die Ernte eingebracht wird bekommt jeder Anteilseigner was ihm zusteht. Dabei kann es gut sein, dass man vielleicht keine Erdbeeren bekommt, weil die von einem Schädling befallen wurden. Pech gehabt. Oder aber man wird mit Bohnen überschwemmt, weil die eine ganz tolle Saison hatten. Es hat bei uns in diesem Sommer viel Bohnensalat gegeben, nur so nebenbei.
Der jeweilige Farmer ist dabei natürlich bemüht, ein interessantes Sortiment zusammen zu stellen - immer nur Bohnen und viele Leute würden in der nächsten Saison zu einem anderen wechseln. Aber eine Garantie auf bestimmte Früchte und Gemüsesorten gibt es dabei nicht.
Allerdings geben alle in der CSA organisierten Farmer die Garantie, dass sie nur biologisch-ökologische Landwirtschaft betreiben, also ohne Pestizide, Hormone und künstlichen Dünger. Und, um dem ökologischen Anspruch auch auf dieser Ebene gerecht zu bleiben, wird die Ernte nur in einem relativ kleinen Umkreis ausgeliefert. Die Bio-Äpfel in unserem Supermarkt kamen diesen Sommer aus Chile, China und Neuseeland ... nicht gerade sehr ökologisch.
Unser Lieferant ist die Doe Run Farm in Lincoln County, Tennessee. Sie wird von zwei Rentnern betrieben, die vorher nie etwas mit Landwirtschaft zu tun hatten und dies erst anfingen, nachdem ihr "normales" Arbeitsleben geendet hatte. Sie tun das als Hobby, aus Leidenschaft, aus Idealismus und aus Überzeugung. Mit rund 30 Meilen Entfernung ist Huntsville am äußersten Rand ihres Liefergebietes und gleichzeitig ihr Hauptabnahmezentrum.
Und sie sind richtig gut in dem was sie tun, denn die Mengen an Früchten und Gemüse, die wir im Sommer jede Woche niederkämpfen mussten, war schon enorm. Und das setzt sich jetzt in der Herbstsaison fort. Gestern gab es die erste Lieferung und schon war unser Kühlschrank wieder voll gestopft. Chinesische Radieschen, Rote Beete, Zwiebeln, so eine Art Rhabarber, Kürbisse, grüne Paprika, Tomaten, Süßkartoffeln ... und in einer Woche kommt die nächste Ladung.
Ganz billig ist das Ganze natürlich nicht - aber um nicht ständig den mit Isotopen bestrahlten, mit Hormonen behandelten, ewig haltbar gemachten und geschmacklich neutralisierten Dreck aus dem Supermarkt essen zu müssen, geben wir das Geld gerne aus.
Nur so zum Vergleich, was hier Lebensmittel kosten: ein halber Liter "purified water", das ist durch einen Filter gejagtes Leitungswasser, kostet 39 Cent. Ein dreiviertel Liter sprudelndes Quellwasser - natürlich aus Italien oder Frankreich importiert, denn so etwas kennen die Amis sonst gar nicht - kostet 1,79 Dollares. Also gut dreimal so viel. Und das gilt genauso für organische Bio-Lebensmittel. Kein Wunder, dass wir hier 20% unseres Budgets auf Lebensmittel verwenden - lieber arm und gesund als reich und krank ...
Etwas zu finden wird zunehmend leichter durch die Community Supported Agriculture (CSA) -Bewegung, die immer mehr Zulauf findet.
Das funktioniert im Grunde wie eine Aktie - vor der Erntesaison kauft man Anteile am erwarteten Ertrag, mit diesem Geld kauft der Farmer dann Saatgut und Hilfsmittel und wenn die Ernte eingebracht wird bekommt jeder Anteilseigner was ihm zusteht. Dabei kann es gut sein, dass man vielleicht keine Erdbeeren bekommt, weil die von einem Schädling befallen wurden. Pech gehabt. Oder aber man wird mit Bohnen überschwemmt, weil die eine ganz tolle Saison hatten. Es hat bei uns in diesem Sommer viel Bohnensalat gegeben, nur so nebenbei.
Der jeweilige Farmer ist dabei natürlich bemüht, ein interessantes Sortiment zusammen zu stellen - immer nur Bohnen und viele Leute würden in der nächsten Saison zu einem anderen wechseln. Aber eine Garantie auf bestimmte Früchte und Gemüsesorten gibt es dabei nicht.
Allerdings geben alle in der CSA organisierten Farmer die Garantie, dass sie nur biologisch-ökologische Landwirtschaft betreiben, also ohne Pestizide, Hormone und künstlichen Dünger. Und, um dem ökologischen Anspruch auch auf dieser Ebene gerecht zu bleiben, wird die Ernte nur in einem relativ kleinen Umkreis ausgeliefert. Die Bio-Äpfel in unserem Supermarkt kamen diesen Sommer aus Chile, China und Neuseeland ... nicht gerade sehr ökologisch.
Unser Lieferant ist die Doe Run Farm in Lincoln County, Tennessee. Sie wird von zwei Rentnern betrieben, die vorher nie etwas mit Landwirtschaft zu tun hatten und dies erst anfingen, nachdem ihr "normales" Arbeitsleben geendet hatte. Sie tun das als Hobby, aus Leidenschaft, aus Idealismus und aus Überzeugung. Mit rund 30 Meilen Entfernung ist Huntsville am äußersten Rand ihres Liefergebietes und gleichzeitig ihr Hauptabnahmezentrum.
Und sie sind richtig gut in dem was sie tun, denn die Mengen an Früchten und Gemüse, die wir im Sommer jede Woche niederkämpfen mussten, war schon enorm. Und das setzt sich jetzt in der Herbstsaison fort. Gestern gab es die erste Lieferung und schon war unser Kühlschrank wieder voll gestopft. Chinesische Radieschen, Rote Beete, Zwiebeln, so eine Art Rhabarber, Kürbisse, grüne Paprika, Tomaten, Süßkartoffeln ... und in einer Woche kommt die nächste Ladung.
Ganz billig ist das Ganze natürlich nicht - aber um nicht ständig den mit Isotopen bestrahlten, mit Hormonen behandelten, ewig haltbar gemachten und geschmacklich neutralisierten Dreck aus dem Supermarkt essen zu müssen, geben wir das Geld gerne aus.
Nur so zum Vergleich, was hier Lebensmittel kosten: ein halber Liter "purified water", das ist durch einen Filter gejagtes Leitungswasser, kostet 39 Cent. Ein dreiviertel Liter sprudelndes Quellwasser - natürlich aus Italien oder Frankreich importiert, denn so etwas kennen die Amis sonst gar nicht - kostet 1,79 Dollares. Also gut dreimal so viel. Und das gilt genauso für organische Bio-Lebensmittel. Kein Wunder, dass wir hier 20% unseres Budgets auf Lebensmittel verwenden - lieber arm und gesund als reich und krank ...
Monday, October 18, 2010
National Champions
Huntsville's semi-professionelles Football Team, die Rocket City Titans, haben in ihrer ersten Saison gleich den nationalen Titel geholt!
Tolle Leistung - hoffentlich kommen dann auch mehr Leute zu den Spielen nächstes Jahr. Ich jedenfalls werde versuchen zu mehr als einem zu gehen ...
Tolle Leistung - hoffentlich kommen dann auch mehr Leute zu den Spielen nächstes Jahr. Ich jedenfalls werde versuchen zu mehr als einem zu gehen ...
Friday, October 15, 2010
Team USA
Mein lieber Kollege Tim ist Triathlet. Einer von denen, die erst vier Kilometer im Meer schwimmen, dann hundertachtzig Kilometer Fahrrad fahren um zum Abschluss mal ganz locker noch einen Marathonlauf dranzuhängen. Fit wie ein Turnschuh, sozusagen. Und das mit 41.
Die spinnen, die Triathleten. Noch spinnerter ist, dass man bei den jeweiligen nationalen Meisterschaften starten darf, wenn man mindestens drei Jahre legal im Land gelebt hat. Wenn man dann einen der vorderen Plätze in seiner Altersgruppe belegt, darf wenn, sofern man noch nie in für eine andere Nation bei einem internationalen Wettkampf angetreten ist, bei der Weltmeisterschaft für das Team USA starten.
Der gute Tim also, seines Zeichens auch noch Offizier der Deutschen Luftwaffe, hat letztes Jahr die Qualifikation für die Weltmeisterschaft zustande gebracht - und ist dann im August diesen Jahres in Immenstadt, Deutschland, für das Team USA gestartet - und zweitbester "Amerikaner" in seiner Altersgruppe geworden (91. insgesamt, von über 600 Teilnehmern).
Bei den diesjährigen US-Meisterschaften hat er dann noch einen draufgesetzt - er hat sich sowohl für das USA Nationalteam der Ü40 für die Weltmeisterschaften über die lange Distanz (1.9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21.1 km Laufen) nächstes Jahr in Las Vegas, als auch für die Weltmeisterschaften über die Olympische Distanz (1.5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) in Peking, China, qualifiziert.
Das mit Las Vegas ist schon gebongt - das ist finanziell keine Hürde. Mit Peking sieht es da schon anders aus. Alleine der Flug soll $1400 kosten, dazu noch Hotel, Futter, etc. Also sucht er jetzt Sponsoren. Hat sich extra ein Buch gekauft, wie man so etwas am besten anfängt. Und was da als eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung drinsteht ist, dass man Fotos braucht um den Leuten mal zu zeigen dass man als Werbefläche auch geeignet ist.
Nun hat man als Triathlet nicht unbedingt immer eine wasserdichte Kamera für Selbstporträts beim Schwimmwettkampf dabei. Und die offiziellen Fotos, die auf solchen Veranstaltungen gemacht werden, zeigen einen vielleicht als kleinen Stecknadelkopf unter vielen anderen Stecknadelköpfen. Oder aber, wenn es dann tatsächlich mal ein Solo-Foto von einem gibt, dann ist es in dem Augenblick aufgenommen, wo man kurz vorm Zieleinlauf noch von einem direkten Alterskonkurrenten eingeholt wird, weil man nicht konzentriert war und sich im Kopfe schon die Chancen für die Peking-Qualifikation ausgerechnet hat ... den Gesichtsausdruck muß man keinem Sponsor schicken.
Also sind wir heute in den Dublin Park gefahren, um mal ein paar vernünftige Fotos von ihm zu machen, damit er das Geld für Peking zusammen bringt.
Ist gar nicht so leicht, mit Amateur-Modellen zu arbeiten. Wenn ich bisher Menschen fotografiert hatte, dann waren das Modelle, die wussten was Tango war. Und die nicht nach dem ersten Druck auf den Auslöser das Shooting für beendet hielten ...
In anderthalb Stunden habe ich gut 350 Fotos gemacht - was eher wenig ist für so ein Thema, aber zu mehr fehlte uns die Zeit und das Licht.
Nun ja, ich glaube wir haben trotzdem ein paar gute Bilder heraus bekommen - es würde mich sehr freuen, zum Zustandekommen seines Peking-Abenteuers beigetragen zu haben ...
Die spinnen, die Triathleten. Noch spinnerter ist, dass man bei den jeweiligen nationalen Meisterschaften starten darf, wenn man mindestens drei Jahre legal im Land gelebt hat. Wenn man dann einen der vorderen Plätze in seiner Altersgruppe belegt, darf wenn, sofern man noch nie in für eine andere Nation bei einem internationalen Wettkampf angetreten ist, bei der Weltmeisterschaft für das Team USA starten.
Der gute Tim also, seines Zeichens auch noch Offizier der Deutschen Luftwaffe, hat letztes Jahr die Qualifikation für die Weltmeisterschaft zustande gebracht - und ist dann im August diesen Jahres in Immenstadt, Deutschland, für das Team USA gestartet - und zweitbester "Amerikaner" in seiner Altersgruppe geworden (91. insgesamt, von über 600 Teilnehmern).
Bei den diesjährigen US-Meisterschaften hat er dann noch einen draufgesetzt - er hat sich sowohl für das USA Nationalteam der Ü40 für die Weltmeisterschaften über die lange Distanz (1.9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21.1 km Laufen) nächstes Jahr in Las Vegas, als auch für die Weltmeisterschaften über die Olympische Distanz (1.5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) in Peking, China, qualifiziert.
Das mit Las Vegas ist schon gebongt - das ist finanziell keine Hürde. Mit Peking sieht es da schon anders aus. Alleine der Flug soll $1400 kosten, dazu noch Hotel, Futter, etc. Also sucht er jetzt Sponsoren. Hat sich extra ein Buch gekauft, wie man so etwas am besten anfängt. Und was da als eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung drinsteht ist, dass man Fotos braucht um den Leuten mal zu zeigen dass man als Werbefläche auch geeignet ist.
Nun hat man als Triathlet nicht unbedingt immer eine wasserdichte Kamera für Selbstporträts beim Schwimmwettkampf dabei. Und die offiziellen Fotos, die auf solchen Veranstaltungen gemacht werden, zeigen einen vielleicht als kleinen Stecknadelkopf unter vielen anderen Stecknadelköpfen. Oder aber, wenn es dann tatsächlich mal ein Solo-Foto von einem gibt, dann ist es in dem Augenblick aufgenommen, wo man kurz vorm Zieleinlauf noch von einem direkten Alterskonkurrenten eingeholt wird, weil man nicht konzentriert war und sich im Kopfe schon die Chancen für die Peking-Qualifikation ausgerechnet hat ... den Gesichtsausdruck muß man keinem Sponsor schicken.
Also sind wir heute in den Dublin Park gefahren, um mal ein paar vernünftige Fotos von ihm zu machen, damit er das Geld für Peking zusammen bringt.
Ist gar nicht so leicht, mit Amateur-Modellen zu arbeiten. Wenn ich bisher Menschen fotografiert hatte, dann waren das Modelle, die wussten was Tango war. Und die nicht nach dem ersten Druck auf den Auslöser das Shooting für beendet hielten ...
In anderthalb Stunden habe ich gut 350 Fotos gemacht - was eher wenig ist für so ein Thema, aber zu mehr fehlte uns die Zeit und das Licht.
Nun ja, ich glaube wir haben trotzdem ein paar gute Bilder heraus bekommen - es würde mich sehr freuen, zum Zustandekommen seines Peking-Abenteuers beigetragen zu haben ...
Wednesday, October 13, 2010
Sunset in Alabama
Auf dem Rückweg vom Little River Canyon bin ich dann noch in einen der schönsten Sonnenuntergänge gefahren, die ich je erlebt habe.
Kurz vor Scottsboro fuhr ich auf einem kleinen Plateau, als plötzlich die Bäume am Straßenrand ein Lücke hatten und ich den Tennessee durchschimmern sah. Keine fünfzig Meter weiter führte eine kleine Straße zu einem Aussichtspunkt - dem Two Eagles Point. Der steht im Moment übrigens zum Verkauf - fotografieren von dort aus kostet sonst Geld. Keine Ahnung, was man damit so einnehmen kann übers Jahr, ich jedenfalls würde gerne Eintritt bezahlen, denn der Blick ist wirklich spektakulär.
Kurz vor Huntsville hatte sich dann der Sonnenuntergang von diesem merkwürdigen orangenem Leuchten in eine Endzeitszenerie aus einem Charlton-Heston-Bibel-Monumentalfilm verwandelt. Ebenso spektakulär ...
Kurz vor Scottsboro fuhr ich auf einem kleinen Plateau, als plötzlich die Bäume am Straßenrand ein Lücke hatten und ich den Tennessee durchschimmern sah. Keine fünfzig Meter weiter führte eine kleine Straße zu einem Aussichtspunkt - dem Two Eagles Point. Der steht im Moment übrigens zum Verkauf - fotografieren von dort aus kostet sonst Geld. Keine Ahnung, was man damit so einnehmen kann übers Jahr, ich jedenfalls würde gerne Eintritt bezahlen, denn der Blick ist wirklich spektakulär.
Kurz vor Huntsville hatte sich dann der Sonnenuntergang von diesem merkwürdigen orangenem Leuchten in eine Endzeitszenerie aus einem Charlton-Heston-Bibel-Monumentalfilm verwandelt. Ebenso spektakulär ...
Little River Canyon
Im äußersten Nordosten von Alabama, ungefähr zwei Autostunden von Huntsville entfernt, findet man eine kleine Perle der Natur - wenn man sie denn sucht.
Das Little River Canyon National Preserve gehört zum Nationalparksystem der USA, ist aber kaum jemandem außerhalb von Nord-Alabama und Süd-Tennessee bekannt. Dabei wird er der "Grand Canyon des Südens" genannt.
Nun ja, im Größenvergleich verliert er haushoch gegen seinen "Rivalen" im Westen - aber 400 m hohe Wände sind auch nicht zu verachten. Im Gegensatz zum Grand Canyon, dessen Felswände nackt sind, ist der Little River Canyon überwiegend bewaldet. Auch ist der Little River eher ein Rinnsal, im Gegensatz zu den oftmals reißenden Fluten des Colorado River.
Trotzdem, beeindruckend ist es schon - und eine schöne Landschaft kann man dort allemal bewundern. Vor allen Dingen im Herbst, wenn die Bäume ihre Farben wechseln. Nun hat Nord-Alabama längst nicht den hohen Ahorn-Anteil, der die Neuengland-Statten jedes Jahr in ein rotes Blättermeer verwandelt. Hier sind es eher dezente Schattierungen in Rost, Braun und Karmesin, durchsprinkelt mit ein paar gelben Akzenten, die das Bild beherrschen. Hat auch was.
Nachdem wir ja letzte Woche in den Smokies eine Woche zu früh dran waren um die Herbstfarben in voller Pracht zu erleben, war es für den Little River Canyon schon etwas spät - viele Blätter lagen schon auf dem Boden.
Es hat sich trotzdem gelohnt - der Park ist alles andere als überlaufen und so kann man in aller Ruhe die schöne und teilweise richtig spektakuläre Landschaft genießen. Nur Bären, die gibt es dort nicht ...
Das Little River Canyon National Preserve gehört zum Nationalparksystem der USA, ist aber kaum jemandem außerhalb von Nord-Alabama und Süd-Tennessee bekannt. Dabei wird er der "Grand Canyon des Südens" genannt.
Nun ja, im Größenvergleich verliert er haushoch gegen seinen "Rivalen" im Westen - aber 400 m hohe Wände sind auch nicht zu verachten. Im Gegensatz zum Grand Canyon, dessen Felswände nackt sind, ist der Little River Canyon überwiegend bewaldet. Auch ist der Little River eher ein Rinnsal, im Gegensatz zu den oftmals reißenden Fluten des Colorado River.
Trotzdem, beeindruckend ist es schon - und eine schöne Landschaft kann man dort allemal bewundern. Vor allen Dingen im Herbst, wenn die Bäume ihre Farben wechseln. Nun hat Nord-Alabama längst nicht den hohen Ahorn-Anteil, der die Neuengland-Statten jedes Jahr in ein rotes Blättermeer verwandelt. Hier sind es eher dezente Schattierungen in Rost, Braun und Karmesin, durchsprinkelt mit ein paar gelben Akzenten, die das Bild beherrschen. Hat auch was.
Nachdem wir ja letzte Woche in den Smokies eine Woche zu früh dran waren um die Herbstfarben in voller Pracht zu erleben, war es für den Little River Canyon schon etwas spät - viele Blätter lagen schon auf dem Boden.
Es hat sich trotzdem gelohnt - der Park ist alles andere als überlaufen und so kann man in aller Ruhe die schöne und teilweise richtig spektakuläre Landschaft genießen. Nur Bären, die gibt es dort nicht ...
Labels:
Alabama,
Little River Canyon,
National Park,
natur
Columbus' Ships
Christopher Columbus fuhr mit drei Schiffen los, um den Seeweg nach Indien zu entdecken - wo er stattdessen heraus kam ist hinlänglich bekannt.
Die Santa Maria, das größte der drei Schiffe, mit 24 Metern Länge und 39 Mann Besatzung, lief am Weihnachtstag 1492 auf eine Sandbank vor dem heutigen Haiti auf und konnte nicht mehr gerettet werden. Das Holz wurde für den Bau der ersten spanischen Siedlung auf amerikanischem Boden, La Navidad, verwendet.
Die Pinta war das schnellste der drei Schiffe, mit 21 Metern Länge und 26 Mann Besatzung.
Die Nina war das kleinste der Schiffe, mit 20 Metern Länge. Sie nahm an drei der Reisen von Columbus in die neue Welt teil und war bei der zweiten Reise sein Flaggschiff.
Über das weitere Schicksal der Pinta und der Nina ist nichts weiter bekannt - es waren halt typische Handelsschiffe des ausgehenden 15. Jahrhunderts und als solche austauschbar für ihre Eigner.
Für uns, fünfhundert Jahre nach den Entdeckungsfahrten von Columbus, haben sie einen großen Symbolwert und eine hohe geschichtliche Bedeutung. Kein Wunder also, dass es mittlerweile einen originalgetreuen Nachbau (so weit das überhaupt noch möglich war ... denn Pläne oder auch Bilder gab es nicht mehr) der Nina.
Im Jahre 1986, sechs Jahre vor dem 500. Jahrestag der Entdeckung der neuen Welt durch Columbus, wurde auf den Britischen Jungfrauen Inseln eine Gesellschaft gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hatte bis 1992 alle drei Schiffe von Columbus nachzubauen.
In dem kleinen Fischerdorf Valenca in Brasilien gab es eine winzige Werft, die immer noch nach den Methoden und mit den Werkzeugen des Mittelalters Schiffe baute. Dort wurde das erste Schiff, die Nina, auf Kiel gelegt. Das ganze Unternehmen dauerte dann doch so lange und verschlang so viele Ressourcen, dass schließlich statt der drei Schiffe nur die Nina rechtzeitig fertig wurde.
Im Dezember 1991 verließ die Nina Brasilien in Richtung Costa Rica, das sie Mitte Januar 1992 erreichte - eine Reise von rund 4000 Seemeilen.
Seit dem schippert sie, und seit 2005 auch der Nachbau der Pinta (die 50 Prozent größer als das Original gebaut wurde um mehr Platz auf Charterreisen zu haben), um die Welt als schwimmendes Museum und quasi Geschichte zum Anfassen.
2010 und 2011 machen die beiden Schiffe eine ausgedehnte Tour an der Ostküste der USA und auf den großen Flüssen im Inland - unter anderem befahren sie dabei auch den Tennessee River. Und der liegt bei uns direkt vor der Haustür. Leider haben wir es nicht mitbekommen, dass sie letzte Woche in Huntsville Station gemacht haben - da war nix in der Zeitung ...
Erfahren habe ich dann, dass sie da gewesen sind und bis heute zwölf Uhr Mittags in Guntersville liegen, als ich gestern nach unserer Rückkehr aus den Smokies die Sonntagszeitungaufschlug und mir auf der ersten Seite ein Bild der beiden Schiffe entgegen sprang.
Klar, da mußte ich hin! Guntersville ist nur eine gute Stunde von Huntsville entfernt, ich habe Urlaub und der einzige Wermutstropfen war, dass meine Frau nicht mitkommen konnte - der Kleine Mann muß um zwölf Uhr aus dem Kindergarten abgeholt werden.
Der erste Eindruck, wenn man vor der Nina steht - Nußschale. Wie haben die auf der Rückfahrt von der zweiten Reise 125 Leute damit transportieren können? Mit mir waren zwei Schulklassen von ungefähr sechzig Kindern mit an Bord und man hat kaum ein Bein los gekriegt.
Man bekommt einen Riesenrespekt vor der Leistung, die Columbus und seine Männer vollbracht haben, wenn man auf den Planken dieses nordseeküstenfischkuttergroßen Gefährts steht - das hätte auch genauso gut total schief gehen können!
Ich habe den Schiffen dann noch beim Ablegen zugeschaut - leider keine Segel, nur Motorkraft ... auf dem Tennessee kommt gegen den Wind kreuzen nicht so gut, da müßten ja alle Hobbyangler mit ihren Booten Platz machen ... - und sie ein Stück des Weges nach Chattanooga begleitet. Dort bleiben sie zwei Wochen, bevor es weiter geht nach Knoxville.
Das war schon eine tolle Sache, so ein Stück Geschichte einmal live und in Farbe selber anfassen zu können (auch wenn es nicht die Originale waren ... ). Im übrigen suchen sie Freiwillige für ihre Reisen, vier bis sechs Wochen Törns, keine Segelerfahrung notwendig, aber große Toleranz gegenüber Nähe zu seinen Mitmenschen ... hatte ich schon erwähnt, dass das Nußschalen sind ...?!
Die Santa Maria, das größte der drei Schiffe, mit 24 Metern Länge und 39 Mann Besatzung, lief am Weihnachtstag 1492 auf eine Sandbank vor dem heutigen Haiti auf und konnte nicht mehr gerettet werden. Das Holz wurde für den Bau der ersten spanischen Siedlung auf amerikanischem Boden, La Navidad, verwendet.
Die Pinta war das schnellste der drei Schiffe, mit 21 Metern Länge und 26 Mann Besatzung.
Die Nina war das kleinste der Schiffe, mit 20 Metern Länge. Sie nahm an drei der Reisen von Columbus in die neue Welt teil und war bei der zweiten Reise sein Flaggschiff.
Über das weitere Schicksal der Pinta und der Nina ist nichts weiter bekannt - es waren halt typische Handelsschiffe des ausgehenden 15. Jahrhunderts und als solche austauschbar für ihre Eigner.
Für uns, fünfhundert Jahre nach den Entdeckungsfahrten von Columbus, haben sie einen großen Symbolwert und eine hohe geschichtliche Bedeutung. Kein Wunder also, dass es mittlerweile einen originalgetreuen Nachbau (so weit das überhaupt noch möglich war ... denn Pläne oder auch Bilder gab es nicht mehr) der Nina.
Im Jahre 1986, sechs Jahre vor dem 500. Jahrestag der Entdeckung der neuen Welt durch Columbus, wurde auf den Britischen Jungfrauen Inseln eine Gesellschaft gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hatte bis 1992 alle drei Schiffe von Columbus nachzubauen.
In dem kleinen Fischerdorf Valenca in Brasilien gab es eine winzige Werft, die immer noch nach den Methoden und mit den Werkzeugen des Mittelalters Schiffe baute. Dort wurde das erste Schiff, die Nina, auf Kiel gelegt. Das ganze Unternehmen dauerte dann doch so lange und verschlang so viele Ressourcen, dass schließlich statt der drei Schiffe nur die Nina rechtzeitig fertig wurde.
Im Dezember 1991 verließ die Nina Brasilien in Richtung Costa Rica, das sie Mitte Januar 1992 erreichte - eine Reise von rund 4000 Seemeilen.
Seit dem schippert sie, und seit 2005 auch der Nachbau der Pinta (die 50 Prozent größer als das Original gebaut wurde um mehr Platz auf Charterreisen zu haben), um die Welt als schwimmendes Museum und quasi Geschichte zum Anfassen.
2010 und 2011 machen die beiden Schiffe eine ausgedehnte Tour an der Ostküste der USA und auf den großen Flüssen im Inland - unter anderem befahren sie dabei auch den Tennessee River. Und der liegt bei uns direkt vor der Haustür. Leider haben wir es nicht mitbekommen, dass sie letzte Woche in Huntsville Station gemacht haben - da war nix in der Zeitung ...
Erfahren habe ich dann, dass sie da gewesen sind und bis heute zwölf Uhr Mittags in Guntersville liegen, als ich gestern nach unserer Rückkehr aus den Smokies die Sonntagszeitungaufschlug und mir auf der ersten Seite ein Bild der beiden Schiffe entgegen sprang.
Klar, da mußte ich hin! Guntersville ist nur eine gute Stunde von Huntsville entfernt, ich habe Urlaub und der einzige Wermutstropfen war, dass meine Frau nicht mitkommen konnte - der Kleine Mann muß um zwölf Uhr aus dem Kindergarten abgeholt werden.
Der erste Eindruck, wenn man vor der Nina steht - Nußschale. Wie haben die auf der Rückfahrt von der zweiten Reise 125 Leute damit transportieren können? Mit mir waren zwei Schulklassen von ungefähr sechzig Kindern mit an Bord und man hat kaum ein Bein los gekriegt.
Man bekommt einen Riesenrespekt vor der Leistung, die Columbus und seine Männer vollbracht haben, wenn man auf den Planken dieses nordseeküstenfischkuttergroßen Gefährts steht - das hätte auch genauso gut total schief gehen können!
Ich habe den Schiffen dann noch beim Ablegen zugeschaut - leider keine Segel, nur Motorkraft ... auf dem Tennessee kommt gegen den Wind kreuzen nicht so gut, da müßten ja alle Hobbyangler mit ihren Booten Platz machen ... - und sie ein Stück des Weges nach Chattanooga begleitet. Dort bleiben sie zwei Wochen, bevor es weiter geht nach Knoxville.
Das war schon eine tolle Sache, so ein Stück Geschichte einmal live und in Farbe selber anfassen zu können (auch wenn es nicht die Originale waren ... ). Im übrigen suchen sie Freiwillige für ihre Reisen, vier bis sechs Wochen Törns, keine Segelerfahrung notwendig, aber große Toleranz gegenüber Nähe zu seinen Mitmenschen ... hatte ich schon erwähnt, dass das Nußschalen sind ...?!
Tuesday, October 12, 2010
Perfect Weather
Mitte Oktober 2010 in den Smokies - 32 Grad Celsius, leichter Wind, strahlend blauer Himmel. Leider war durch das warme Wetter die Laubfärbung noch nicht sehr weit voran geschritten ... man kann nicht alles haben.
Brakes
Unser Ferienhaus in den Smokies war natürlich wieder sehr idyllisch gelegen - mit Blick auf die Berge, im Wald, an einem steilen Hang. Da mit dem Auto über die schmalen Serpentinenstraßen ohne Leitplanken im Dunklen herauf zu kommen - nichts für schwache Nerven.
Was ich allerdings nicht gedacht hätte war dass das herunterfahren ein noch viel heftigeres Unternehmen werden würde.
Natürlich fährt man dort im ersten oder zweiten Gang herunter - zum Glück lässt die Automatik unseres Caravan es zu, dass man sie umgeht und alle sieben Gänge manuell anwählt. Trotzdem musste ich andauernd auf der Bremse stehen, weil die Steigungen einfach so steil waren, dass die Motorbremse alleine nicht ausreichte.
Und das ging dann gute zwanzig Minuten so, bis wir den Fuß des Berges erreicht hatten. In einer dicken Rauchschwade.
Die Bremsen hatten total überhitzt und die Bremswirkung war dementsprechend nur noch eingeschränkt vorhanden. Mag auch daran gelegen haben, dass es brandneue Bremsen waren, denn sie waren erst eine Woche zuvor erneuert worden (ich fahre ja nicht in die Berge ohne die Bremsen vorher durchsehen zu lassen ...). Vielleicht mussten sie erst eingefahren werden ...
Nun ja, da wir noch vier weitere Tage Rauf- und Runterfahrerei vor uns hatten (die Smokies sind nicht gerade platt wie ein Pfannkuchen ...), mussten sie von einem Fachmann unter die Lupe genommen werden bevor es weitergehen konnte.
Dann also los, eine Werkstatt finden - zum Glück hat unser TomTom GPS diese Infos parat, nur mit althergebrachter Straßenkarte wären wir da echt aufgeschmissen gewesen.
Die Familie im nächstgelegenen Chick-Fil-A (so eine Art gehobener Burgerladen, der nur Huhn serviert aber dafür mit prima Qualität - plus, jede Filiale hat einen Indoor-Spielplatz) abgesetzt und zu Thomas gefahren. Der Laden machte einen recht guten Eindruck, was auch dadurch bestätigt wurde, dass die Warteliste bis zum nächsten Montag reichte ... es war Freitag.
Weiter zum nächsten, der gleich daneben war - das gleiche Dilemma.
Dann erinnerte ich mich dunkel, dass ich auf dem Weg zum Chick-Fil-A eine kleine Klitsche gesehen hatte, Allstar irgendwas - der TomTom zeigte sie allerdings nicht an. Klitsche eben. Egal, hingefahren und ... keiner da. Nur ein alter Mann im Schaukelstuhl, der mich freundlich angrinste und sich dann wieder seiner Schaukelei widmete.
Ich also rein in die Werkstatt, ins Office ... nix. Keiner da.
Da wurde es draußen plötzlich lebhaft - ein junger Bursche in einem großen Truck rauschte an und brachte ... das Mittagessen. Da ließ sich dann auch Mike blicken, der Besitzer und auch irgendsoein anderer Typ stand plötzlich in der Gegend rum.
Nachdem ich kurz mein Unglück geschildert hatte nickte Mike, der übrigens ein T-Shirt an hatte auf dem zu lesen stand "Redneck Mechanic", wissend und der andere Typ, der eine Art Muscle-Shirt über dem Bierbauch trug, fing gleich an zu erzählen, wie er damals in diesem heftigen Truck, den ihm sein Schwager zusammengeschraubt hatte, einem Ford ursprünglich, ohne Bremsen auf ein Stauende zugerast sei und dann, er hatte sich schon damit abgefunden den kostbaren Truck in den Graben zu setzen, es doch noch geschafft hatte die Karre rechtzeitig anzuhalten.
Währenddessen hatten Mike und sein Schrauber die Reifen am Caravan abgenommen, die Bremsen geprüft, "die sind ja fast wie neu" ausgerufen und mir versichert, dass das ein altes Problem von Dodge und die Bremsen an meinem Auto völlig in Ordnung seien. Wenn das wieder passieren sollte, müsse ich eben einfach anhalten und abwarten, bis die Bremsen sich wieder abgekühlt hätten.
Zehn Dollar wollte Mike dann noch von mir haben und ging dann zufrieden mit seinem Tagwerk zurück zu seinem Burger ... und ich fuhr auch zufrieden, in der Gewissheit dass ein Redneck Mechanic alles für in Ordnung erklärt hatte, meine Familie abholen.
Selbstredend bin ich danach immer sehr, sehr vorsichtig und langsam die Berge herunter gefahren - und die Bremsen haben tadellos gehalten - 1230 Kilometer minus 2 Kilometer ...
Was ich allerdings nicht gedacht hätte war dass das herunterfahren ein noch viel heftigeres Unternehmen werden würde.
Natürlich fährt man dort im ersten oder zweiten Gang herunter - zum Glück lässt die Automatik unseres Caravan es zu, dass man sie umgeht und alle sieben Gänge manuell anwählt. Trotzdem musste ich andauernd auf der Bremse stehen, weil die Steigungen einfach so steil waren, dass die Motorbremse alleine nicht ausreichte.
Und das ging dann gute zwanzig Minuten so, bis wir den Fuß des Berges erreicht hatten. In einer dicken Rauchschwade.
Die Bremsen hatten total überhitzt und die Bremswirkung war dementsprechend nur noch eingeschränkt vorhanden. Mag auch daran gelegen haben, dass es brandneue Bremsen waren, denn sie waren erst eine Woche zuvor erneuert worden (ich fahre ja nicht in die Berge ohne die Bremsen vorher durchsehen zu lassen ...). Vielleicht mussten sie erst eingefahren werden ...
Nun ja, da wir noch vier weitere Tage Rauf- und Runterfahrerei vor uns hatten (die Smokies sind nicht gerade platt wie ein Pfannkuchen ...), mussten sie von einem Fachmann unter die Lupe genommen werden bevor es weitergehen konnte.
Dann also los, eine Werkstatt finden - zum Glück hat unser TomTom GPS diese Infos parat, nur mit althergebrachter Straßenkarte wären wir da echt aufgeschmissen gewesen.
Die Familie im nächstgelegenen Chick-Fil-A (so eine Art gehobener Burgerladen, der nur Huhn serviert aber dafür mit prima Qualität - plus, jede Filiale hat einen Indoor-Spielplatz) abgesetzt und zu Thomas gefahren. Der Laden machte einen recht guten Eindruck, was auch dadurch bestätigt wurde, dass die Warteliste bis zum nächsten Montag reichte ... es war Freitag.
Weiter zum nächsten, der gleich daneben war - das gleiche Dilemma.
Dann erinnerte ich mich dunkel, dass ich auf dem Weg zum Chick-Fil-A eine kleine Klitsche gesehen hatte, Allstar irgendwas - der TomTom zeigte sie allerdings nicht an. Klitsche eben. Egal, hingefahren und ... keiner da. Nur ein alter Mann im Schaukelstuhl, der mich freundlich angrinste und sich dann wieder seiner Schaukelei widmete.
Ich also rein in die Werkstatt, ins Office ... nix. Keiner da.
Da wurde es draußen plötzlich lebhaft - ein junger Bursche in einem großen Truck rauschte an und brachte ... das Mittagessen. Da ließ sich dann auch Mike blicken, der Besitzer und auch irgendsoein anderer Typ stand plötzlich in der Gegend rum.
Nachdem ich kurz mein Unglück geschildert hatte nickte Mike, der übrigens ein T-Shirt an hatte auf dem zu lesen stand "Redneck Mechanic", wissend und der andere Typ, der eine Art Muscle-Shirt über dem Bierbauch trug, fing gleich an zu erzählen, wie er damals in diesem heftigen Truck, den ihm sein Schwager zusammengeschraubt hatte, einem Ford ursprünglich, ohne Bremsen auf ein Stauende zugerast sei und dann, er hatte sich schon damit abgefunden den kostbaren Truck in den Graben zu setzen, es doch noch geschafft hatte die Karre rechtzeitig anzuhalten.
Währenddessen hatten Mike und sein Schrauber die Reifen am Caravan abgenommen, die Bremsen geprüft, "die sind ja fast wie neu" ausgerufen und mir versichert, dass das ein altes Problem von Dodge und die Bremsen an meinem Auto völlig in Ordnung seien. Wenn das wieder passieren sollte, müsse ich eben einfach anhalten und abwarten, bis die Bremsen sich wieder abgekühlt hätten.
Zehn Dollar wollte Mike dann noch von mir haben und ging dann zufrieden mit seinem Tagwerk zurück zu seinem Burger ... und ich fuhr auch zufrieden, in der Gewissheit dass ein Redneck Mechanic alles für in Ordnung erklärt hatte, meine Familie abholen.
Selbstredend bin ich danach immer sehr, sehr vorsichtig und langsam die Berge herunter gefahren - und die Bremsen haben tadellos gehalten - 1230 Kilometer minus 2 Kilometer ...
Monday, October 11, 2010
Bear Sightings
Wir waren über ein verlängertes Wochenende in den Smoky Mountains - Donnerstag und Freitag waren hier Herbstferien und heute war Feiertag, das haben wir so richtig ausgenutzt.
Hat sich auch gelohnt, meine Familie hat zum ersten Mal in ihrem Leben echte Bären in freier Wildbahn erlebt.
Die erste Sichtung war gleich am Ankunftstag - wir fuhren abends die Serpentinenstraße zu unserer Cabin hoch, da sahen wir hinter einer Kurve wie ein Bär die Böschung hoch verschwand. Na ja, eigentlich war es nur der Hintern des Bären, den wir zu sehen bekamen. Er hatte sich wohl zwischen den Häusern herumgetrieben auf der Suche nach menschlichen Essabfällen als er unser Auto hörte und sich entschloss das Weite zu suchen. Das galt also nicht wirklich.
Richtig gegolten hat es dann aber am Sonntag, als wir in Cades Cove erst einen Bären im Wald sahen, der sich den Bauch mit Eicheln voll schlug. Leider war er gute zweihundert Meter entfernt und die meiste Zeit von Bäumen und Ästen verdeckt, so daß die Fotos alle nicht sonderlich gut geworden sind. Egal, unsere Kinder waren völlig hin und weg davon und auch meine Frau hat das sicherlich beeindruckt - obwohl sie wilde Raubtiere in Sichtweite ihrer Kleinen nun gar nicht gut abkann.
Für mich war es nicht so furchtbar aufregend - allerdings habe ich mich doch sehr gefreut, nach über vierzehn Jahren mal wieder einen der nur noch rund 1600 Smoky Mountains Bären live erleben zu können. Das erste Mal waren wir deutlich näher dran, fast zum Greifen nahe zu einer Mutter mit zwei Jungen.
Die zweite Bärensichtung an diesem Tag war dann gut eine Viertelstunde später, als wir wieder mit dem Auto auf der Cades Cove Loop Road unterwegs waren. Eine Mutter mit drei Jungen, alle dieses Jahr geboren, in einer Wiese. Zum Schutz der Tiere ließen die Park Ranger aber niemanden dort anhalten, sodaß es davon keine brauchbaren Fotos gibt. Bei Müttern mit Jungen sind sie sehr heikel und das ist auch gut so. Aber wir konnten sie trotzdem einige Minuten aus größerer Entfernung beobachten, als wir uns in der Autoschlange langsam an der Szene vorbei bewegten.
Hat sich also gelohnt - war ein tolles Erlebnis und die Familie hatte einen Bärenspaß ...
Hat sich auch gelohnt, meine Familie hat zum ersten Mal in ihrem Leben echte Bären in freier Wildbahn erlebt.
Die erste Sichtung war gleich am Ankunftstag - wir fuhren abends die Serpentinenstraße zu unserer Cabin hoch, da sahen wir hinter einer Kurve wie ein Bär die Böschung hoch verschwand. Na ja, eigentlich war es nur der Hintern des Bären, den wir zu sehen bekamen. Er hatte sich wohl zwischen den Häusern herumgetrieben auf der Suche nach menschlichen Essabfällen als er unser Auto hörte und sich entschloss das Weite zu suchen. Das galt also nicht wirklich.
Richtig gegolten hat es dann aber am Sonntag, als wir in Cades Cove erst einen Bären im Wald sahen, der sich den Bauch mit Eicheln voll schlug. Leider war er gute zweihundert Meter entfernt und die meiste Zeit von Bäumen und Ästen verdeckt, so daß die Fotos alle nicht sonderlich gut geworden sind. Egal, unsere Kinder waren völlig hin und weg davon und auch meine Frau hat das sicherlich beeindruckt - obwohl sie wilde Raubtiere in Sichtweite ihrer Kleinen nun gar nicht gut abkann.
Für mich war es nicht so furchtbar aufregend - allerdings habe ich mich doch sehr gefreut, nach über vierzehn Jahren mal wieder einen der nur noch rund 1600 Smoky Mountains Bären live erleben zu können. Das erste Mal waren wir deutlich näher dran, fast zum Greifen nahe zu einer Mutter mit zwei Jungen.
Die zweite Bärensichtung an diesem Tag war dann gut eine Viertelstunde später, als wir wieder mit dem Auto auf der Cades Cove Loop Road unterwegs waren. Eine Mutter mit drei Jungen, alle dieses Jahr geboren, in einer Wiese. Zum Schutz der Tiere ließen die Park Ranger aber niemanden dort anhalten, sodaß es davon keine brauchbaren Fotos gibt. Bei Müttern mit Jungen sind sie sehr heikel und das ist auch gut so. Aber wir konnten sie trotzdem einige Minuten aus größerer Entfernung beobachten, als wir uns in der Autoschlange langsam an der Szene vorbei bewegten.
Hat sich also gelohnt - war ein tolles Erlebnis und die Familie hatte einen Bärenspaß ...
Sunday, October 3, 2010
Books and Calendars
Nur so nebenbei - habe in den letzten zwei Wochen drei meiner Fotos an den Mann bringen können.
"Pure" ziert den Buchumschlag des ersten Buches aus dem neuen Jesbin-Verlag (www.jesbin.de).
"Fighting Polar Bears" und "High Key Eisbär" wurden für einen Eisbärenkalendar der Firma Systemprint Medien aus Leipzig.
Reich wird man dabei nicht. Will ich auch gar nicht, mein Amateurstatus ist mir da wichtiger. Mehr Stress als bisher kann ich auch nicht unbedingt gebrauchen. Am Ende müsste ich für ein paar Euro fünfzig dann womöglich noch Steuern zahlen ... so bekomme ich das Buch und den Kalender als "Honorar" und mein Name wird genannt.
Das reicht mir völlig aus. Ein bisschen Anerkennung tut manchmal mehr für die Seele als Geld auf dem Konto aufzuhäufen ...
"Pure" ziert den Buchumschlag des ersten Buches aus dem neuen Jesbin-Verlag (www.jesbin.de).
"Fighting Polar Bears" und "High Key Eisbär" wurden für einen Eisbärenkalendar der Firma Systemprint Medien aus Leipzig.
Reich wird man dabei nicht. Will ich auch gar nicht, mein Amateurstatus ist mir da wichtiger. Mehr Stress als bisher kann ich auch nicht unbedingt gebrauchen. Am Ende müsste ich für ein paar Euro fünfzig dann womöglich noch Steuern zahlen ... so bekomme ich das Buch und den Kalender als "Honorar" und mein Name wird genannt.
Das reicht mir völlig aus. Ein bisschen Anerkennung tut manchmal mehr für die Seele als Geld auf dem Konto aufzuhäufen ...
Wednesday, September 22, 2010
Allergy
Seit ungefähr einer Woche hat meine Frau Symptome einer Allergie. Kratzen im Hals, tränende Augen, Juckreiz - das ganze Programm.
Natürlich haben wir uns gewundert, woher das jetzt so plötzlich kam - es blüht ja nichts zur Zeit und etwas anderes als sonst hat sie auch nicht gegessen.
Dann war sie gestern im Nagelstudio und wie das halt so ist, man unterhält sich über alles mögliche. Allergien, ja, die haben wir jetzt auch, hieß es da. Das kommt von den Entlaubungsmitteln, die zur Zeit auf den Baumwollfeldern ausgebracht werden, damit die Ernte leichter geht. Und da wir hier in Alabama sozusagen von Baumwollfeldern umstellt sind ... es ist der verdammte Chemiedreck! Na wunderbar - da versucht man sich gesund zu ernähren, gibt heftiges Geld für allerlei organische Sachen aus, schraubt einen Filter vor das chlorhaltige Phosphorwasser das aus der Leitung kommt und so weiter ... und entkommt der Chemie dann doch nicht. Kein Wunder, dass hier alle ständig Pillen schlucken - alleine das Leben hier macht einen krank, ohne dass man selber etwas dafür tun muß ...
Natürlich haben wir uns gewundert, woher das jetzt so plötzlich kam - es blüht ja nichts zur Zeit und etwas anderes als sonst hat sie auch nicht gegessen.
Dann war sie gestern im Nagelstudio und wie das halt so ist, man unterhält sich über alles mögliche. Allergien, ja, die haben wir jetzt auch, hieß es da. Das kommt von den Entlaubungsmitteln, die zur Zeit auf den Baumwollfeldern ausgebracht werden, damit die Ernte leichter geht. Und da wir hier in Alabama sozusagen von Baumwollfeldern umstellt sind ... es ist der verdammte Chemiedreck! Na wunderbar - da versucht man sich gesund zu ernähren, gibt heftiges Geld für allerlei organische Sachen aus, schraubt einen Filter vor das chlorhaltige Phosphorwasser das aus der Leitung kommt und so weiter ... und entkommt der Chemie dann doch nicht. Kein Wunder, dass hier alle ständig Pillen schlucken - alleine das Leben hier macht einen krank, ohne dass man selber etwas dafür tun muß ...
Saturday, September 18, 2010
King Cotton
Dieses Wochenende hat hier die Baumwollernte angefangen. Früher einmal, vor fünfzig Jahren und davor, war Cotton King im Süden der USA. Heutzutage importieren die USA Baumwolle aus Ägypten - stattdessen wird lieber Mais angebaut, der ist vielseitiger einsetzbar und bringt der erhöhten Nachfrage entsprechend mehr Profit.
Aber rund um Huntsville und Madison gibt es immer noch einige Felder, längst nicht mehr so ausgedehnt wie in vergangenen Zeiten und nicht alles dominierend, aber immer noch deutlich präsent wenn man über Land fährt.
Aber rund um Huntsville und Madison gibt es immer noch einige Felder, längst nicht mehr so ausgedehnt wie in vergangenen Zeiten und nicht alles dominierend, aber immer noch deutlich präsent wenn man über Land fährt.
Friday, September 17, 2010
Alabama Bitch
Da baut einer ein Flugzeug - in seiner Garage. Nein, mittlerweile hat er zwei Garagen gemietet, eine fürs Bauen und die andere um fertige Großteile und Material darin zu lagern.
Wenn es mal fertig ist, wird es ein zweisitziges Experimentalflugzeug sein. Das ist hier in Amiland eine eigene Kategorie für Selbstbauflieger. Mein Freund und Kollege Kai hat sich nämlich einen Bausatz bei Van's Aircraft gekauft. Und nun bekommt er regelmäßig große Kisten mit Metallteilen, Nieten, Kabeln und Bauplänen vor die Garage gestellt.
Ist so ein bisschen wie Lego, nur größer, aus Metall und sehr viel teurer.
Angefangen hat er Anfang des Jahres, nach seiner Einschätzung ist er zu 60% fertig, wobei die Metallarbeiten nahezu abgeschlossen sind. Jetzt kommt der ganze ätzende Kleinkram dran - Elektrokabel legen, Benzinleitungen einbauen, Innenraum lackieren, Instrumente einbauen, noch mehr Kabel legen und so weiter. Ziel ist es, nächstes Jahr im Sommer damit los fliegen zu können.
Kosten wird ihn der Spaß ungefähr neunzig Große - alleine der Motor schlägt mit gut dreißigtausend zu Buche, der Propeller mit sechstausend und so weiter. Wenn man die Arbeitsstunden dazurechnet ... darf man aber nicht. Erstens gibt es diese Klasse kleiner Zweisitzer nicht zum Kaufen, sondern nur zum selber bauen. Und zweitens ist das schon etwas besonderes, sein eigenes Flugzeug zusammen zu schrauben. Kai kennt jede Niete beim Vornamen und diesen Flieger wird er sicher solange besitzen, wie er eine Garage findet um ihn unterstellen zu können. Und wenn sie ihn dann eines Tages zu Grabe tragen, werden einfach die Tragflächen abmontiert und er darin, den Steuerknüppel in den knochigen Händen haltend, in die Gruft versenkt - so wie chinesische Kaiser, die sich auf ihrem Lieblingspferd sitzend begraben ließen.
Aber bis dahin ist es hoffentlich noch einige Zeit - was auch davon abhängt, wie gut jeder Niet an dem Flieger sitzt. Nun ja, nicht jeder einzelne Niet - denn die Firma Van's Aircraft kennt schon ihre Pappenheimer und hat gut dreimal so viele Niete vorgesehen, wie eigentlich gebraucht werden. Wenn da mal der eine oder andere nicht ganz perfekt sitzt, ist das noch kein Beinbruch. Trotzdem, ganz so trivial ist diese ganze Sache eben auch nicht und selbst als Ingenieur (na ja, Kai ist Elektroingenieur, das zählt fast nicht ...) ist das eine große Herausforderung. Kann man nur machen, wenn man Abends sonst nichts vor hat. Gute 3000 Arbeitsstunden wird er wohl herein stecken - oder sogar noch mehr. Es gibt da ein, zwei Teile aus der Anfangszeit, die er gerne noch einmal gemacht hätte.
Einen Namen hat der Flieger natürlich auch - nachdem er zuerst Alabama Heavy Metal hieß (weil er zum Sound von Heavy Metal Musik entsteht ...), wurde er neulich auf Alabama Bitch umgetauft. Ist eine längere Geschichte, hat mit einer Frau zu tun und gehört nicht hierher. Vielleicht kann ich ihn ja noch überzeugen, einen weniger Hip-Hop-mässigen Namen für den fertigen Flieger zu wählen. Meine Frau schlägt "irgendetwas mit Freedom" vor ... passt gut, denn der Flieger ist seine eigene, persönliche Freiheit. Ich hoffe sehr, dass der Jungfernflug im nächsten Jahr hier in Huntsville stattfinden kann - oder jedenfalls solange wir noch hier sind. Wie immer das Flugzeug dann auch heißen wird ...
Wenn es mal fertig ist, wird es ein zweisitziges Experimentalflugzeug sein. Das ist hier in Amiland eine eigene Kategorie für Selbstbauflieger. Mein Freund und Kollege Kai hat sich nämlich einen Bausatz bei Van's Aircraft gekauft. Und nun bekommt er regelmäßig große Kisten mit Metallteilen, Nieten, Kabeln und Bauplänen vor die Garage gestellt.
Ist so ein bisschen wie Lego, nur größer, aus Metall und sehr viel teurer.
Angefangen hat er Anfang des Jahres, nach seiner Einschätzung ist er zu 60% fertig, wobei die Metallarbeiten nahezu abgeschlossen sind. Jetzt kommt der ganze ätzende Kleinkram dran - Elektrokabel legen, Benzinleitungen einbauen, Innenraum lackieren, Instrumente einbauen, noch mehr Kabel legen und so weiter. Ziel ist es, nächstes Jahr im Sommer damit los fliegen zu können.
Kosten wird ihn der Spaß ungefähr neunzig Große - alleine der Motor schlägt mit gut dreißigtausend zu Buche, der Propeller mit sechstausend und so weiter. Wenn man die Arbeitsstunden dazurechnet ... darf man aber nicht. Erstens gibt es diese Klasse kleiner Zweisitzer nicht zum Kaufen, sondern nur zum selber bauen. Und zweitens ist das schon etwas besonderes, sein eigenes Flugzeug zusammen zu schrauben. Kai kennt jede Niete beim Vornamen und diesen Flieger wird er sicher solange besitzen, wie er eine Garage findet um ihn unterstellen zu können. Und wenn sie ihn dann eines Tages zu Grabe tragen, werden einfach die Tragflächen abmontiert und er darin, den Steuerknüppel in den knochigen Händen haltend, in die Gruft versenkt - so wie chinesische Kaiser, die sich auf ihrem Lieblingspferd sitzend begraben ließen.
Aber bis dahin ist es hoffentlich noch einige Zeit - was auch davon abhängt, wie gut jeder Niet an dem Flieger sitzt. Nun ja, nicht jeder einzelne Niet - denn die Firma Van's Aircraft kennt schon ihre Pappenheimer und hat gut dreimal so viele Niete vorgesehen, wie eigentlich gebraucht werden. Wenn da mal der eine oder andere nicht ganz perfekt sitzt, ist das noch kein Beinbruch. Trotzdem, ganz so trivial ist diese ganze Sache eben auch nicht und selbst als Ingenieur (na ja, Kai ist Elektroingenieur, das zählt fast nicht ...) ist das eine große Herausforderung. Kann man nur machen, wenn man Abends sonst nichts vor hat. Gute 3000 Arbeitsstunden wird er wohl herein stecken - oder sogar noch mehr. Es gibt da ein, zwei Teile aus der Anfangszeit, die er gerne noch einmal gemacht hätte.
Einen Namen hat der Flieger natürlich auch - nachdem er zuerst Alabama Heavy Metal hieß (weil er zum Sound von Heavy Metal Musik entsteht ...), wurde er neulich auf Alabama Bitch umgetauft. Ist eine längere Geschichte, hat mit einer Frau zu tun und gehört nicht hierher. Vielleicht kann ich ihn ja noch überzeugen, einen weniger Hip-Hop-mässigen Namen für den fertigen Flieger zu wählen. Meine Frau schlägt "irgendetwas mit Freedom" vor ... passt gut, denn der Flieger ist seine eigene, persönliche Freiheit. Ich hoffe sehr, dass der Jungfernflug im nächsten Jahr hier in Huntsville stattfinden kann - oder jedenfalls solange wir noch hier sind. Wie immer das Flugzeug dann auch heißen wird ...
Sunday, September 12, 2010
Titans vs Raiders
Das wird eine lange Saison, sagte Gerry und verbarg seinen Kopf in den Händen. Um ihn herum tanzten fröhliche, in babyblaue T-Shirts gewandete Menschen ausgelassen herum und gaben einander "high fives". Ich freute mich einerseits, dass das Spiel nun entschieden war, nachdem die Titans ihren achtunddreißigsten Punkt an diesem Nachmittag eingefahren hatten. Andererseits konnte ich es gar nicht mit ansehen, wie mein Freund still vor sich hin litt, weil seine Raiders nicht mehr als dreizehn Punkte zustande gebracht hatten.
Bald darauf wurde er jedoch von der babyblauen Masse kollektiv getröstet und man entschuldigte sich sogar beim ihm, dass sein Team hier so unter die Raeder gekommen war. Wirklich nette Leute, hier in Tennessee.
Dabei hatte alles noch so hoffnungsvoll angefangen. Nachdem Trace Adkins, einer der größten Stars der hiesigen Country Music Szene, mit seiner tiefen Bass-Stimme die Nationalhymne intonierte, während hinter ihm Reservisten der Tennessee Nationalgarde eine riesige US-Flagge über dem Spielfeld ausrollten und über unseren Köpfen eine Staffel Jagdbomber hinweg fegte, gingen die Raiders erstmal mit drei zu null in Führung. Dann aber folgten Pleiten, Pech und Pannen - sie verloren den Ball, luden die Titans ein die Uniform des Quarterbacks ordentlich dreckig zu machen und ließen in der Verteidigung bedenkliche Lücken offen, was dann ziemlich schnell das Spiel kippen ließ. Eigentlich war ja zur Halbzeit schon alles entschieden, doch wir hatten so schöne Plätze, die Menschen um uns herum waren so freundlich, die Sonne schien und der Wind wehte, dass wir dann doch bis zum Ende blieben. Als Raiders-Fan ist man an Enttäuschung gewöhnt, was aber immer wieder schlimm ist, sind diese Momente der Hoffnung, die kurz aufflackern, nur um dann brutal in den Rasen getrampelt zu werden. Für die Titans dagegen sieht die Zukunft recht rosig aus - aber das haben wir dann für uns behalten und Gerry mitfühlend auf die Schulter geklopft. Gut, dass er auch ein Titans-Trikot im Schrank hängen hat - denn wenn nicht gerade die Raiders nach Nashville kommen, feuert er das Team in babyblau an. Immerhin hat er tapfer bis zum Ende durchgehalten und sein Team angefeuert und ist nicht, wie zwei andere Raiders-Fans, die vor uns saßen, nach der Halbzeit in frisch gekauften Titans-Outfits wieder aufgetaucht ...
Bald darauf wurde er jedoch von der babyblauen Masse kollektiv getröstet und man entschuldigte sich sogar beim ihm, dass sein Team hier so unter die Raeder gekommen war. Wirklich nette Leute, hier in Tennessee.
Dabei hatte alles noch so hoffnungsvoll angefangen. Nachdem Trace Adkins, einer der größten Stars der hiesigen Country Music Szene, mit seiner tiefen Bass-Stimme die Nationalhymne intonierte, während hinter ihm Reservisten der Tennessee Nationalgarde eine riesige US-Flagge über dem Spielfeld ausrollten und über unseren Köpfen eine Staffel Jagdbomber hinweg fegte, gingen die Raiders erstmal mit drei zu null in Führung. Dann aber folgten Pleiten, Pech und Pannen - sie verloren den Ball, luden die Titans ein die Uniform des Quarterbacks ordentlich dreckig zu machen und ließen in der Verteidigung bedenkliche Lücken offen, was dann ziemlich schnell das Spiel kippen ließ. Eigentlich war ja zur Halbzeit schon alles entschieden, doch wir hatten so schöne Plätze, die Menschen um uns herum waren so freundlich, die Sonne schien und der Wind wehte, dass wir dann doch bis zum Ende blieben. Als Raiders-Fan ist man an Enttäuschung gewöhnt, was aber immer wieder schlimm ist, sind diese Momente der Hoffnung, die kurz aufflackern, nur um dann brutal in den Rasen getrampelt zu werden. Für die Titans dagegen sieht die Zukunft recht rosig aus - aber das haben wir dann für uns behalten und Gerry mitfühlend auf die Schulter geklopft. Gut, dass er auch ein Titans-Trikot im Schrank hängen hat - denn wenn nicht gerade die Raiders nach Nashville kommen, feuert er das Team in babyblau an. Immerhin hat er tapfer bis zum Ende durchgehalten und sein Team angefeuert und ist nicht, wie zwei andere Raiders-Fans, die vor uns saßen, nach der Halbzeit in frisch gekauften Titans-Outfits wieder aufgetaucht ...
Saturday, September 11, 2010
Bike
Als wir hierher nach Alabama umgezogen sind haben wir unsere Fahrräder in Deutschland gelassen. Absichtlich, denn hier gibt es generell keine Fahrradwege - und auf der Straße zu fahren käme einem Selbstmordversuch gleich. Kein Autofahrer wüsste, wie mit diesen Dingern von einem fremden Planeten umzugehen wäre - Chaos, nein, das Ende der Welt stünde uns bevor.
Es gibt also keinen Bedarf nach, was man in Deutschland "Tourenräder" oder "Straßenräder" nennen würde - ganz normale Fahrräder, mit Sattel, Gepäckträger, Licht, Bremsen, Gangschaltung und Schutzblechen.
Was man hier findet sind Kinderräder und Mountain Bikes. Denn das Fahrrad ist hier kein Transportmittel, sondern entweder Kinderspielzeug oder Sportgerät.
Um von A nach B zu kommen - wobei in Amiland A von B im Durchschnitt gut und gerne mehr als zehnmal so weit voneinander entfernt ist wie in Deutschland - hat man ein Auto. Und das bereits mit 16. Wozu also ein Fahrrad? Zum Spielen und zum Sport machen.
Nun gibt es aber auch für fünfzehnjährige durchaus Gründe, um von A nach B kommen zu müssen und manchmal sind die Eltern einfach zeitlich nicht in der Lage, die benötigten Transportdienste zu leisten. Wer hier später einmal bei einer guten Universität studieren möchte, der sorgt tunlichst dafür in der High School in den einschlägigen Honor Societies zu sein. Dafür sind gute Noten, ein gepflegtes Auftreten und die Bereitschaft, Zeit für die diversen Treffen und gemeinnützigen Aktivitäten dieser Gesellschaften aufzubringen.
Und das findet normalerweise alles in der Schule, aber außerhalb der Schulzeit statt.
Bisher war das für uns kein Problem, denn die Schule unseres Großen, Discovery Middle School, war zu Fuß in fünfzehn Minuten zu erreichen und so lief er halt nach und von Zuhause von und zu seinen Treffen.
Doch nun geht er auf die Bob Jones High School, die zwar an der gleichen Straße liegt, aber gut zwei Kilometer weiter entfernt ist. Zu Fuß braucht man da gut und gerne eine Dreiviertelstunde - was dazu führen würde dass er Mittwochs um sechs Uhr fünfzehn das Haus verlassen müsste um rechtzeitig zum Treffen seiner neuen Gruppe zu kommen. Denn fahren können wir ihn um diese Uhrzeit nicht - ich muss in den Dienst und meine Frau hat alle Hände voll mit den beiden Kleinen zu tun.
Nun haben wir das große - und total unerwartete - Glück, dass einer der wenigen Geh- und Fahrradwege in Madison von unserer Siedlung die Hauptstraße entlang an den beiden Schulen vorbei führt. Was also liegt da näher als ein Fahrrad zu kaufen um damit die Transportprobleme zu loesen.
Leicht gesagt ...
Also sind wir heute los, zuerst zum Target, dann zum Wal Mart an der 72, dann zu Madison Cycles, dann zum Wal Mart auf dem Madison Boulevard. Überall das gleiche Bild - pinke Kinderräder oder Mountain Bikes. Und ein Modell von Schwinn, das hier unter Tourenrad firmiert. Schwinn ist hier in Amiland so etwa vergleichbar mit Hercules in Deutschland - legendär. In den fünfziger Jahren hatte hier jeder ein Schwinn Bike und genau dieses Modell stellen sie wieder her - in der genau gleichen Ausführung, ohne Gangschaltung, ohne Felgenbremse (Rücktritt hat es ...), ohne Licht, ohne alles. Dazu die ergonomische Gestaltung von vor fünfzig Jahren - da hängt man drauf wie der Affe auf dem Schleifstein.
Und dann bei Madison Cycles - kein Rad unter tausend Bucks, dafür aber eine ganz ordentliche Kollektion von Rädern mit Elektrohilfsmotor.
Also dann doch ein Mountain Bike. Mann, haben die schmale Sattel ... nix für ausgedehnte Radtouren. Aber die Mountainbiker stehen ja sowieso die ganze Zeit aufrecht in den Pedalen, wozu dann bequeme Sättel einbauen. Und die Bowdenzüge für Bremsen und Gangschaltung liegen auf dem Rahmen, nicht im Rahmen wie eigentlich gewohnt. Licht haben die Dinger auch nicht, braucht man auch nicht beim Querfeldeinfahren, denn das tut man besser sowieso nur bei Tageslicht.
Und sie haben keine Schutzbleche an den Rädern - bei Regen oder dreckiger Straße saut man sich da ordentlich ein. Auch kein Problem für Mountainbiker - je schmutziger, desto mehr Ansehen untereinander. In der Schule kommt das natürlich nicht so gut ...
Aber egal, eine Alternative gab es nicht und preisgünstig war das Ding auch - ganze 88 Dollares (ohne Tax) hat den Großen das Rad gekostet. Mit Helm, batteriebetriebenen Lampen, Diebstahlsicherung und Steuern waren es dann gute 150 Dollares. Kein schlechter Deal.
Kurzer Blick ins Internet - dort gibt es für rund zwanzig Dollar Schutzbleche zu kaufen, damit wäre dann dieses Problem auch gelöst. Und in vier Monaten darf er dann sowieso alleine Auto fahren ...
Es gibt also keinen Bedarf nach, was man in Deutschland "Tourenräder" oder "Straßenräder" nennen würde - ganz normale Fahrräder, mit Sattel, Gepäckträger, Licht, Bremsen, Gangschaltung und Schutzblechen.
Was man hier findet sind Kinderräder und Mountain Bikes. Denn das Fahrrad ist hier kein Transportmittel, sondern entweder Kinderspielzeug oder Sportgerät.
Um von A nach B zu kommen - wobei in Amiland A von B im Durchschnitt gut und gerne mehr als zehnmal so weit voneinander entfernt ist wie in Deutschland - hat man ein Auto. Und das bereits mit 16. Wozu also ein Fahrrad? Zum Spielen und zum Sport machen.
Nun gibt es aber auch für fünfzehnjährige durchaus Gründe, um von A nach B kommen zu müssen und manchmal sind die Eltern einfach zeitlich nicht in der Lage, die benötigten Transportdienste zu leisten. Wer hier später einmal bei einer guten Universität studieren möchte, der sorgt tunlichst dafür in der High School in den einschlägigen Honor Societies zu sein. Dafür sind gute Noten, ein gepflegtes Auftreten und die Bereitschaft, Zeit für die diversen Treffen und gemeinnützigen Aktivitäten dieser Gesellschaften aufzubringen.
Und das findet normalerweise alles in der Schule, aber außerhalb der Schulzeit statt.
Bisher war das für uns kein Problem, denn die Schule unseres Großen, Discovery Middle School, war zu Fuß in fünfzehn Minuten zu erreichen und so lief er halt nach und von Zuhause von und zu seinen Treffen.
Doch nun geht er auf die Bob Jones High School, die zwar an der gleichen Straße liegt, aber gut zwei Kilometer weiter entfernt ist. Zu Fuß braucht man da gut und gerne eine Dreiviertelstunde - was dazu führen würde dass er Mittwochs um sechs Uhr fünfzehn das Haus verlassen müsste um rechtzeitig zum Treffen seiner neuen Gruppe zu kommen. Denn fahren können wir ihn um diese Uhrzeit nicht - ich muss in den Dienst und meine Frau hat alle Hände voll mit den beiden Kleinen zu tun.
Nun haben wir das große - und total unerwartete - Glück, dass einer der wenigen Geh- und Fahrradwege in Madison von unserer Siedlung die Hauptstraße entlang an den beiden Schulen vorbei führt. Was also liegt da näher als ein Fahrrad zu kaufen um damit die Transportprobleme zu loesen.
Leicht gesagt ...
Also sind wir heute los, zuerst zum Target, dann zum Wal Mart an der 72, dann zu Madison Cycles, dann zum Wal Mart auf dem Madison Boulevard. Überall das gleiche Bild - pinke Kinderräder oder Mountain Bikes. Und ein Modell von Schwinn, das hier unter Tourenrad firmiert. Schwinn ist hier in Amiland so etwa vergleichbar mit Hercules in Deutschland - legendär. In den fünfziger Jahren hatte hier jeder ein Schwinn Bike und genau dieses Modell stellen sie wieder her - in der genau gleichen Ausführung, ohne Gangschaltung, ohne Felgenbremse (Rücktritt hat es ...), ohne Licht, ohne alles. Dazu die ergonomische Gestaltung von vor fünfzig Jahren - da hängt man drauf wie der Affe auf dem Schleifstein.
Und dann bei Madison Cycles - kein Rad unter tausend Bucks, dafür aber eine ganz ordentliche Kollektion von Rädern mit Elektrohilfsmotor.
Also dann doch ein Mountain Bike. Mann, haben die schmale Sattel ... nix für ausgedehnte Radtouren. Aber die Mountainbiker stehen ja sowieso die ganze Zeit aufrecht in den Pedalen, wozu dann bequeme Sättel einbauen. Und die Bowdenzüge für Bremsen und Gangschaltung liegen auf dem Rahmen, nicht im Rahmen wie eigentlich gewohnt. Licht haben die Dinger auch nicht, braucht man auch nicht beim Querfeldeinfahren, denn das tut man besser sowieso nur bei Tageslicht.
Und sie haben keine Schutzbleche an den Rädern - bei Regen oder dreckiger Straße saut man sich da ordentlich ein. Auch kein Problem für Mountainbiker - je schmutziger, desto mehr Ansehen untereinander. In der Schule kommt das natürlich nicht so gut ...
Aber egal, eine Alternative gab es nicht und preisgünstig war das Ding auch - ganze 88 Dollares (ohne Tax) hat den Großen das Rad gekostet. Mit Helm, batteriebetriebenen Lampen, Diebstahlsicherung und Steuern waren es dann gute 150 Dollares. Kein schlechter Deal.
Kurzer Blick ins Internet - dort gibt es für rund zwanzig Dollar Schutzbleche zu kaufen, damit wäre dann dieses Problem auch gelöst. Und in vier Monaten darf er dann sowieso alleine Auto fahren ...
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Wednesday, September 8, 2010
Day Care
Für unsere große Prinzessin hatten wir ja bereits einen neuen Kindergarten gefunden - leider nehmen die nur Kinder, die mindestens zweieinhalb Jahre alt und trocken sind. Beides Kriterien, die für unseren wilden Mann ganz hinten auf der Liste stehen ...
Also haben wir uns in den letzten Tagen intensiv nach einem neuen Kindergarten für ihn umgesehen.
Unsere erste Anlaufstelle war der Kindergarten der First Baptist Church in Madison - der wurde uns von vielen Seiten wärmstens empfohlen.
Klar, ein kirchlicher Kindergarten, da denkt man hier gleich an Indoktrination und Propaganda. Was auch durchaus vorkommt, wir kennen solche Beispiele. Aber in diesem Fall war das kein Thema, übermäßiges in den Vordergrund stellen der Religion war nicht das Problem.
Das lag auf einer viel grundsätzlichen Ebene - die halten die Kinder dort drinnen wie im Gefängnis.
Fensterlose Räume in der Größe von Abstellkammern, mit Linoleumfussboden und kaltem Neonlicht. Die Kinder saßen dort herum wie in einem Irrenasyl, stierten an die Wände und waren völlig apathisch. Die waren dort abgestellt, aus dem weg geräumt - geistige Anregung, physische Aktivität, Fehlanzeige. Ich würde das seelische Grausamkeit nennen. Ja, die Räume waren sauber, auf die Kinder wurde aufgepasst - aber mehr auch nicht. Grausam. Meine Frau war völlig fertig, als wir wieder draußen waren.
Dann die Primrose Academy. Eine Kette mit sehr organisiertem Betrieb. Aber auch hier - kleine Räume. Und ein Spielplatz der auf der Südseite liegt und keinen Schatten hat - im alabamischen Sommer nicht nutzbar. Außerdem schweineteuer und irgendwie zu steif.
Also zum nächsten. Dort waren wir schon einmal vor ein paar Monaten, als sich die Verschlechterung der Situation im alten Kindergarten so langsam abzuzeichnen begann.
Damals waren wir noch nicht soweit aber mittlerweile wurde das zu unserer favorisierten Lösung.
Große, helle Räume. Ein Lehrer-Kind ratio von eins zu fünf. Großer Spielplatz. Sauteuer. Heftiger Personalwechsel in den vergangenen Monaten.
Nun ja - es ist für ein halbes Jahr, bis er trocken ist und das Alter hat damit ihn der Kindergarten unserer Großen Maus akzeptiert. Das wird schon klappen ... Am Donnerstag hat er seinen ersten Tag dort.
Also haben wir uns in den letzten Tagen intensiv nach einem neuen Kindergarten für ihn umgesehen.
Unsere erste Anlaufstelle war der Kindergarten der First Baptist Church in Madison - der wurde uns von vielen Seiten wärmstens empfohlen.
Klar, ein kirchlicher Kindergarten, da denkt man hier gleich an Indoktrination und Propaganda. Was auch durchaus vorkommt, wir kennen solche Beispiele. Aber in diesem Fall war das kein Thema, übermäßiges in den Vordergrund stellen der Religion war nicht das Problem.
Das lag auf einer viel grundsätzlichen Ebene - die halten die Kinder dort drinnen wie im Gefängnis.
Fensterlose Räume in der Größe von Abstellkammern, mit Linoleumfussboden und kaltem Neonlicht. Die Kinder saßen dort herum wie in einem Irrenasyl, stierten an die Wände und waren völlig apathisch. Die waren dort abgestellt, aus dem weg geräumt - geistige Anregung, physische Aktivität, Fehlanzeige. Ich würde das seelische Grausamkeit nennen. Ja, die Räume waren sauber, auf die Kinder wurde aufgepasst - aber mehr auch nicht. Grausam. Meine Frau war völlig fertig, als wir wieder draußen waren.
Dann die Primrose Academy. Eine Kette mit sehr organisiertem Betrieb. Aber auch hier - kleine Räume. Und ein Spielplatz der auf der Südseite liegt und keinen Schatten hat - im alabamischen Sommer nicht nutzbar. Außerdem schweineteuer und irgendwie zu steif.
Also zum nächsten. Dort waren wir schon einmal vor ein paar Monaten, als sich die Verschlechterung der Situation im alten Kindergarten so langsam abzuzeichnen begann.
Damals waren wir noch nicht soweit aber mittlerweile wurde das zu unserer favorisierten Lösung.
Große, helle Räume. Ein Lehrer-Kind ratio von eins zu fünf. Großer Spielplatz. Sauteuer. Heftiger Personalwechsel in den vergangenen Monaten.
Nun ja - es ist für ein halbes Jahr, bis er trocken ist und das Alter hat damit ihn der Kindergarten unserer Großen Maus akzeptiert. Das wird schon klappen ... Am Donnerstag hat er seinen ersten Tag dort.
Friday, September 3, 2010
Water Lily
Der Botanische Garten hat eine neue Attraktion - afrikanische Wasserlilien.
Leider öffnen sich die Blüten erst, wenn die Sonne untergegangen ist - was es recht schwierig macht sie zu fotografieren, so ohne Licht.
Da hilft nur die ISO-Einstellung an der Kamera bis auf 3200 zu schrauben und auf das Beste zu hoffen ... grins, ich weiß schon, was ich mache.
Leider öffnen sich die Blüten erst, wenn die Sonne untergegangen ist - was es recht schwierig macht sie zu fotografieren, so ohne Licht.
Da hilft nur die ISO-Einstellung an der Kamera bis auf 3200 zu schrauben und auf das Beste zu hoffen ... grins, ich weiß schon, was ich mache.
Thursday, September 2, 2010
Four dead Wrens
In unserer Wicke brütete ja ein Paearchen Carolina Wrens - das ist eine Unterart von Zaunkönigen.
Vier kleine Piepmätze waren letzte Woche geschlüpft. Und heute waren sie alle tot. Aus dem Bericht meiner Frau:Alle 4 kleinen Wrens sind tot. Eines war flügge geworden, das habe ich in einem der
Plantschbecken gefunden - reingeflogen und nicht wieder rausgekommen und die anderen 3,
das ist ein Mysterium. Eines liegt tot und verletzt unter dem Gartentisch.
Daneben ein paar Beine ohne Vogel und daneben ein Bein mit einem Schnabel.
Irgendetwas hat sich die 3 Jüngeren geholt und nur das Unverdauliche zurückgelassen.
Unser erste Gedanke war Katze - doch die hätte eine grössere Schweinerei hinterlassen, denn das Nest
liegt relativ unzugänglich und versteckt im Inneren der Pflanze.
Der zweite Gedanke - ein räuberischer Rabenvogel, wie der Blue Jay, der ab und zu mal vorbei kommt.
Oder aber der flügge gewordene Vogel hat seine drei Geschwister erdrückt, beziehungsweise hat ihnen
nichts zum Essen abgegeben und sie sind deshalb eingegangen. Als er nun heraus war aus dem Nest
(sein erster und letzter Flug endete dabei tragischerweise im Wasserbecken ...) haben die Altvögel die
Kadaver hinaus geschmissen, um Platz für eine neue Brut zu schaffen.
Wir werden es nie erfahren - und sind recht traurig ob dieser Tragödie.
Vier kleine Piepmätze waren letzte Woche geschlüpft. Und heute waren sie alle tot. Aus dem Bericht meiner Frau:Alle 4 kleinen Wrens sind tot. Eines war flügge geworden, das habe ich in einem der
Plantschbecken gefunden - reingeflogen und nicht wieder rausgekommen und die anderen 3,
das ist ein Mysterium. Eines liegt tot und verletzt unter dem Gartentisch.
Daneben ein paar Beine ohne Vogel und daneben ein Bein mit einem Schnabel.
Irgendetwas hat sich die 3 Jüngeren geholt und nur das Unverdauliche zurückgelassen.
Unser erste Gedanke war Katze - doch die hätte eine grössere Schweinerei hinterlassen, denn das Nest
liegt relativ unzugänglich und versteckt im Inneren der Pflanze.
Der zweite Gedanke - ein räuberischer Rabenvogel, wie der Blue Jay, der ab und zu mal vorbei kommt.
Oder aber der flügge gewordene Vogel hat seine drei Geschwister erdrückt, beziehungsweise hat ihnen
nichts zum Essen abgegeben und sie sind deshalb eingegangen. Als er nun heraus war aus dem Nest
(sein erster und letzter Flug endete dabei tragischerweise im Wasserbecken ...) haben die Altvögel die
Kadaver hinaus geschmissen, um Platz für eine neue Brut zu schaffen.
Wir werden es nie erfahren - und sind recht traurig ob dieser Tragödie.
Pre-School
"Mami, it's humongous", sagte unsere Kleine sichtlich beeindruckt, als sie heute morgen in der Eingangshalle ihrer neuen Schule stand. Das Wort "humongous", gigantisch oder riesengroß, hatte sie ein paar Tage vorher in der Sesamstraße aufgeschnappt - und offensichtlich auf den richtigen Augenblick gewartet, um es anzuwenden.
Und dass sie dieses sehr schwierige, nicht gerade alltägliche Wort behalten und dann im richtigen Augenblick korrekt anwenden konnte, zeigte mehr als ihr kurz bevorstehender vierter Geburtstag, dass sie bereit ist für einen neuen Lebensabschnitt.
Ab heute geht sie also in die Vorschule. Dort bringen sie ihr dann Vormittags bei, welche Zahlen es gibt (alter Hut, die kennt sie schon alle, und bis zwanzig zählen kann sie auch schon), wie die Buchstaben des Alphabets aussehen (auch hier kennt sie schon die meisten) und schließlich wie man liest und schreibt (das kann sie allerdings noch nicht). Dazu noch Kunstunterricht, Sport (Fußball!) und jeden Nachmittag ausgiebig Zeit zum Spielen - mit ihren neuen Freundinnen, denn sie hat gleich heute angefangen eine Clique um sich herum aufzubauen.
Und als Mami dann Nachmittags kam um sie wieder abzuholen, wurde ihr gesagt: "Mami, you cannot take me with you, I still have to play". Aha. Ihr gefällt es also dort.
Jetzt müssen wir nur noch einen neuen Kindergarten für den Hampelstrampel finden. Morgen gehen wir los und sehen uns zwei möglichen Kandidaten an. Damit er auch wieder ein geregeltes Leben führt und nicht schon morgens nackig im Swimming Pool herumspringt ...
Und dass sie dieses sehr schwierige, nicht gerade alltägliche Wort behalten und dann im richtigen Augenblick korrekt anwenden konnte, zeigte mehr als ihr kurz bevorstehender vierter Geburtstag, dass sie bereit ist für einen neuen Lebensabschnitt.
Ab heute geht sie also in die Vorschule. Dort bringen sie ihr dann Vormittags bei, welche Zahlen es gibt (alter Hut, die kennt sie schon alle, und bis zwanzig zählen kann sie auch schon), wie die Buchstaben des Alphabets aussehen (auch hier kennt sie schon die meisten) und schließlich wie man liest und schreibt (das kann sie allerdings noch nicht). Dazu noch Kunstunterricht, Sport (Fußball!) und jeden Nachmittag ausgiebig Zeit zum Spielen - mit ihren neuen Freundinnen, denn sie hat gleich heute angefangen eine Clique um sich herum aufzubauen.
Und als Mami dann Nachmittags kam um sie wieder abzuholen, wurde ihr gesagt: "Mami, you cannot take me with you, I still have to play". Aha. Ihr gefällt es also dort.
Jetzt müssen wir nur noch einen neuen Kindergarten für den Hampelstrampel finden. Morgen gehen wir los und sehen uns zwei möglichen Kandidaten an. Damit er auch wieder ein geregeltes Leben führt und nicht schon morgens nackig im Swimming Pool herumspringt ...
Tuesday, August 31, 2010
Providence Academy
Heute haben wir schließlich die Notbremse gezogen - unsere Kinder gehen nicht mehr zur Providence Academy.
Vor gut zwei Jahren, als wir uns nach einem Kindergarten für die kleine Prinzessin umgesehen haben, war die Academy noch erste Wahl - Montessori orientiert, mit Pferden, Federvieh und Lamas auf der Wiese, mit engagierten Lehrern und einem richtigen Lehrplan.Dazu noch eine großer Spielplatz im Schatten, Exkursionen für die Großen und jede Menge Liebe für alle.
Die Verwaltung war zwar schon damals eher nicht vorhanden, das wurde aber mehr als ausgeglichen durch die tolle Atmosphäre und das Personal dort. Was uns dazu führte, letztes Jahr auch den kleinen Wipp-Wupp dort unterzubringen.
Unsere Kinder haben sich dort immer sehr wohl gefühlt und sind jeden Morgen begeistert dort hingegangen.
So ungefähr vor einem halben Jahr fingen dann einige Sachen an, uns richtig auf die Nerven zu gehen. Das Personal wechselte häufig, nie war jemand ansprechbar wenn es um Geld oder andere grundsätzliche Dinge ging, Reparaturen wurden nicht durchgeführt, die Klimaanlage funktionierte nicht richtig - was sowohl im sehr strengen letzten Winter als auch im jetzigen, normal-heißen Sommer eine echte Belastung ist - und dann fiel auch noch die beste Lehrerin wegen eines Trauerfalles wochenlang aus.
Das alles führte dann dazu, dass kein Unterricht mehr statt fand, sondern die Kinder wurden den ganzen Tag vor den Fernseher gesetzt. Auf den Spielplatz wurde auch nur noch sporadisch gegangen, weil der sich durch die fehlende, weil nie aufgefüllte, Mulch-Unterlage bei jedem Regenguss in eine Sumpflandschaft verwandelte.
Die Küche war ein Schimmelgebiet, weil sich niemand für das Saubermachen zuständig fühlte - bis es meiner Frau eines Tages reichte und sie einen ganzen Tag damit verbrachte eine Grundreinigung vorzunehmen.
Kinderstühle, die mit der Zeit einfach abgenutzt waren und gefährliche Ecken und Kanten bekamen wenn sich Teile davon lösten, wurden auch auf mehrmaligen Hinweis nicht repariert oder ausgetauscht.
Kurz, der Kindergarten wurde vernachlässigt und verkam Stück für Stück. Was uns trotzdem immer noch bei der Stange bleiben ließ, waren zwei tolle Lehrerinnen, zu denen unsere Kinder eine besondere Beziehung aufgebaut hatten.
Aber für die Große gab es dort mittelfristig keine Zukunft mehr - sie war soweit in die Vorschulklasse aufzurücken, doch das fand nicht statt weil die Lehrerin plötzlich wegging und kein Ersatz nachgeholt wurde. Stattdessen wollte die Besitzerin, die über keinerlei relevante Ausbildung dafür verfügt, die Klasse selber übernehmen. Doch dann wurde sie krank und bis heute ist auch das nicht passiert.
Stattdessen wurden, wenn die gesetzlich festgeschriebene Gruppengröße von acht Kindern pro Lehrkraft überschritten wurde, was andauernd vorkam da nun wegen Lehrermangels ja die Vorschulklasse zusammen mit den anderen Kindern in einen Raum gepfercht wurde, die überzähligen Kinder einfach an einen Tisch in der Vorhalle gesetzt und ihnen Papier und Buntstifte zur Selbstbeschäftigung gegeben. Soweit also zur Montessori-Orientierung ... Dazu kam dann noch die immer heftiger werdende Geldgier der Besitzerin - die Lehrer wurden wie Sklaven behandelt, es wurden illegale Gebühren von den Eltern gefordert, überall wurde gespart und vernachlässigt - kurz gesagt, der Laden ging rapide den Bach runter.
Übrigens war auch die feuerpolizeiliche Genehmigung für das Gebäude schon seit Wochen abgelaufen - wie auch die staatliche Erlaubnis einen Kindergarten zu betreiben ...
Deshalb hatten wir letzte Woche bereits einen neuen Kindergarten für unsere Große gesucht - und ihn nach einigem Suchen auch gefunden. Der neue Laden hat eine richtige Direktorin, die auch tatsächlich täglich vor Ort ist, zwei Damen die sich nur um die Finanzen kümmern, eine Dame am Empfang, einen staatlich genehmigten Lehrplan, ein modernes Gebäude - einfach alles, was die Providence Academy (nicht mehr) hat.
Eigentlich wollten wir unsere Prinzessin erst in ein paar Wochen dort anfangen lassen - und den Hampelstrampel dann wenn er trocken ist, denn vorher nehmen sie ihn dort nicht - doch heute ist dann das Fass übergelaufen.
Ein Ehepaar, das seine Kinder auch in der Providence Academy hat, wollte die im Vertrag festgeschriebenen Freiwilligen-Stunden (... auch so eine Abzockerei ...) damit ableisten, dass sie die diversen Tiere die zur Academy gehören, untersuchen (beide sind Tierärzte ...).
Das haben sie dann doch nicht getan, weil zur vereinbarten Stunde am letzten Wochenende die Besitzerin nicht aufgetaucht war - dafür aber die Rattenkolonie im Pferdestall sich sehr für die beiden Tierärzte interessiert hatte. Nun kann man hier in Alabama ja nicht unbedingt überall klinische Reinheit erwarten - aber Ratten in der Nähe der Kinder ... das zu tolerieren ist ein bisschen viel verlangt.
Und dann wurde uns heute - offensichtlich weil wir andauernd den schäbigen Zustand der Küche reklamiert hatten - gesagt, dass es den Eltern von nun ab verboten sei, die Küche zu betreten. Aus Hygienegründen. Aber klar doch, was sonst.
Meiner Frau ist der Kragen geplatzt - sie sollte nicht mehr zu ihren Kindern dürfen, wenn die sich in der Küche aufhielten? Entschuldigung?! Der Zugang zu unseren Kindern wird uns von niemandem verwehrt - so einfach ist das.
Also schnell die Anmeldung für die neue Schule fertig gemacht, die Sachen der Kinder geholt, die Kinder eingepackt, die Anmeldung in der neuen Schule vorbeigebracht, Kündigung bei der Providence Academy gelassen - basta.
Die Große fängt also übermorgen in der neuen Schule an (einen Tag "Ferien" bevor sie zur neuen Vor-Schulklasse geht muss schon sein ...) und der Kleine Mann wird erstmal zu Hause bleiben, bis wir für ihn etwas Neues gefunden haben. Bloß weg von diesem Krauter, bevor unsere Kiddies noch Schaden nehmen ...
Vor gut zwei Jahren, als wir uns nach einem Kindergarten für die kleine Prinzessin umgesehen haben, war die Academy noch erste Wahl - Montessori orientiert, mit Pferden, Federvieh und Lamas auf der Wiese, mit engagierten Lehrern und einem richtigen Lehrplan.Dazu noch eine großer Spielplatz im Schatten, Exkursionen für die Großen und jede Menge Liebe für alle.
Die Verwaltung war zwar schon damals eher nicht vorhanden, das wurde aber mehr als ausgeglichen durch die tolle Atmosphäre und das Personal dort. Was uns dazu führte, letztes Jahr auch den kleinen Wipp-Wupp dort unterzubringen.
Unsere Kinder haben sich dort immer sehr wohl gefühlt und sind jeden Morgen begeistert dort hingegangen.
So ungefähr vor einem halben Jahr fingen dann einige Sachen an, uns richtig auf die Nerven zu gehen. Das Personal wechselte häufig, nie war jemand ansprechbar wenn es um Geld oder andere grundsätzliche Dinge ging, Reparaturen wurden nicht durchgeführt, die Klimaanlage funktionierte nicht richtig - was sowohl im sehr strengen letzten Winter als auch im jetzigen, normal-heißen Sommer eine echte Belastung ist - und dann fiel auch noch die beste Lehrerin wegen eines Trauerfalles wochenlang aus.
Das alles führte dann dazu, dass kein Unterricht mehr statt fand, sondern die Kinder wurden den ganzen Tag vor den Fernseher gesetzt. Auf den Spielplatz wurde auch nur noch sporadisch gegangen, weil der sich durch die fehlende, weil nie aufgefüllte, Mulch-Unterlage bei jedem Regenguss in eine Sumpflandschaft verwandelte.
Die Küche war ein Schimmelgebiet, weil sich niemand für das Saubermachen zuständig fühlte - bis es meiner Frau eines Tages reichte und sie einen ganzen Tag damit verbrachte eine Grundreinigung vorzunehmen.
Kinderstühle, die mit der Zeit einfach abgenutzt waren und gefährliche Ecken und Kanten bekamen wenn sich Teile davon lösten, wurden auch auf mehrmaligen Hinweis nicht repariert oder ausgetauscht.
Kurz, der Kindergarten wurde vernachlässigt und verkam Stück für Stück. Was uns trotzdem immer noch bei der Stange bleiben ließ, waren zwei tolle Lehrerinnen, zu denen unsere Kinder eine besondere Beziehung aufgebaut hatten.
Aber für die Große gab es dort mittelfristig keine Zukunft mehr - sie war soweit in die Vorschulklasse aufzurücken, doch das fand nicht statt weil die Lehrerin plötzlich wegging und kein Ersatz nachgeholt wurde. Stattdessen wollte die Besitzerin, die über keinerlei relevante Ausbildung dafür verfügt, die Klasse selber übernehmen. Doch dann wurde sie krank und bis heute ist auch das nicht passiert.
Stattdessen wurden, wenn die gesetzlich festgeschriebene Gruppengröße von acht Kindern pro Lehrkraft überschritten wurde, was andauernd vorkam da nun wegen Lehrermangels ja die Vorschulklasse zusammen mit den anderen Kindern in einen Raum gepfercht wurde, die überzähligen Kinder einfach an einen Tisch in der Vorhalle gesetzt und ihnen Papier und Buntstifte zur Selbstbeschäftigung gegeben. Soweit also zur Montessori-Orientierung ... Dazu kam dann noch die immer heftiger werdende Geldgier der Besitzerin - die Lehrer wurden wie Sklaven behandelt, es wurden illegale Gebühren von den Eltern gefordert, überall wurde gespart und vernachlässigt - kurz gesagt, der Laden ging rapide den Bach runter.
Übrigens war auch die feuerpolizeiliche Genehmigung für das Gebäude schon seit Wochen abgelaufen - wie auch die staatliche Erlaubnis einen Kindergarten zu betreiben ...
Deshalb hatten wir letzte Woche bereits einen neuen Kindergarten für unsere Große gesucht - und ihn nach einigem Suchen auch gefunden. Der neue Laden hat eine richtige Direktorin, die auch tatsächlich täglich vor Ort ist, zwei Damen die sich nur um die Finanzen kümmern, eine Dame am Empfang, einen staatlich genehmigten Lehrplan, ein modernes Gebäude - einfach alles, was die Providence Academy (nicht mehr) hat.
Eigentlich wollten wir unsere Prinzessin erst in ein paar Wochen dort anfangen lassen - und den Hampelstrampel dann wenn er trocken ist, denn vorher nehmen sie ihn dort nicht - doch heute ist dann das Fass übergelaufen.
Ein Ehepaar, das seine Kinder auch in der Providence Academy hat, wollte die im Vertrag festgeschriebenen Freiwilligen-Stunden (... auch so eine Abzockerei ...) damit ableisten, dass sie die diversen Tiere die zur Academy gehören, untersuchen (beide sind Tierärzte ...).
Das haben sie dann doch nicht getan, weil zur vereinbarten Stunde am letzten Wochenende die Besitzerin nicht aufgetaucht war - dafür aber die Rattenkolonie im Pferdestall sich sehr für die beiden Tierärzte interessiert hatte. Nun kann man hier in Alabama ja nicht unbedingt überall klinische Reinheit erwarten - aber Ratten in der Nähe der Kinder ... das zu tolerieren ist ein bisschen viel verlangt.
Und dann wurde uns heute - offensichtlich weil wir andauernd den schäbigen Zustand der Küche reklamiert hatten - gesagt, dass es den Eltern von nun ab verboten sei, die Küche zu betreten. Aus Hygienegründen. Aber klar doch, was sonst.
Meiner Frau ist der Kragen geplatzt - sie sollte nicht mehr zu ihren Kindern dürfen, wenn die sich in der Küche aufhielten? Entschuldigung?! Der Zugang zu unseren Kindern wird uns von niemandem verwehrt - so einfach ist das.
Also schnell die Anmeldung für die neue Schule fertig gemacht, die Sachen der Kinder geholt, die Kinder eingepackt, die Anmeldung in der neuen Schule vorbeigebracht, Kündigung bei der Providence Academy gelassen - basta.
Die Große fängt also übermorgen in der neuen Schule an (einen Tag "Ferien" bevor sie zur neuen Vor-Schulklasse geht muss schon sein ...) und der Kleine Mann wird erstmal zu Hause bleiben, bis wir für ihn etwas Neues gefunden haben. Bloß weg von diesem Krauter, bevor unsere Kiddies noch Schaden nehmen ...
Sunday, August 29, 2010
Takers
Gestern waren wir in einer Parallel-Welt.
Wir waren so ziemlich das einzige weiße Paar im dreihundert Leute fassenden Kinosaal. Alles andere um uns herum waren Schwarze, davon siebzig Prozent "Bitches", wie deren Weiber sich selbst gerne titulieren. Hört sich jetzt irgendwie schon grenzwertig rassistisch an, nicht wahr? Kommt noch besser.
Der Film, den wir uns angesehen haben, war "Takers" - ein handwerklich gut gemachter aber sonst doch eher vorhersehbarer und stromlinienförmiger Räuber und Gendarm Streifen.
Was ihn für das schwarze Publikum so sehenswert macht ist die Besetzungsliste der Gangster - der Schläger-Freund von Rihanna, ein Hip-Hop-Produzent und Sänger, der früher mal Drogendealer war und erst kürzlich ein Jahr wegen illegalem Waffenbesitzes abgesessen hat und so weiter und so fort.
Das sind also die Helden der Schwarzen. Schon ein bisschen rassistischer, diese Aussage, nicht wahr?
Eigentlich nicht, denn an den Reaktionen des Publikums war diese Aussage sehr gut verifizierbar. Wann immer einer der Gangster der Polizei entkam, Geld einsackte, ein tolles Motorrad fuhr oder unbeteiligte Zivilisten bei der Flucht an die Wand schubste, brandete tosende Applaus auf.
Ekstatisch wurde es dann in zwei oder drei Szenen, in denen nackte/halbnackte (schwarze) Männerkörper zu sehen waren - wie eine Kongregation von Teenagern, mit spitzen Schreien, guturalen Lauten und "Yeah Baby" Rufen. Der Kinosaal drohte zu explodieren als der Boss-Gangster sich vom Bett erhob und eine sehr knappe, nichts der Fantasie überlassende Unterhose spazieren trug.
Einfach nur peinlich. Die minutenlange Reaktion des Publikums, nicht die anderthalb Sekunden lange Szene an sich.
Zusammenfassend ergibt sich also dieses Bild: Schwarze unterscheiden nicht nach Gut und Böse, sondern nach Hautfarbe; frauenfeindliche Schlägertypen und verurteilte Drogendealer sind die wahren Helden der Schwarzen; Geld und Statussymbole sind wichtiger als Moral und Anstand; schwarze Bitches stehen auf richtige Männer, die schon mal handfest werden - auch ihnen gegenüber; ein richtiger Mann ist nur, wer Geld hat und gut geflüllte, knappe Unterwäsche trägt - und das möglichst sichtbar; und Sex wird, obwohl kichernd und rot werdend, sehr aggressiv behandelt und die Peinlichkeitsgrenze ist ziemlich niedrig.
So, da ist er jetzt endlich, der Rassismus.
Oder vielleicht ist es auch nur Realismus. Denn was wir in diesem Kino beobachten konnten war nur ein Mikrokosmos der Schwarzen-Kultur, wie sie im täglichen Leben - ohne dass wir sie großartig wahrnehmen - um uns herum statt findet.
Die Ausdrücke in der Sprache und die Melodie mit der man spricht, die Kleidung die man traegt, die Automarken die man fährt und das Tuning das man den "Rides" angedeihen lässt,, die Filme die man sich ansieht, die Musik die man hört, die Kirche in die man geht und nicht zuletzt die Ziele, die man im Leben hat - das alles ist völlig verschieden vom weißen Mainstream Amerika. Diese beiden Kulturen existieren hier nebeneinander und Überlappungen oder Berührungspunkte gibt es kaum.
Und nein, Michael Jackson zählt nicht - der war nur ein trainierter Affe für den Zirkus des weißen Mannes.
Und wenn man dann als relativ unvoreingenommener, Rassismus ablehnender, toleranter und aufgeschlossener Europäer hier mit diesen zwei Welten konfrontiert wird, findet man schnell heraus dass es Rassismus nicht nur von Weißen gegen Schwarze gibt, sondern dass das auch durchaus umgekehrt funktioniert. Die andere Seite will nämlich in der Regel auch nichts mit uns Kalkleisten zu tun haben und lieber ungestört in ihrer eigenen Kultur leben.
Aber das will im Multi-Kulti-Friede-Freude-Eierkuchen seligen Europa ja niemand hören - ausser vielleicht der Herr Sarazin. Hier, im Land der Einwanderer aus allen Kulturkreisen der Erde ist es tägliche Realität - alle Menschen werden eben nicht Brüder, sondern vermeiden jeden unnötigen Kontakt zu "fremdem" Kulturen und lassen einander in Frieden leben - mehr oder weniger ... und der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich alle einigen können, ist der Cheeseburger - außer für die Hindus, denn der ist ja aus Kuhfleisch gemacht ...
Wir waren so ziemlich das einzige weiße Paar im dreihundert Leute fassenden Kinosaal. Alles andere um uns herum waren Schwarze, davon siebzig Prozent "Bitches", wie deren Weiber sich selbst gerne titulieren. Hört sich jetzt irgendwie schon grenzwertig rassistisch an, nicht wahr? Kommt noch besser.
Der Film, den wir uns angesehen haben, war "Takers" - ein handwerklich gut gemachter aber sonst doch eher vorhersehbarer und stromlinienförmiger Räuber und Gendarm Streifen.
Was ihn für das schwarze Publikum so sehenswert macht ist die Besetzungsliste der Gangster - der Schläger-Freund von Rihanna, ein Hip-Hop-Produzent und Sänger, der früher mal Drogendealer war und erst kürzlich ein Jahr wegen illegalem Waffenbesitzes abgesessen hat und so weiter und so fort.
Das sind also die Helden der Schwarzen. Schon ein bisschen rassistischer, diese Aussage, nicht wahr?
Eigentlich nicht, denn an den Reaktionen des Publikums war diese Aussage sehr gut verifizierbar. Wann immer einer der Gangster der Polizei entkam, Geld einsackte, ein tolles Motorrad fuhr oder unbeteiligte Zivilisten bei der Flucht an die Wand schubste, brandete tosende Applaus auf.
Ekstatisch wurde es dann in zwei oder drei Szenen, in denen nackte/halbnackte (schwarze) Männerkörper zu sehen waren - wie eine Kongregation von Teenagern, mit spitzen Schreien, guturalen Lauten und "Yeah Baby" Rufen. Der Kinosaal drohte zu explodieren als der Boss-Gangster sich vom Bett erhob und eine sehr knappe, nichts der Fantasie überlassende Unterhose spazieren trug.
Einfach nur peinlich. Die minutenlange Reaktion des Publikums, nicht die anderthalb Sekunden lange Szene an sich.
Zusammenfassend ergibt sich also dieses Bild: Schwarze unterscheiden nicht nach Gut und Böse, sondern nach Hautfarbe; frauenfeindliche Schlägertypen und verurteilte Drogendealer sind die wahren Helden der Schwarzen; Geld und Statussymbole sind wichtiger als Moral und Anstand; schwarze Bitches stehen auf richtige Männer, die schon mal handfest werden - auch ihnen gegenüber; ein richtiger Mann ist nur, wer Geld hat und gut geflüllte, knappe Unterwäsche trägt - und das möglichst sichtbar; und Sex wird, obwohl kichernd und rot werdend, sehr aggressiv behandelt und die Peinlichkeitsgrenze ist ziemlich niedrig.
So, da ist er jetzt endlich, der Rassismus.
Oder vielleicht ist es auch nur Realismus. Denn was wir in diesem Kino beobachten konnten war nur ein Mikrokosmos der Schwarzen-Kultur, wie sie im täglichen Leben - ohne dass wir sie großartig wahrnehmen - um uns herum statt findet.
Die Ausdrücke in der Sprache und die Melodie mit der man spricht, die Kleidung die man traegt, die Automarken die man fährt und das Tuning das man den "Rides" angedeihen lässt,, die Filme die man sich ansieht, die Musik die man hört, die Kirche in die man geht und nicht zuletzt die Ziele, die man im Leben hat - das alles ist völlig verschieden vom weißen Mainstream Amerika. Diese beiden Kulturen existieren hier nebeneinander und Überlappungen oder Berührungspunkte gibt es kaum.
Und nein, Michael Jackson zählt nicht - der war nur ein trainierter Affe für den Zirkus des weißen Mannes.
Und wenn man dann als relativ unvoreingenommener, Rassismus ablehnender, toleranter und aufgeschlossener Europäer hier mit diesen zwei Welten konfrontiert wird, findet man schnell heraus dass es Rassismus nicht nur von Weißen gegen Schwarze gibt, sondern dass das auch durchaus umgekehrt funktioniert. Die andere Seite will nämlich in der Regel auch nichts mit uns Kalkleisten zu tun haben und lieber ungestört in ihrer eigenen Kultur leben.
Aber das will im Multi-Kulti-Friede-Freude-Eierkuchen seligen Europa ja niemand hören - ausser vielleicht der Herr Sarazin. Hier, im Land der Einwanderer aus allen Kulturkreisen der Erde ist es tägliche Realität - alle Menschen werden eben nicht Brüder, sondern vermeiden jeden unnötigen Kontakt zu "fremdem" Kulturen und lassen einander in Frieden leben - mehr oder weniger ... und der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich alle einigen können, ist der Cheeseburger - außer für die Hindus, denn der ist ja aus Kuhfleisch gemacht ...
Sunday, August 22, 2010
Marlins vs Astros
Teil Drei meines Wochenendes - Major League Baseball.
Nachdem ich in 2008 nur einmal (bei den Braves in Atlanta) und letztes Jahr überhaupt nicht beim Baseball war, musste ich diese Gelegenheit einfach nutzen.
In Florida gibt es zwei Major League Baseball Clubs - die sehr guten Rays in Tampa Bay und die gar nicht mal so schlechten Marlins in Miami.
Tampa Bay ist eine Stunde Fahrerei, Miami dreieinhalb Stunden. Leider spielten die Rays heute aber nicht zuhause, also bin ich nach Miami gefahren - auf dem Florida Turnpike, siehe vorheriger Eintrag.
In 2012 bekommen die Marlins ein neues, speziell auf Baseball ausgerichtetes Stadion. Im Moment spielen sie noch im Football Stadion der Miami Dolphins, was nicht so ganz toll ist. Erstens unterscheiden sich die Geometrien der beiden Spielfelder ganz erheblich, was bei Doppelnutzung eines Stadions immer die Fans derjenigen Sportart, für die das Stadion nicht ausgelegt war, in die Röhre schauen lässt. Das Dreieck eines Baseballfeldes in ein rechteckiges Football-Stadion zu pressen bedeutet immer, dass einige Sitzplätze eine recht miserable, weil weit entfernte, Sicht haben.
Und zweitens ist das Sun Life Stadium, vormals Joe Robbie Stadium, danach Pro Player Stadium, bald Dolphins Stadium, gebaut in 1987, so ziemlich das lausigste Höllenloch, das man sich als Sportfan vorstellen kann.
Hoch umschlossen von allen vier Seiten, ähnelt es einer großen Schüssel. Kein Luftzug verirrt sich auf die unteren Ränge und so brät man gnadenlos in der Sonne - denn im ganzen Stadion gibt es nicht einen, ich wiederhole, nicht einen schattigen Platz! Anderen Stadien in denen ich war haben wenigstens zumindest die eine oder andere überdachte Sektion. Hier nicht, alles liegt gnadenlos der Sonne preisgegeben.
Zum Glück war es heute wenigstens zeitweise einigermaßen bewölkt, doch der Hitze in der Schüssel tat das keinen Abbruch. Meine Klamotten kann ich wegschmeißen, die sind jenseits von durchgeschwitzt, die sind in Auflösung begriffen.
Die Marlins-Organisation hat dieses miese Klima im Stadion als einen der Hauptgründe für die katastrophalen Zuschauerzahlen identifiziert - das neue Stadion wird ein ausfahrbares Dach haben.
Und das Spiel? Nun ja, die Atmosphäre war trotz der nur etwa sechstausend anwesenden Fans im 68000 fassenden Stadion gar nicht einmal so schlecht. Die, die da waren sind wohl die Hardcore-Fans und dementsprechend wurde die Mannschaft dann auch angefeuert.
Geholfen haben dabei die beim Baseball doch eher sehr unüblichen Cheerleader - die gehören auch zum grandiosen Plan des Managements, mehr Zuschauer ins Stadion zu locken. Ein persönlicher Palmwedel-Sklave wäre mir lieber gewesen ...
Ich hatte einen wirklich guten Platz, direkt hinter der Home Base und konnte die Action quasi wie zuhause am TV verfolgen.
Nachdem die Houston Astros, die dieses Jahr grottenschlecht sind, früh in Führung gegangen waren, glichen die Florida Marlins schließlich aus, nur um dann durch einen Home Run im achten Inning doch noch knapp mit 2 zu 1 zu verlieren.
War also ein spannendes Spiel, wenn auch nicht besonders hochklassig. Dafür verfügen weder die Marlins noch die Astros über das notwendige Spielermaterial.
Die Astros hatte ich bereits 1996 einmal live gesehen, als ich mit meiner Schwester und ihrem damals fünf Jahre alten Sohn eine Woche Urlaub in Orlando gemacht hatte. Damals waren noch die berühmten Killer-B's dabei - Berkman, Biggio, Bagwell, Bell. Die heutige Mannschaft dagegen besteht aus Nobody's - nicht einer war dabei, den ich kannte ...
Beide Teams sind seit einigen Jahren in einer Phase des Neuaufbaus mit jungen Talenten und haben die Spieler mit den großen Namen (und den großen Gehältern) nicht halten können - was im Falle der Marlins nicht weiter überraschend ist, wenn niemand zu den Spielen geht und somit kein Geld in die Kasse kommt. Mit dem neuen Stadion wird dann ab 2012 alles besser - und dann gehe ich gerne auch mal wieder dahin. Aber nur, wenn sie das Dach zu machen und die Klimaanlage anstellen ...
Nachdem ich in 2008 nur einmal (bei den Braves in Atlanta) und letztes Jahr überhaupt nicht beim Baseball war, musste ich diese Gelegenheit einfach nutzen.
In Florida gibt es zwei Major League Baseball Clubs - die sehr guten Rays in Tampa Bay und die gar nicht mal so schlechten Marlins in Miami.
Tampa Bay ist eine Stunde Fahrerei, Miami dreieinhalb Stunden. Leider spielten die Rays heute aber nicht zuhause, also bin ich nach Miami gefahren - auf dem Florida Turnpike, siehe vorheriger Eintrag.
In 2012 bekommen die Marlins ein neues, speziell auf Baseball ausgerichtetes Stadion. Im Moment spielen sie noch im Football Stadion der Miami Dolphins, was nicht so ganz toll ist. Erstens unterscheiden sich die Geometrien der beiden Spielfelder ganz erheblich, was bei Doppelnutzung eines Stadions immer die Fans derjenigen Sportart, für die das Stadion nicht ausgelegt war, in die Röhre schauen lässt. Das Dreieck eines Baseballfeldes in ein rechteckiges Football-Stadion zu pressen bedeutet immer, dass einige Sitzplätze eine recht miserable, weil weit entfernte, Sicht haben.
Und zweitens ist das Sun Life Stadium, vormals Joe Robbie Stadium, danach Pro Player Stadium, bald Dolphins Stadium, gebaut in 1987, so ziemlich das lausigste Höllenloch, das man sich als Sportfan vorstellen kann.
Hoch umschlossen von allen vier Seiten, ähnelt es einer großen Schüssel. Kein Luftzug verirrt sich auf die unteren Ränge und so brät man gnadenlos in der Sonne - denn im ganzen Stadion gibt es nicht einen, ich wiederhole, nicht einen schattigen Platz! Anderen Stadien in denen ich war haben wenigstens zumindest die eine oder andere überdachte Sektion. Hier nicht, alles liegt gnadenlos der Sonne preisgegeben.
Zum Glück war es heute wenigstens zeitweise einigermaßen bewölkt, doch der Hitze in der Schüssel tat das keinen Abbruch. Meine Klamotten kann ich wegschmeißen, die sind jenseits von durchgeschwitzt, die sind in Auflösung begriffen.
Die Marlins-Organisation hat dieses miese Klima im Stadion als einen der Hauptgründe für die katastrophalen Zuschauerzahlen identifiziert - das neue Stadion wird ein ausfahrbares Dach haben.
Und das Spiel? Nun ja, die Atmosphäre war trotz der nur etwa sechstausend anwesenden Fans im 68000 fassenden Stadion gar nicht einmal so schlecht. Die, die da waren sind wohl die Hardcore-Fans und dementsprechend wurde die Mannschaft dann auch angefeuert.
Geholfen haben dabei die beim Baseball doch eher sehr unüblichen Cheerleader - die gehören auch zum grandiosen Plan des Managements, mehr Zuschauer ins Stadion zu locken. Ein persönlicher Palmwedel-Sklave wäre mir lieber gewesen ...
Ich hatte einen wirklich guten Platz, direkt hinter der Home Base und konnte die Action quasi wie zuhause am TV verfolgen.
Nachdem die Houston Astros, die dieses Jahr grottenschlecht sind, früh in Führung gegangen waren, glichen die Florida Marlins schließlich aus, nur um dann durch einen Home Run im achten Inning doch noch knapp mit 2 zu 1 zu verlieren.
War also ein spannendes Spiel, wenn auch nicht besonders hochklassig. Dafür verfügen weder die Marlins noch die Astros über das notwendige Spielermaterial.
Die Astros hatte ich bereits 1996 einmal live gesehen, als ich mit meiner Schwester und ihrem damals fünf Jahre alten Sohn eine Woche Urlaub in Orlando gemacht hatte. Damals waren noch die berühmten Killer-B's dabei - Berkman, Biggio, Bagwell, Bell. Die heutige Mannschaft dagegen besteht aus Nobody's - nicht einer war dabei, den ich kannte ...
Beide Teams sind seit einigen Jahren in einer Phase des Neuaufbaus mit jungen Talenten und haben die Spieler mit den großen Namen (und den großen Gehältern) nicht halten können - was im Falle der Marlins nicht weiter überraschend ist, wenn niemand zu den Spielen geht und somit kein Geld in die Kasse kommt. Mit dem neuen Stadion wird dann ab 2012 alles besser - und dann gehe ich gerne auch mal wieder dahin. Aber nur, wenn sie das Dach zu machen und die Klimaanlage anstellen ...
Toll
Irgendwann in den 1950er Jahren wurde es klar, dass der aufkommende Tourismus in Florida eine bessere Verkehrsinfrastruktur notwendig machte, als dies durch die staatlichen Bauprogramme möglich war. Daher beschloss Florida, eigenfinanzierte Fernverkehrsstraßen zu bauen. Daher gibt es nun in Florida neben den staatlich finanzierten und verwaltetet Interstates 75 (an der Westküste entlang) und 95 (an der Ostküste entlang) und 4 (quer durch von Orlando bis Tampa) jede Menge dem Bundesstaat Florida gehörende "Autobahnen". Man kann den Unterschied zwischen US Interstate und Florida Turnpike (und all den anderen Turnpikes) recht gut mit einer Bahnstrecke vergleichen - die Interstates haben Ausfahrten an jeder Milchkanne, die Turnpikes sind wie der ICE, der nur in wenigen Bahnhöfen hält und dementsprechend schneller ist. Die Benutzung dieser Express-strecken ist natürlich nicht umsonst, irgendwie muss der Staat Florida das Ganze ja auch finanzieren.
Gute dreissig Dollar haben mich die rund fuenfhundert Meilen von Orlando zum Sun Life Stadium in Miami auf dem Florida Turnpike, der ziemlich in der Mitte der Interstates 75 und 95 von Nord nach Süd durch Florida verläuft, an Maut gekostet.
Dafür gab es keinen Stau, die Straßen waren in Tip-Top Zustand und die Rastplätze (alle fünfundvierzig Meilen im Durchschnitt) waren sauber, gut ausgestattet und nicht zu teuer.
Das einzig ätzende war, dass man ab und zu anhalten musste um seinen Obolus zu entrichten. Zwar gibt es auch ein elektronisches Abbuchungssystem, das mit einem Sender im Fahrzeug funktioniert und mit dem man ganz einfach durch die Mautstationen durchrauschen kann. Das hatte ich aber nicht, denn die Anschaffung lohnte sich nicht für dieses eine Mal.
Zum Glück kann man noch in Bar bezahlen, doch das wird sich nächstes Jahr ändern, wenn alle Mautstationen auf das elektronische System umgestellt werden. Wer das dann nicht hat, wird beim Durchfahren fotografiert und die Rechnung wird dann nach Hause geschickt - mit entsprechendem Verwaltungskostenaufschlag natürlich. Noch teurer wird es, wenn man wie ich mit dem Mietwagen unterwegs ist, denn da kommen dann noch die Gebühren der Mietwagenfirma drauf.
Aber dieses Mal konnte ich ja noch Bar bezahlen und so waren die rund sieben Stunden auf dem Turnpike, auf dem das Sun Life Stadion übrigens eine eigene Ausfahrt hat, die einen nach hundert Metern direkt auf den Stadionparkplatz führt, eine entspannte und wenig anstrengende Angelegenheit. Vielleicht lag es auch daran, dass hinter jeder Ecke ein State Trooper wartete und die meisten Verkehrsteilnehmer sehr gesittet und innerhalb des Tempolimits fuhren ...
Gute dreissig Dollar haben mich die rund fuenfhundert Meilen von Orlando zum Sun Life Stadium in Miami auf dem Florida Turnpike, der ziemlich in der Mitte der Interstates 75 und 95 von Nord nach Süd durch Florida verläuft, an Maut gekostet.
Dafür gab es keinen Stau, die Straßen waren in Tip-Top Zustand und die Rastplätze (alle fünfundvierzig Meilen im Durchschnitt) waren sauber, gut ausgestattet und nicht zu teuer.
Das einzig ätzende war, dass man ab und zu anhalten musste um seinen Obolus zu entrichten. Zwar gibt es auch ein elektronisches Abbuchungssystem, das mit einem Sender im Fahrzeug funktioniert und mit dem man ganz einfach durch die Mautstationen durchrauschen kann. Das hatte ich aber nicht, denn die Anschaffung lohnte sich nicht für dieses eine Mal.
Zum Glück kann man noch in Bar bezahlen, doch das wird sich nächstes Jahr ändern, wenn alle Mautstationen auf das elektronische System umgestellt werden. Wer das dann nicht hat, wird beim Durchfahren fotografiert und die Rechnung wird dann nach Hause geschickt - mit entsprechendem Verwaltungskostenaufschlag natürlich. Noch teurer wird es, wenn man wie ich mit dem Mietwagen unterwegs ist, denn da kommen dann noch die Gebühren der Mietwagenfirma drauf.
Aber dieses Mal konnte ich ja noch Bar bezahlen und so waren die rund sieben Stunden auf dem Turnpike, auf dem das Sun Life Stadion übrigens eine eigene Ausfahrt hat, die einen nach hundert Metern direkt auf den Stadionparkplatz führt, eine entspannte und wenig anstrengende Angelegenheit. Vielleicht lag es auch daran, dass hinter jeder Ecke ein State Trooper wartete und die meisten Verkehrsteilnehmer sehr gesittet und innerhalb des Tempolimits fuhren ...
Saturday, August 21, 2010
Kennedy Space Center
Huntsville ist ja die Rocket City - immerhin wurden hier von der Redstone Rocket bis zur Saturn V alle wichtigen US-Raumfahrtraketen von Wernher von Braun entwickelt.
Teile der International Space Station wurden hier im Marshall Space Flight Center gebaut, wo auch das Missionsmanagement der ISS untergebracht ist.
Die US Army hat hier ihr Space and Missile Defence Project Office, das PATRIOT, THAAD und viele weitere Lenkflugkörperprogramme betreut. Zusammen mit Italienern und Deutschen wird MEADS, der Ersatz fuer PATRIOT, entwickelt. Kurzum - hier dreht sich alles um Raketen.
Das US Space and Rocket Center ist dieser Tradition verpflichtet und stellt in seinem Museum ueberwiegend Raketen aus ... man sitzt ja hier sozusagen an der Quelle.
An einer Quelle ganz anderer, obwohl eng verwandter, Art sitzt das Kennedy Space Center in Cape Canaveral. Hier wurden keine Raketen entwickelt, sondern gestartet - es ist der Weltraumbahnhof der USA.
Und dort war ich heute, im zweiten Teil meines Wochenendzeittotschlagprogrammes in Orlando.
Von Orlando ist das Space Center nur eine gute Stunde entfernt und einfach zu erreichen.
Dort haben sie zwar auch Raketen, sogar eine Saturn V in einer Halle horizontal aufgehängt, wie im Davidson Center in Huntsville. Aber vor allen Dingen haben sie dort die originalen Startanlagen für die Mondlandemissionen (nicht mehr in Betrieb) und die Space Shuttles (noch in Betrieb), plus ein halbes Dutzend kleinerer Startanlagen für alle möglichen anderen Raketen.
Dazu noch die riesige Integrationshalle für die Shuttles, Alligatoren und Palmen. Beeindruckend.
Jetzt muss es mir nur noch gelingen endlich einen Shuttle Start live mitzuerleben. Den idealen Beobachtungspunkt dafür habe ich mir schon angesehen - zwei Chancen bleiben mir noch ...
Teile der International Space Station wurden hier im Marshall Space Flight Center gebaut, wo auch das Missionsmanagement der ISS untergebracht ist.
Die US Army hat hier ihr Space and Missile Defence Project Office, das PATRIOT, THAAD und viele weitere Lenkflugkörperprogramme betreut. Zusammen mit Italienern und Deutschen wird MEADS, der Ersatz fuer PATRIOT, entwickelt. Kurzum - hier dreht sich alles um Raketen.
Das US Space and Rocket Center ist dieser Tradition verpflichtet und stellt in seinem Museum ueberwiegend Raketen aus ... man sitzt ja hier sozusagen an der Quelle.
An einer Quelle ganz anderer, obwohl eng verwandter, Art sitzt das Kennedy Space Center in Cape Canaveral. Hier wurden keine Raketen entwickelt, sondern gestartet - es ist der Weltraumbahnhof der USA.
Und dort war ich heute, im zweiten Teil meines Wochenendzeittotschlagprogrammes in Orlando.
Von Orlando ist das Space Center nur eine gute Stunde entfernt und einfach zu erreichen.
Dort haben sie zwar auch Raketen, sogar eine Saturn V in einer Halle horizontal aufgehängt, wie im Davidson Center in Huntsville. Aber vor allen Dingen haben sie dort die originalen Startanlagen für die Mondlandemissionen (nicht mehr in Betrieb) und die Space Shuttles (noch in Betrieb), plus ein halbes Dutzend kleinerer Startanlagen für alle möglichen anderen Raketen.
Dazu noch die riesige Integrationshalle für die Shuttles, Alligatoren und Palmen. Beeindruckend.
Jetzt muss es mir nur noch gelingen endlich einen Shuttle Start live mitzuerleben. Den idealen Beobachtungspunkt dafür habe ich mir schon angesehen - zwei Chancen bleiben mir noch ...
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Friday, August 20, 2010
Anna Maria Island
Da ich ja nun schon einmal an der Westküste (von Florida ...) war, dachte ich mir, dass ein Besuch am Strand eigentlich auch eine ganz gute Idee wäre. Es war ein heißer, sonniger Tag, die Einheimischen hatten mir sowieso einen Besuch auf Anna Maria Island ans Herz gelegt und so fuhr ich einfach hin.
Die Insel wurde vom spanischen Konquistadoren Ponce de Leon zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts nach Maria Anna von der Pfalz-Neuburg, der deutschen Frau des spanischen Königs Karl II. benannt. Sie ist ungefähr zehn Kilometer lang und zwei bis drei Kilometer breit und liegt am Eingang der Tampa Bay.
Die Insel ist ein sehr beliebtes Ferienziel und mit ihren bunten Häusern, den blütenweißen Stränden, den Angler-Piers und den unzähligen Palmen sieht sie aus wie ein Klischee aus dem Pauschalreisekatalog.
Mir hat es trotzdem - oder gerade deswegen - sehr dort gefallen. am Strand spazieren gehen, das warme Wasser des Golfes um die Füße spülen lassen, Muscheln sammeln, dem Rauschen der Palmen zuzuhören ... kurz, einfach mal die Seele baumeln zu lassen und abzuschalten war schon toll, nach all dem Stress der letzten Wochen. Nächste Woche ist dann endlich die Zielgerade erreicht und das Design Review, das uns jetzt schon über zwei Jahre beschäftigt hat, abgeschlossen. Das war ein Marathon der besonderen Art aber am Strand von Anna Maria Island habe ich nicht eine Minute daran gedacht. Dazu war es einfach zu paradiesisch dort ...
Ach ja, der Ölteppich ... habe ich nix von gesehen. Nur herrlich blau-grünes Wasser und weiße Strände ... wie gesagt, paradiesisch ...
Die Insel wurde vom spanischen Konquistadoren Ponce de Leon zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts nach Maria Anna von der Pfalz-Neuburg, der deutschen Frau des spanischen Königs Karl II. benannt. Sie ist ungefähr zehn Kilometer lang und zwei bis drei Kilometer breit und liegt am Eingang der Tampa Bay.
Die Insel ist ein sehr beliebtes Ferienziel und mit ihren bunten Häusern, den blütenweißen Stränden, den Angler-Piers und den unzähligen Palmen sieht sie aus wie ein Klischee aus dem Pauschalreisekatalog.
Mir hat es trotzdem - oder gerade deswegen - sehr dort gefallen. am Strand spazieren gehen, das warme Wasser des Golfes um die Füße spülen lassen, Muscheln sammeln, dem Rauschen der Palmen zuzuhören ... kurz, einfach mal die Seele baumeln zu lassen und abzuschalten war schon toll, nach all dem Stress der letzten Wochen. Nächste Woche ist dann endlich die Zielgerade erreicht und das Design Review, das uns jetzt schon über zwei Jahre beschäftigt hat, abgeschlossen. Das war ein Marathon der besonderen Art aber am Strand von Anna Maria Island habe ich nicht eine Minute daran gedacht. Dazu war es einfach zu paradiesisch dort ...
Ach ja, der Ölteppich ... habe ich nix von gesehen. Nur herrlich blau-grünes Wasser und weiße Strände ... wie gesagt, paradiesisch ...
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