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Saturday, August 6, 2011

Titans rule no more

Nachdem sie die reguläre Saison ohne Niederlage hinter sich gebracht hatten und auch das erste Play-off Spiel am letzten Wochenende für sich entscheiden konnte, trafen die Nationalen Champions des vergangenen Jahres, unsere Rocket City Titans heute auf Nashville Storm - die sie in der Saison zweimal klar besiegt hatten.
Und auch dieses Spiel hätten sie - knapp - gewinnen müssen. Zwei Minuten vor Ende standen sie vor der gegnerischen Endzone und hätten nur noch ein Field Goal erzielen müssen, dann wäre der Käse gegessen gewesen. Statt dessen werden sie zurück gedrängt bis fast an die Mittellinie, der Field Goal Versuch aus 51 Yards geht daneben und im Gegenzug erzielt Nashville den entscheidenden Touch Down - mit 12 Sekunden auf der Uhr.
34 zu 27.Nix ist mit Titelverteidigung. Statt dessen spielt jetzt der Erzfeind um den Titel.
Nun ja, man muss aber auch die positive Seite sehen - gegründet wurden die Titans erst letztes Jahr, holten gleich den Titel und kamen in ihrem zweiten Jahr bis ins Halbfinale. So ein richtiger Trost ist das ja nicht aber eines steht jetzt schon fest - die beiden Spiele gegen Nashville werden die Höhepunkte der nächsten Saison ...

Saturday, June 4, 2011

Rocket City United

Alles außer Amerikanisch.
Auf dem Fußballplatz hörte man Rufe in Arabisch,  mehreren afrikanischen Sprachen, Japanisch, Jamaikanisch (so eine Art Rasta-Pidgin-Englisch), Spanisch und Cockney-Englisch. Kein Wunder, denn die  Spieler kamen halt aus allen anderen Kontinenten außer Nord-Amerika.
Ihre Namen sprechen für sich: Juan Arbelaez, Ramiro Canovas, Aziz Izmour, Kingsley Morgan, Tornubari Byonebue, Moses Adeniran, Fatai Alabi, usuf Isiaka, Yuki Kariya, Samadu Mutumba.

Eines meiner kleinen Projekte ist dieses Jahr zu mindestens einem Spiel aller Semi-Professionellen Sport-Teams in Huntsville zu gehen. Es gibt sechs davon, in verschiedenen Sportarten:
Rocket City Titans (Football), Tennessee Valley Tigers (Frauen-Football), Huntsville Havoc (Eishockey), Huntsville Stars (Baseball), Dixie Derby Girls (Rollerskating) und Rocket City United (Fußball).
Was in Europa im Rahmen von Sportvereinen läuft wird hier als Firma betrieben. Organisierten Sport treibt man hier in der Schule, dann im College und dann, wenn man gut genug ist, auf professioneller Ebene. Eine Vereinsstruktur wie z.B. in Deutschland existiert hier nicht, dass heißt nach dem College ist für die meisten Schluss mit Sport, denn nur die wenigen Spitzenathleten können damit auch später in den Profiligen ihren Lebensunterhalt bestreiten - alle anderen suchen sich einen Job. Und gehen ins Gym, wenn sie sich danach noch sportlich betätigen wollen.
Keine Alt-Herrenmannschaften also, in denen siebzigjährige Tischtennis gegeneinander spielen (in den meisten Fällen die gleichen Herren, die bereits fünfzig Jahren zuvor gegeneinander angetreten sind ...), keine kontinuierliche Ausübung einer Sportart über Jahrzehnte.
Unterhalb der Voll-Profiligen gibt es aber seit einigen Jahren einen Unterbau mit Semi-Professionellen Ligen. Das sind dann die Auffangbecken für High School und College Sportler, die es nicht bis zu den Profis geschafft haben, ihre Sportart aber dennoch nicht aufgeben wollen. Sie haben einen normalen Job außerhalb des Sports und bekommen eine kleine Aufwandsentschädigung von ihrem Team, für Ausrüstung und Reisekosten und so weiter. Semi-Professionell meint also nicht, dass sie sich die Hälfte ihres Lebensunterhaltes mit Sport dazu verdienen - euer die meisten dürfte es eher ein teures Hobby sein.
Natürlich besteht immer die Chance, das man von einem Profi-Team entdeckt und verpflichtet wird - aber da man ja beim College Draft schon einmal durch das Raster gefallen ist, ist die Wahrscheinlichkeit wohl doch eher gering einzuschätzen.


Seit 2007 hat nun also auch Huntsville ein Semi-Pro Team im Fußball - Rocket City United.
Semi-Pro Teams werden geführt wie eine normale (Entertainment-) Firma und dürfen daher auch gerne Profit machen. Was aber eher eine theoretische Möglichkeit dar stellt - bei gut 700 zahlenden Zuschauern pro Heimspiel (5 davon gibt es in der Saison) dürften die Einnahmen von United gut $50000 pro Saison betragen. Da wird nach Abzug der laufenden Kosten (Stadionmiete plus Strom für die Flutlichter, Reisekosten, Spieler- und Trainergehälter, etc.) nicht mehr allzu viel für den Besitzer des Teams übrig bleiben.
Trainiert wird United von einem Engländer, die meisten Spieler sind afrikanische Studenten und lateinamerikanische (sprich mexikanische) Arbeiter.
Der Star der Mannschaft ist Samadu Mutumba, ein Verteidiger aus Uganda, der dort Nationalspieler war und nun an der Alabama A&M University in Huntsville studiert. Ein paar wenige Amiländer sind zwar auch
dabei aber die sind, außer den beiden Torhütern, mehr oder weniger nur Garnitur und stehen nicht in der Stammelf.

Das Spiel heute wurde im (Football-) Stadion der Madison City Schools ausgetragen, einem hässlichen  Betonklotz mit ca. 7000 Sitzplätzen auf zwei Tribünen - da verloren sich die 776 zahlenden Zuschauer etwas auf den Rängen.
Die Nationalhymne wurde per leiernder Cassette abgespielt und der Name des Schiedsrichters war für den amerikanischen Stadionsprecher geradezu unmöglich auszusprechen (irgendetwas arabisches, so schien es mir ... könnte aber auch genauso gut Rumänisch gewesen sein ...).
Sehr fair ging es zu auf dem Rasen, der mit gelben Fußball-Markierungen über den immer noch dominanten weißen Strichen der vergangenen Football-Saison versehen war. Ein paar gelbe Karten gab es zwar, doch wurden die für Meckern, zu frühes Herauslaufen aus der Mauer und ähnliches vom Schiri verteilt. Fouls gab es so gut wie keine, ab und zu mal ein bisschen Geschubse und Gedränge aber das war es auch schon.
Gefällige Kombinationen, Passspiel, Flankenwechsel, der tödliche Pass in die Tiefe - Fehlanzeige. Englisches Kick-and-Rush, den Ball nach vorne dreschen und darauf hoffen dass er irgendwie ins gegnerische Tor abprallt war die dominierende Spielart.
Ich würde mal sagen dass das Ganze, inklusive der Zankereien mit dem Schiri, gutes deutsches Bezirksliganiveau hatte.
Am  Ende stand es dann 2:1 für die Gäste, weil die Heimmannschaft nach dem Führungstreffer einfach versäumt hatte den Sack zuzumachen ... und irgendwie vergessen hatte, dass ein Spiel immer erst dann zu ende ist, wenn der Schiri abpfeift. Das Siegtor schossen die Silverbacks dann auch prompt mit der letzten Aktion der Nachspielzeit.

Nun ja, habe ich das auch abgehakt - so ein riesig großer Fußballfan bin ich ja noch nie gewesen. Aber zum Fotografieren war das schon Klasse, ich konnte ganz nah ans Spielfeld heran.
Eine Hälfte erledigt, die andere Hälfte meines kleinen Projektes, die Tennessee Valley Tigers, die Rocket City Titans und die Huntsville Stars liegt noch vor mir ...



Saturday, May 14, 2011

Rocket City Rumble

Rrrrriot Girrrrlz.
Mit jeder Menge Tattoos am Körper, überall Metallteile die durch die Haut und das Fleisch gestochen sind, grell gefärbte Haare, enge schwarze Jeans, Schlabbershirts und Doc Martens. Punk lebt und er tobt auf Rollschuhen durch die Gegend.

Nun schon zum dritten Mal veranstalteten die Dixie Derby Girls aus Huntsville das Rocket City Rumble, ein Turnier mit einem halben Dutzend Roller Derby Mannschaften.
Was Roller  Derby ist? Frauen zwischen Achtzehn und Mitte Vierzig, die auf Rollschuhen im Kreis laufen und dabei versuchen sich gegenseitig so zu blocken dass der Gegner keine Punkte erzielt während man selbst punktet. Das tut man, indem ein designierter Skater, der Jammer, die gegnerische Mannschaft überholt. Für jedes Mitglied des Gegners gibt es einen Punkt, und einen Zusatzpunkt wenn man auch noch deren Jammer überrundet. Ganz einfache Regeln also.

Angefangen hat dieser Sport bereit vor mehr als hundert Jahren, damals noch als Ausdauerrennen im Stile eines Sechstage-Rennens im Radsport. Im Jahre 1938 hat dann ein findiger Promoter den Körperkontakt eingeführt, was in der Hochzeit des Sports in den 1950er und 1960er Jahren, zusammen mit knappen Outfits und provokativer Vermarktung zu einer Zirkusveranstaltung wie etwa das Wrestling degenerierte.
In den 1970er Jahren starb Roller Derby durch einige Faktoren, einer davon die Ölkrise von 1973, fast völlig aus.
Erst zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde Roller Derby, diesmal als reiner Frauensport, wiederbelebt und erfreut sich mittlerweile wachsender Beliebtheit.
Dabei vermischen sich beim neuen  Roller Derby ein provokativ zur Schau getragener Punk-Lifestyle mit feministischen Untertönen und dem Anspruch eine ernst zu nehmende Sportart zu betreiben.
Obwohl bei den Veranstaltungen Eintritt genommen wird und über T-Shirt und sonstige Fan-Artikel Verkäufe Geld eingenommen wird, ist es keine professionelle Sportart, sondern die Mitglieder der Teams sind alle Amateure - auch das gehört zum Selbstverständnis der Frauen, die den kommerziellen Ausverkauf ihrer Sportart ablehnen. Sie machen das vor allen Dingen um mit Gleichgesinnten Spaß zu haben.

Zum Spaß gehört auch, dass jede Skaterin einen Kampfnahmen hat. Syko Path, Asian Invasion, Chocolate Demolition, Femifist, Rosie the Wrecker, Cherry Bloodbath ... Wortspiele, Verballhornungen, oder auch nur ganz einfache, möglichst gefährlich und brutal klingende Namen werden gewählt.
Auch das Outfit spielt eine große Rolle - es erinnert an Madonna in den 1980er Jahren. Netzstrümpfe, möglichst dekorativ zerrissen, knappe Shirts und Hot Pants, manchmal noch eine mehr oder weniger wilde Gesichtsbemalung, Nietengürtel, und überall Totenköpfe und Tattoos. Hier kann sich Frau noch einmal so richtig austoben, sich mit ihren Freundinnen verkleiden und für einen Nachmittag in eine Rolle schlüpfen. Mit fünf war es die Prinzessin, mit fünfunddreißig ist es das Riot Girl.

Das habe ich mir also heute angesehen. Roller Derby kannte ich aus alten Hollywood-Filmen und hatte das für ein Phänomen der Rock'n'Roll Ära gehalten.
Aber seit 2004 gibt es auch in Huntsville einen Ableger und die richten, wie schon erwähnt, einmal im Jahr ein großes Turnier aus.
Diesmal waren Mannschaften aus Atlanta, Houston, Memphis, Tallahassee und Tulsa, Oklahoma, dabei.
Ausgetragen werden die "Bouts" im der hiesigen VonBraunCenter, in einer Nebenhalle mit Betonfußboden. Das ist zwar prima um Rollschuh darauf zu laufen aber nicht so prickelnd wenn man mal hin fällt - oder besser hingefallen wird. So richtig brutal geht es zwar nicht zu aber die Mädels tragen ihre Knie-, Hand- und Ellenbogenschützer und die Helme nicht wegen als Modeaccessoires.
Toll ist, dass man als Zuschauer ohne Absperrung direkt neben dem mit farbigen Klebeband markierten "Spielfeld" sitzen darf. Allerdings muss man da schon aufpassen dass einem nicht plötzlich die Rollschuhe um die Ohren fliegen wenn geblockt, gestoßen und hingefallen wird.
Auch sind nicht alle Skater, nun, sportlich athletisch. Einige, oder sogar relativ viele, sind eher quadratisch praktisch. Und alle Altersklassen sind vertreten, wobei aber die meisten in ihren Zwanzigern sein dürften. Auch noch anzumerken ist, dass es überwiegend weiße Frauen sind und nur ganz wenige Farbige dort mit machen. Hat vielleicht was damit zu tun, dass man Tattoos auf dunkler Haut nicht so gut sieht ...
Na ja, wird wohl eher daran liegen dass Punk und Feminismus auch eher aus der weißen Kultur kommen und dort verwurzelt sind.

So wie ich das mit bekommen habe, ist die Party nach dem Turnier noch wichtiger gewesen als das Turnier selbst. So ganz dollen Zuspruch hat das Turnier von Seiten der Huntsviller dann auch nicht gehabt. Es waren vielleicht so gegen dreihundert zahlende Besucher dort, viele von denen erkennbar Freunde und Familie einzelner Skater.
Aber mir hat es Spaß gemacht - war mal etwas anderes und der dargebotene Sport war sehr unterhaltsam. Am spannendsten waren aber natürlich die Leute, die sich da herum trieben. Ein bizarres Punk-Paralleluniversum in das ich da hinein geschielt habe ...


Monday, October 18, 2010

National Champions

Huntsville's semi-professionelles Football Team, die Rocket City Titans, haben in ihrer ersten Saison gleich den nationalen Titel geholt!
Tolle Leistung - hoffentlich kommen dann auch mehr Leute zu den Spielen nächstes Jahr. Ich jedenfalls werde versuchen zu mehr als einem zu gehen ...

Saturday, August 21, 2010

Kennedy Space Center

Huntsville ist ja die Rocket City - immerhin wurden hier von der Redstone Rocket bis zur Saturn V alle wichtigen US-Raumfahrtraketen von Wernher von Braun entwickelt.
Teile der International Space Station wurden hier im Marshall Space Flight Center gebaut, wo auch das Missionsmanagement der ISS untergebracht ist.
Die US Army hat hier ihr Space and Missile Defence Project Office, das PATRIOT, THAAD und viele weitere Lenkflugkörperprogramme betreut. Zusammen mit Italienern und Deutschen wird MEADS, der Ersatz fuer PATRIOT, entwickelt. Kurzum - hier dreht sich alles um Raketen.
Das US Space and Rocket Center ist dieser Tradition verpflichtet und stellt in seinem Museum ueberwiegend Raketen aus ... man sitzt ja hier sozusagen an der Quelle.

An einer Quelle ganz anderer, obwohl eng verwandter, Art sitzt das Kennedy Space Center in Cape Canaveral. Hier wurden keine Raketen entwickelt, sondern gestartet - es ist der Weltraumbahnhof der USA.
Und dort war ich heute, im zweiten Teil meines Wochenendzeittotschlagprogrammes in Orlando.
Von Orlando ist das Space Center nur eine gute Stunde entfernt und einfach zu erreichen.
Dort haben sie zwar auch Raketen, sogar eine Saturn V in einer Halle horizontal aufgehängt, wie im Davidson Center in Huntsville. Aber vor allen Dingen haben sie dort die originalen Startanlagen für die Mondlandemissionen (nicht mehr in Betrieb) und die Space Shuttles (noch in Betrieb), plus ein halbes Dutzend kleinerer Startanlagen für alle möglichen anderen Raketen.
Dazu noch die riesige Integrationshalle für die Shuttles, Alligatoren und Palmen. Beeindruckend.

Jetzt muss es mir nur noch gelingen endlich einen Shuttle Start live mitzuerleben. Den idealen Beobachtungspunkt dafür habe ich mir schon angesehen - zwei Chancen bleiben mir noch ...





Saturday, May 22, 2010

Danny Moon's great night

Jetzt hat auch Huntsville endlich eine professionelle Football-Mannschaft. Nein, nicht in der NFL - in der PSFL: die Rocket City Titans!
Die PSFL ist eine Semi-Professionelle Liga hier im Süden der USA. Wenn man als College-Spiler im Draft nicht von einem der NFL Vereine genommen wurde, aber trotzdem den Traum einer Football-Karriere nicht aufgeben will, kann man sich in so einer Semi-Pro Liga verdingen - und nebenbei beim WalMart Regale einräumen um über die Runden zu kommen. Tatsächlich hat es in den vergangenen Jahren durchaus die eine oder andere Erfolgsstory in der NFL gegeben mit Spielern, die diese "Ehrenrunde" gedreht haben.
Aber die Regel ist das sicherlich nicht. Für viele dürfte die PSFL nur eine Verlängerung der Leiden sein. Oder aber eine Verlängerung ihrer College-Zeit, um den Football nicht ganz aufgeben zu müssen. Denn hier gibt es keine Sportvereine, in denen man noch seiner Leidenschaft nachgehen kann bis die Knochen es nicht mehr mitmachen. Football spielt man in der Schule, auf dem College und dann bei den Profis. Oder auch nicht.

Nun ja, jetzt hat die PSFL halt auch in Huntsville ein Team - und heute war das erste Spiel der Rocket City Titans überhaupt, gegen die Memphis Panthers.
Die Titans gehören zwei jungen Männern, 23 und 24 Jahre alt. Der eine hat nach dem College Karriere in der Versicherungsbranche gemacht und ist in kurzer Zeit landesweit der siebtbeste Verkäufer seinesKonzerns geworden. Außerdem ist er auch noch Quarterback der Titans. Der andere arbeitet bei einem der lokalen Rüstungsunternehmen und wartet darauf seine Pilotenausbildung bei der US Navy beginnen zu können. In der Zwischenzeit fungiert er auch noch als Linebackers Coach bei den Titans.

Die Mannschaft besteht überwiegend aus lokalen College-Spielern, gespielt wird im Milton-Frank Stadium mitten in Huntsville, das sonst von den lokalen High Schools genutzt wird. Das hat den Charme einer Freiluft-Bahnhofshalle und so richtig Stimmung und Atmosphäre kann da eigentlich gar nicht aufkommen.
Egal, so ungefähr 3000 Leute waren heute trotzdem da - viele von denen erkennbar Familie und Freunde der Spieler - was das Stadion zu ungefähr der Hälfte füllte.
Das nächste Mal werden es dann bestimmt mehr sein, denn es wird sich herumsprechen dass man etwas geboten bekommt für's Geld ($8 kostet der Eintritt).
Nein, keine Cheerleader (vielleicht im Laufe der Saison, die Sichtung der Kandidatinnen hat erst Anfang Mai statt gefunden, jetzt müssen die Kostüme geschneidert und die Cheographie eingeübt werden ...), keine Hot Dogs/Hamburger/Pizza (Chips und Schokoriegel gibt es zu kaufen ...) und auch keine Halbzeitshow (es wurde ein Flat-Screen TV verlost ...).
Dafür aber Football mit Herz und Seele.
Zwei Minuten vorm Spiel hörte man aus den Katakomben des Stadions ein grollendes "Hu-Hu-Hu-Hu-Hu". Dann erfolgte ein langezogenes "Huaaaaarrr" und der Spieler mit der Nummer 6 kam wie aus der Kanone geschossen aufs Feld gestürmt. Er sprang herum wie ein Gorilla auf glühenden Kohlen, schlug sich mit den Fäusten auf die Brust und schrie sich die Seele aus dem Leib.
Dann hielt er plötlich inne, drehte sich um und erkannte dass er ganz allein auf weiter Flur war.
Offensichtlich waren die Rituale der neuen Mannschaft noch nicht so ganz eingespielt - er hatte einen klassischen Frühstart hingegelegt, das "Huaaaaarrr" war nicht das Zeichen zum Aufbruch.
Aber so aufgeputscht wie er waren sie dann alle - auch wenn andere Sachen auch noch nicht so recht klappten. Die Nebelmaschine startete erst als schon die halbe Mannschaft auf dem Feld war, die Nationalhymne vom Band schwankte in der Lautstärke zwischen zu leise und zu laut, der erste Ballbesitz des Gegners resultierte gleich in einem Touchdown.
Aber je weiter der Abend voranschritt, desto sicherer wurden die Titans - auf dem Feld und außerhalb. Und das Publikum erwärmte sich auch zunehmend mit dem neuen Team und am Ende des Spiels waren alle begeistert.

Nicht unwesentlich dazu beigetragen hatte der Running Back der Titans, Danny Moon - der die Nummer 6 trägt. Drei Touchdowns und ein Siegeswille, der bis in die letzten Ränge der Tribünen zu spüren war machten ihn zum sofortigen Publikumsliebling.
Das Glanzstück der Titans ist allerdings die Abwehr, die für zwei Interceptions mit anschließendem Touchdown verantwortlich war. Weniger massiv als der Gegner, dafür aber blitzschnell und unermüdlich, haben sie in der zweiten Halbzeit absolut dominiert.
Das Resultat war, dass die Titans das erste Spiel ihrer Geschichte mit 34 zu 21 gewonnen haben.
Dank ihrer guten Abwehr, des Super-Teamgeistes, der Unterstützung der Zuschauer und dem Siegeswillen ihres Running Back, Danny Moon - der die Nummer 6 auf dem Rücken trägt ...




Sunday, April 5, 2009

Space Hardware Club

Wir sind hier ja in Rocket City - in Huntsville und Umgebung dreht sich alles um Raketen, Raumfahrt und Raketen für die Raumfahrt.
Und so richtig gewundert hat es dann meine Frau auch nicht, als sie gestern Nacht im WalMart (siehe letzter Post) auf den University of Alabama Space Hardware Club getroffen ist.
Die Jungs, alle irgendwie wie verpickelte siebzehnjährige Geeks aussehend, versorgten sich gerade mit Chips und Cola. Wahrscheinlich für einen Raumschiff Enterprise Marathon TV Abend, in Vorbereitung auf den neuen Star Trek Film, der im Mai in die Kinos kommt.
Oder vielleicht brauchten sie Nachschub an leeren Cola-Dosen für ihr "CanSat" Projekt - ein Micro-Satellit, der in einer Getränkedose untergebracht wird.
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Huntsville die höchste Ingenieuers-Dichte aller US Städte hat? Welcome to Geek Town ...