Nächsten Sonntag ist hier in Amiland Veterans Day. Dann gibt es allerlei Paraden, Dankesadressen, Kindergartenklassen gehen in Veteranenkrankenhäuser um Geschenke zu überbringen, es werden Schleifen im Tarndruck verteilt die man sich als sichtbares Zeichen der Unterstützung ans Auto pinnen kann und vieles mehr. Dieser Feiertag hat inzwischen in Intensität, Tam-Tam und der Berichterstattung in den Medien den bisher höchsten Feiertag, Thanksgiving, abgelöst. Man kann ihm einfach nicht entgehen. Natürlich ist es schön dass, anders als nach dem Vietnam-Krieg, die Veteranen die für Bush und Co. die Haut hingehalten haben nicht vergessen werden. Was hier im Moment abläuft geht aber weit darüber hinaus - es ist ein Heldenkult entstanden der keine Reflektion über das Warum zu lässt, sondern das Wodurch in den Vordergrund stellt. Und so war auch das heutige NFL Football Spiel in Nashville zwischen den Titans und den Chicago Bears von den Vorfeiern zum Heldengedenktag geprägt. Beim Absingen der Nationalhymne wird in Nashville immer eine riesige US Flagge auf dem Spielfeld ausgerollt. Diesmal sogar in den Umrissen der USA. Flaggenhalter waren Soldaten der 101st Airborne Division, frisch zurück aus Afghanistan. Dann wurde noch eine Extra-Flagge im Stadion gehisst und zwar von einem Veteranen des zweiten Weltkriegs, der über Europa und dem Pazifik Jagdflugzeuge geflogen hatte (kleine Anmerkung: bei seiner Vorstellung auf den zwei riesigen Bildschirmen an den Stirnseiten des Stadions zuckte ich etwas zusammen als mir da übermannsgroße Hakenkreuze entgegen sprangen - als Abschussmarken am Flugzeug des Piloten ...). Während einer Spielpause wurden einem Angehörigen der Division, der zweimal verwundet worden war, ein offizieller NFL Spielball übergeben. Und danach wurde verkündet, dass der Sponsor der Tennessee Titans, ein großer Baumaterialkonzern, im Laufe des nächsten Jahres sechs neue Häuser für heimkehrende Veteranen bauen wird. Und das erste davon bekommt der eben noch mit einem Spielball ausgezeichnete verwundete Veteran. In anderen Spielpausen wurden Videos von Soldaten abgespielt, die aus Tennessee stammen und gegenwärtig im Einsatz in Afghanistan sind - Go Titans, beat the Bears!
Die Halbzeitshow bestritt dann die Marching Band der 101st Airborne Division. Und vor den unzähligen Verkaufsständen hinter den Tribünen versammelte sich mehrere Male spontan eine Menschentraube, die "USA, USA" skandierte - da lief ein Typ umher, der ganz in Stars and Stripes gekleidet war. Das einzige was bei diesen Festivitäten nicht so recht klappte war dass die zwei F-16 Kampfjets, die auch standardmäßig zur Show gehören, nicht wie üblich am Ende der Nationalhymne im Tiefflug über das Stadion donnerten, sondern erst gut eine Minute später, als das Spiel schon fast angefangen hatte. Das hat aber der Stimmung keinen Abbruch getan. Genauso wenig wie die Meldung von heute, dass im vergangenen Monat in Afghanistan erstmals mehr US Soldaten Selbstmord begangen haben als durch Feindeinwirkung getötet wurden, dem ganzen einen Dämpfer aufgesetzt hat. The Show must go on. Hier wie in Afghanistan. Das Spiel endete übrigens mit 51 zu 20 für die Gäste aus Chicago.
Von Deutschland nach Alabama ... ein Abenteuer der besonderen Art. Erlebnisse, Gedanken, Absonderlichkeiten - was mir so ein- und auffällt. Und wieso der komische Name - We're French? Siehe rechts unter "About me" ...
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Sunday, November 4, 2012
Monday, July 30, 2012
Titans Tickets
Zu jedem Spiel der Tennessee Titans werden ca. 3000 Eintrittskarten auf dem freien Markt verkauft - die übrigen 65000 Plätze sind durch Dauerkarteninhaber besetzt. Dauerkarten kommen nur selten auf den freien Markt - die meisten werden testamentarisch vererbt.
Seit 1999, dem Jahr der Fertigstellung, war jedes Spiel der Titans im LP Field Stadion ausverkauft.
Um an eine der wenigen frei verkäuflichen Karten zu kommen muss man an einem bestimmten Tag des Jahres entweder tagelang vor dem Ticket Office im Stadion campen oder mit einer schnellen Internetverbindung online sein Glück versuchen.
Letztes Jahr waren die 3000 Karten für jedes der acht Heimspiele innerhalb von zehn Minuten weg. Karten für mehr als ein Spiel zu ergattern ist fast unmöglich, denn der Vorgang dauert online auch gut fünf Minuten.
Am nächsten Freitag ist es wieder soweit - überall werden dann Titans-Fans mit nervösen Zeigefingern vor ihren Monitoren sitzen und Punkt zehn Uhr morgens frenetisch anfangen drauflos zu klicken.
Viel Spaß dabei - ich habe meine Karten schon.
Da ich des öfteren schon bei den Titans gewesen bin, auch zu Play-off Spielen, hat man mich anscheinend in eine besondere Kategorie gesteckt dieses Jahr. Heute bekam ich eine email, dass ich mich an einem zweitägigen Pre-Sale beteiligen darf. Bedingung ist, dass ich Karten für zwei Spiele kaufe.
Habe ich dann auch getan. Zwei Spiele wollte ich sowieso sehen und die Spiele, die im Pre-Sale angeboten wurden waren auch die, die ich sowieso in die engere Auswahl gezogen hatte.
So stressfrei bin ich noch nie an Titans Tickets gekommen -und prima Plätze konnte ich mir auch noch aussuchen. Und an diesem Freitag habe ich nun frei ... :)
Seit 1999, dem Jahr der Fertigstellung, war jedes Spiel der Titans im LP Field Stadion ausverkauft.
Um an eine der wenigen frei verkäuflichen Karten zu kommen muss man an einem bestimmten Tag des Jahres entweder tagelang vor dem Ticket Office im Stadion campen oder mit einer schnellen Internetverbindung online sein Glück versuchen.
Letztes Jahr waren die 3000 Karten für jedes der acht Heimspiele innerhalb von zehn Minuten weg. Karten für mehr als ein Spiel zu ergattern ist fast unmöglich, denn der Vorgang dauert online auch gut fünf Minuten.
Am nächsten Freitag ist es wieder soweit - überall werden dann Titans-Fans mit nervösen Zeigefingern vor ihren Monitoren sitzen und Punkt zehn Uhr morgens frenetisch anfangen drauflos zu klicken.
Viel Spaß dabei - ich habe meine Karten schon.
Da ich des öfteren schon bei den Titans gewesen bin, auch zu Play-off Spielen, hat man mich anscheinend in eine besondere Kategorie gesteckt dieses Jahr. Heute bekam ich eine email, dass ich mich an einem zweitägigen Pre-Sale beteiligen darf. Bedingung ist, dass ich Karten für zwei Spiele kaufe.
Habe ich dann auch getan. Zwei Spiele wollte ich sowieso sehen und die Spiele, die im Pre-Sale angeboten wurden waren auch die, die ich sowieso in die engere Auswahl gezogen hatte.
So stressfrei bin ich noch nie an Titans Tickets gekommen -und prima Plätze konnte ich mir auch noch aussuchen. Und an diesem Freitag habe ich nun frei ... :)
Saturday, December 24, 2011
The Cristmas Bug
Die Tennessee Titans - die noch Chancen haben die Play-offs zu erreichen - führen gegen die Jacksonville Jaguars zum Ende des zweiten Viertels mit 17 zu 7.
Es ist ein perfekter Dezember-Tag in Nashville, 7 Grad und leicht bewölkt aber trocken.
In Section 309, Reihe W ist der Sitz Nummer 1 unbesetzt.
Zum dritten Mal in diesem Jahr habe ich es nicht geschafft zum NFL-Football zu fahren. Entweder bin ich krank, meine Frau ist krank, die Kinder sind krank, oder wie jetzt, wir alle sind krank. Nein, stimmt nicht - dem Großen geht es prima. Das kommt wahrscheinlich daher, dass er sich während der Ferien immer in ein nachtaktives Geschöpf verwandelt und kaum Berührungspunkte mit dem Rest der Familie hat in dieser Zeit.
Angefangen hatte die ganze Sache vor zwei Tagen, als unsere Prinzessin plötzlich kotzend im Badezimmer stand. Nachdem es ihr wieder gut ging, war die Reihe an unserem Junior - gestern, vor dem Tresen des BBQ Restaurants in dem wir zu Abend essen wollten brach es aus ihm heraus. Und es ging dann die halbe Nacht so weiter. Ihm geht es jetzt, da der Virus aus ihm raus ist, wieder richtig prima - er und seine ebenfalls wieder genesene Schwester streiten sich schon wieder wie die Kesselflicker, ein sicheres Zeichen dass alle paletti ist. Dafür habe ich den ganzen Morgen auf der Toilette verbracht - und meine Frau ist die nächste, die sieht auch aus wie ein Schluck Wasser in der Kurve.
Nix also mit Festmahl zu Weihnachten, wir werden froh sein wenn wir heute noch die Geschenke eingepackt und den Baum aufgestellt bekommen.
Morgen früh, zur Bescherung, sind wir dann hoffentlich alle wieder auf dem Damm.Und die Titans gewinnen das Spiel auch ohne dass ich sie anfeuere ...
Es ist ein perfekter Dezember-Tag in Nashville, 7 Grad und leicht bewölkt aber trocken.
In Section 309, Reihe W ist der Sitz Nummer 1 unbesetzt.
Zum dritten Mal in diesem Jahr habe ich es nicht geschafft zum NFL-Football zu fahren. Entweder bin ich krank, meine Frau ist krank, die Kinder sind krank, oder wie jetzt, wir alle sind krank. Nein, stimmt nicht - dem Großen geht es prima. Das kommt wahrscheinlich daher, dass er sich während der Ferien immer in ein nachtaktives Geschöpf verwandelt und kaum Berührungspunkte mit dem Rest der Familie hat in dieser Zeit.
Angefangen hatte die ganze Sache vor zwei Tagen, als unsere Prinzessin plötzlich kotzend im Badezimmer stand. Nachdem es ihr wieder gut ging, war die Reihe an unserem Junior - gestern, vor dem Tresen des BBQ Restaurants in dem wir zu Abend essen wollten brach es aus ihm heraus. Und es ging dann die halbe Nacht so weiter. Ihm geht es jetzt, da der Virus aus ihm raus ist, wieder richtig prima - er und seine ebenfalls wieder genesene Schwester streiten sich schon wieder wie die Kesselflicker, ein sicheres Zeichen dass alle paletti ist. Dafür habe ich den ganzen Morgen auf der Toilette verbracht - und meine Frau ist die nächste, die sieht auch aus wie ein Schluck Wasser in der Kurve.
Nix also mit Festmahl zu Weihnachten, wir werden froh sein wenn wir heute noch die Geschenke eingepackt und den Baum aufgestellt bekommen.
Morgen früh, zur Bescherung, sind wir dann hoffentlich alle wieder auf dem Damm.Und die Titans gewinnen das Spiel auch ohne dass ich sie anfeuere ...
Saturday, August 6, 2011
Titans rule no more
Nachdem sie die reguläre Saison ohne Niederlage hinter sich gebracht hatten und auch das erste Play-off Spiel am letzten Wochenende für sich entscheiden konnte, trafen die Nationalen Champions des vergangenen Jahres, unsere Rocket City Titans heute auf Nashville Storm - die sie in der Saison zweimal klar besiegt hatten.
Und auch dieses Spiel hätten sie - knapp - gewinnen müssen. Zwei Minuten vor Ende standen sie vor der gegnerischen Endzone und hätten nur noch ein Field Goal erzielen müssen, dann wäre der Käse gegessen gewesen. Statt dessen werden sie zurück gedrängt bis fast an die Mittellinie, der Field Goal Versuch aus 51 Yards geht daneben und im Gegenzug erzielt Nashville den entscheidenden Touch Down - mit 12 Sekunden auf der Uhr.
34 zu 27.Nix ist mit Titelverteidigung. Statt dessen spielt jetzt der Erzfeind um den Titel.
Nun ja, man muss aber auch die positive Seite sehen - gegründet wurden die Titans erst letztes Jahr, holten gleich den Titel und kamen in ihrem zweiten Jahr bis ins Halbfinale. So ein richtiger Trost ist das ja nicht aber eines steht jetzt schon fest - die beiden Spiele gegen Nashville werden die Höhepunkte der nächsten Saison ...
Und auch dieses Spiel hätten sie - knapp - gewinnen müssen. Zwei Minuten vor Ende standen sie vor der gegnerischen Endzone und hätten nur noch ein Field Goal erzielen müssen, dann wäre der Käse gegessen gewesen. Statt dessen werden sie zurück gedrängt bis fast an die Mittellinie, der Field Goal Versuch aus 51 Yards geht daneben und im Gegenzug erzielt Nashville den entscheidenden Touch Down - mit 12 Sekunden auf der Uhr.
34 zu 27.Nix ist mit Titelverteidigung. Statt dessen spielt jetzt der Erzfeind um den Titel.
Nun ja, man muss aber auch die positive Seite sehen - gegründet wurden die Titans erst letztes Jahr, holten gleich den Titel und kamen in ihrem zweiten Jahr bis ins Halbfinale. So ein richtiger Trost ist das ja nicht aber eines steht jetzt schon fest - die beiden Spiele gegen Nashville werden die Höhepunkte der nächsten Saison ...
Saturday, June 25, 2011
Summer Football
Vielleicht werden wir dieses Jahr keinen Profi-Football haben. Die Club-Besitzer und die Spieler der NFL haben die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag platzen lassen und die Club-Besitzer haben daraufhin die Spieler ausgesperrt. Im Moment sieht es nicht danach aus, als ob bis September, dem eigentlichen Beginn der neuen Saison, eine Einigung gefunden werden könnte.
Ist auch egal, denn im August fängt die College-Saison wieder an und bis dahin gibt es im Sommer die Spiele der Semi-Pro Ligen.
Seit letztem Jahr hat ja auch Huntsville ein Team, die Rocket City Titans, und die sind gleich in ihrem ersten Jahr nationaler Meister aller Semi-Pro Ligen geworden.
Und auch dieses Jahr sieht es mehr als gut aus. Sie haben noch kein Spiel verloren und gewinnen die meisten Spiele auch noch Haus hoch.
So wie heute Abend, als sie die Alabama Warriors aus Birmingham mit 35 zu 7 nach Hause geschickt haben. Und dabei haben sie sich noch nicht einmal groß anstrengen müssen. Den Jungs hat es sichtbar Spaß gemacht und von Streik oder Aussperrung redet da auch keiner. Na ja, bei gut 2000 zahlenden Zuschauern pro Spiel ist auch nicht so furchtbar viel Reichtum untereinander auf zu teilen, als dass ein Streit darüber sich lohnen würde ...
Ist auch egal, denn im August fängt die College-Saison wieder an und bis dahin gibt es im Sommer die Spiele der Semi-Pro Ligen.
Seit letztem Jahr hat ja auch Huntsville ein Team, die Rocket City Titans, und die sind gleich in ihrem ersten Jahr nationaler Meister aller Semi-Pro Ligen geworden.
Und auch dieses Jahr sieht es mehr als gut aus. Sie haben noch kein Spiel verloren und gewinnen die meisten Spiele auch noch Haus hoch.
So wie heute Abend, als sie die Alabama Warriors aus Birmingham mit 35 zu 7 nach Hause geschickt haben. Und dabei haben sie sich noch nicht einmal groß anstrengen müssen. Den Jungs hat es sichtbar Spaß gemacht und von Streik oder Aussperrung redet da auch keiner. Na ja, bei gut 2000 zahlenden Zuschauern pro Spiel ist auch nicht so furchtbar viel Reichtum untereinander auf zu teilen, als dass ein Streit darüber sich lohnen würde ...
Sunday, September 12, 2010
Titans vs Raiders
Das wird eine lange Saison, sagte Gerry und verbarg seinen Kopf in den Händen. Um ihn herum tanzten fröhliche, in babyblaue T-Shirts gewandete Menschen ausgelassen herum und gaben einander "high fives". Ich freute mich einerseits, dass das Spiel nun entschieden war, nachdem die Titans ihren achtunddreißigsten Punkt an diesem Nachmittag eingefahren hatten. Andererseits konnte ich es gar nicht mit ansehen, wie mein Freund still vor sich hin litt, weil seine Raiders nicht mehr als dreizehn Punkte zustande gebracht hatten.
Bald darauf wurde er jedoch von der babyblauen Masse kollektiv getröstet und man entschuldigte sich sogar beim ihm, dass sein Team hier so unter die Raeder gekommen war. Wirklich nette Leute, hier in Tennessee.
Dabei hatte alles noch so hoffnungsvoll angefangen. Nachdem Trace Adkins, einer der größten Stars der hiesigen Country Music Szene, mit seiner tiefen Bass-Stimme die Nationalhymne intonierte, während hinter ihm Reservisten der Tennessee Nationalgarde eine riesige US-Flagge über dem Spielfeld ausrollten und über unseren Köpfen eine Staffel Jagdbomber hinweg fegte, gingen die Raiders erstmal mit drei zu null in Führung. Dann aber folgten Pleiten, Pech und Pannen - sie verloren den Ball, luden die Titans ein die Uniform des Quarterbacks ordentlich dreckig zu machen und ließen in der Verteidigung bedenkliche Lücken offen, was dann ziemlich schnell das Spiel kippen ließ. Eigentlich war ja zur Halbzeit schon alles entschieden, doch wir hatten so schöne Plätze, die Menschen um uns herum waren so freundlich, die Sonne schien und der Wind wehte, dass wir dann doch bis zum Ende blieben. Als Raiders-Fan ist man an Enttäuschung gewöhnt, was aber immer wieder schlimm ist, sind diese Momente der Hoffnung, die kurz aufflackern, nur um dann brutal in den Rasen getrampelt zu werden. Für die Titans dagegen sieht die Zukunft recht rosig aus - aber das haben wir dann für uns behalten und Gerry mitfühlend auf die Schulter geklopft. Gut, dass er auch ein Titans-Trikot im Schrank hängen hat - denn wenn nicht gerade die Raiders nach Nashville kommen, feuert er das Team in babyblau an. Immerhin hat er tapfer bis zum Ende durchgehalten und sein Team angefeuert und ist nicht, wie zwei andere Raiders-Fans, die vor uns saßen, nach der Halbzeit in frisch gekauften Titans-Outfits wieder aufgetaucht ...
Bald darauf wurde er jedoch von der babyblauen Masse kollektiv getröstet und man entschuldigte sich sogar beim ihm, dass sein Team hier so unter die Raeder gekommen war. Wirklich nette Leute, hier in Tennessee.
Dabei hatte alles noch so hoffnungsvoll angefangen. Nachdem Trace Adkins, einer der größten Stars der hiesigen Country Music Szene, mit seiner tiefen Bass-Stimme die Nationalhymne intonierte, während hinter ihm Reservisten der Tennessee Nationalgarde eine riesige US-Flagge über dem Spielfeld ausrollten und über unseren Köpfen eine Staffel Jagdbomber hinweg fegte, gingen die Raiders erstmal mit drei zu null in Führung. Dann aber folgten Pleiten, Pech und Pannen - sie verloren den Ball, luden die Titans ein die Uniform des Quarterbacks ordentlich dreckig zu machen und ließen in der Verteidigung bedenkliche Lücken offen, was dann ziemlich schnell das Spiel kippen ließ. Eigentlich war ja zur Halbzeit schon alles entschieden, doch wir hatten so schöne Plätze, die Menschen um uns herum waren so freundlich, die Sonne schien und der Wind wehte, dass wir dann doch bis zum Ende blieben. Als Raiders-Fan ist man an Enttäuschung gewöhnt, was aber immer wieder schlimm ist, sind diese Momente der Hoffnung, die kurz aufflackern, nur um dann brutal in den Rasen getrampelt zu werden. Für die Titans dagegen sieht die Zukunft recht rosig aus - aber das haben wir dann für uns behalten und Gerry mitfühlend auf die Schulter geklopft. Gut, dass er auch ein Titans-Trikot im Schrank hängen hat - denn wenn nicht gerade die Raiders nach Nashville kommen, feuert er das Team in babyblau an. Immerhin hat er tapfer bis zum Ende durchgehalten und sein Team angefeuert und ist nicht, wie zwei andere Raiders-Fans, die vor uns saßen, nach der Halbzeit in frisch gekauften Titans-Outfits wieder aufgetaucht ...
Saturday, May 22, 2010
Danny Moon's great night
Jetzt hat auch Huntsville endlich eine professionelle Football-Mannschaft. Nein, nicht in der NFL - in der PSFL: die Rocket City Titans!
Die PSFL ist eine Semi-Professionelle Liga hier im Süden der USA. Wenn man als College-Spiler im Draft nicht von einem der NFL Vereine genommen wurde, aber trotzdem den Traum einer Football-Karriere nicht aufgeben will, kann man sich in so einer Semi-Pro Liga verdingen - und nebenbei beim WalMart Regale einräumen um über die Runden zu kommen. Tatsächlich hat es in den vergangenen Jahren durchaus die eine oder andere Erfolgsstory in der NFL gegeben mit Spielern, die diese "Ehrenrunde" gedreht haben.
Aber die Regel ist das sicherlich nicht. Für viele dürfte die PSFL nur eine Verlängerung der Leiden sein. Oder aber eine Verlängerung ihrer College-Zeit, um den Football nicht ganz aufgeben zu müssen. Denn hier gibt es keine Sportvereine, in denen man noch seiner Leidenschaft nachgehen kann bis die Knochen es nicht mehr mitmachen. Football spielt man in der Schule, auf dem College und dann bei den Profis. Oder auch nicht.
Nun ja, jetzt hat die PSFL halt auch in Huntsville ein Team - und heute war das erste Spiel der Rocket City Titans überhaupt, gegen die Memphis Panthers.
Die Titans gehören zwei jungen Männern, 23 und 24 Jahre alt. Der eine hat nach dem College Karriere in der Versicherungsbranche gemacht und ist in kurzer Zeit landesweit der siebtbeste Verkäufer seinesKonzerns geworden. Außerdem ist er auch noch Quarterback der Titans. Der andere arbeitet bei einem der lokalen Rüstungsunternehmen und wartet darauf seine Pilotenausbildung bei der US Navy beginnen zu können. In der Zwischenzeit fungiert er auch noch als Linebackers Coach bei den Titans.
Die Mannschaft besteht überwiegend aus lokalen College-Spielern, gespielt wird im Milton-Frank Stadium mitten in Huntsville, das sonst von den lokalen High Schools genutzt wird. Das hat den Charme einer Freiluft-Bahnhofshalle und so richtig Stimmung und Atmosphäre kann da eigentlich gar nicht aufkommen.
Egal, so ungefähr 3000 Leute waren heute trotzdem da - viele von denen erkennbar Familie und Freunde der Spieler - was das Stadion zu ungefähr der Hälfte füllte.
Das nächste Mal werden es dann bestimmt mehr sein, denn es wird sich herumsprechen dass man etwas geboten bekommt für's Geld ($8 kostet der Eintritt).
Nein, keine Cheerleader (vielleicht im Laufe der Saison, die Sichtung der Kandidatinnen hat erst Anfang Mai statt gefunden, jetzt müssen die Kostüme geschneidert und die Cheographie eingeübt werden ...), keine Hot Dogs/Hamburger/Pizza (Chips und Schokoriegel gibt es zu kaufen ...) und auch keine Halbzeitshow (es wurde ein Flat-Screen TV verlost ...).
Dafür aber Football mit Herz und Seele.
Zwei Minuten vorm Spiel hörte man aus den Katakomben des Stadions ein grollendes "Hu-Hu-Hu-Hu-Hu". Dann erfolgte ein langezogenes "Huaaaaarrr" und der Spieler mit der Nummer 6 kam wie aus der Kanone geschossen aufs Feld gestürmt. Er sprang herum wie ein Gorilla auf glühenden Kohlen, schlug sich mit den Fäusten auf die Brust und schrie sich die Seele aus dem Leib.
Dann hielt er plötlich inne, drehte sich um und erkannte dass er ganz allein auf weiter Flur war.
Offensichtlich waren die Rituale der neuen Mannschaft noch nicht so ganz eingespielt - er hatte einen klassischen Frühstart hingegelegt, das "Huaaaaarrr" war nicht das Zeichen zum Aufbruch.
Aber so aufgeputscht wie er waren sie dann alle - auch wenn andere Sachen auch noch nicht so recht klappten. Die Nebelmaschine startete erst als schon die halbe Mannschaft auf dem Feld war, die Nationalhymne vom Band schwankte in der Lautstärke zwischen zu leise und zu laut, der erste Ballbesitz des Gegners resultierte gleich in einem Touchdown.
Aber je weiter der Abend voranschritt, desto sicherer wurden die Titans - auf dem Feld und außerhalb. Und das Publikum erwärmte sich auch zunehmend mit dem neuen Team und am Ende des Spiels waren alle begeistert.
Nicht unwesentlich dazu beigetragen hatte der Running Back der Titans, Danny Moon - der die Nummer 6 trägt. Drei Touchdowns und ein Siegeswille, der bis in die letzten Ränge der Tribünen zu spüren war machten ihn zum sofortigen Publikumsliebling.
Das Glanzstück der Titans ist allerdings die Abwehr, die für zwei Interceptions mit anschließendem Touchdown verantwortlich war. Weniger massiv als der Gegner, dafür aber blitzschnell und unermüdlich, haben sie in der zweiten Halbzeit absolut dominiert.
Das Resultat war, dass die Titans das erste Spiel ihrer Geschichte mit 34 zu 21 gewonnen haben.
Dank ihrer guten Abwehr, des Super-Teamgeistes, der Unterstützung der Zuschauer und dem Siegeswillen ihres Running Back, Danny Moon - der die Nummer 6 auf dem Rücken trägt ...
Die PSFL ist eine Semi-Professionelle Liga hier im Süden der USA. Wenn man als College-Spiler im Draft nicht von einem der NFL Vereine genommen wurde, aber trotzdem den Traum einer Football-Karriere nicht aufgeben will, kann man sich in so einer Semi-Pro Liga verdingen - und nebenbei beim WalMart Regale einräumen um über die Runden zu kommen. Tatsächlich hat es in den vergangenen Jahren durchaus die eine oder andere Erfolgsstory in der NFL gegeben mit Spielern, die diese "Ehrenrunde" gedreht haben.
Aber die Regel ist das sicherlich nicht. Für viele dürfte die PSFL nur eine Verlängerung der Leiden sein. Oder aber eine Verlängerung ihrer College-Zeit, um den Football nicht ganz aufgeben zu müssen. Denn hier gibt es keine Sportvereine, in denen man noch seiner Leidenschaft nachgehen kann bis die Knochen es nicht mehr mitmachen. Football spielt man in der Schule, auf dem College und dann bei den Profis. Oder auch nicht.
Nun ja, jetzt hat die PSFL halt auch in Huntsville ein Team - und heute war das erste Spiel der Rocket City Titans überhaupt, gegen die Memphis Panthers.
Die Titans gehören zwei jungen Männern, 23 und 24 Jahre alt. Der eine hat nach dem College Karriere in der Versicherungsbranche gemacht und ist in kurzer Zeit landesweit der siebtbeste Verkäufer seinesKonzerns geworden. Außerdem ist er auch noch Quarterback der Titans. Der andere arbeitet bei einem der lokalen Rüstungsunternehmen und wartet darauf seine Pilotenausbildung bei der US Navy beginnen zu können. In der Zwischenzeit fungiert er auch noch als Linebackers Coach bei den Titans.
Die Mannschaft besteht überwiegend aus lokalen College-Spielern, gespielt wird im Milton-Frank Stadium mitten in Huntsville, das sonst von den lokalen High Schools genutzt wird. Das hat den Charme einer Freiluft-Bahnhofshalle und so richtig Stimmung und Atmosphäre kann da eigentlich gar nicht aufkommen.
Egal, so ungefähr 3000 Leute waren heute trotzdem da - viele von denen erkennbar Familie und Freunde der Spieler - was das Stadion zu ungefähr der Hälfte füllte.
Das nächste Mal werden es dann bestimmt mehr sein, denn es wird sich herumsprechen dass man etwas geboten bekommt für's Geld ($8 kostet der Eintritt).
Nein, keine Cheerleader (vielleicht im Laufe der Saison, die Sichtung der Kandidatinnen hat erst Anfang Mai statt gefunden, jetzt müssen die Kostüme geschneidert und die Cheographie eingeübt werden ...), keine Hot Dogs/Hamburger/Pizza (Chips und Schokoriegel gibt es zu kaufen ...) und auch keine Halbzeitshow (es wurde ein Flat-Screen TV verlost ...).
Dafür aber Football mit Herz und Seele.
Zwei Minuten vorm Spiel hörte man aus den Katakomben des Stadions ein grollendes "Hu-Hu-Hu-Hu-Hu". Dann erfolgte ein langezogenes "Huaaaaarrr" und der Spieler mit der Nummer 6 kam wie aus der Kanone geschossen aufs Feld gestürmt. Er sprang herum wie ein Gorilla auf glühenden Kohlen, schlug sich mit den Fäusten auf die Brust und schrie sich die Seele aus dem Leib.
Dann hielt er plötlich inne, drehte sich um und erkannte dass er ganz allein auf weiter Flur war.
Offensichtlich waren die Rituale der neuen Mannschaft noch nicht so ganz eingespielt - er hatte einen klassischen Frühstart hingegelegt, das "Huaaaaarrr" war nicht das Zeichen zum Aufbruch.
Aber so aufgeputscht wie er waren sie dann alle - auch wenn andere Sachen auch noch nicht so recht klappten. Die Nebelmaschine startete erst als schon die halbe Mannschaft auf dem Feld war, die Nationalhymne vom Band schwankte in der Lautstärke zwischen zu leise und zu laut, der erste Ballbesitz des Gegners resultierte gleich in einem Touchdown.
Aber je weiter der Abend voranschritt, desto sicherer wurden die Titans - auf dem Feld und außerhalb. Und das Publikum erwärmte sich auch zunehmend mit dem neuen Team und am Ende des Spiels waren alle begeistert.
Nicht unwesentlich dazu beigetragen hatte der Running Back der Titans, Danny Moon - der die Nummer 6 trägt. Drei Touchdowns und ein Siegeswille, der bis in die letzten Ränge der Tribünen zu spüren war machten ihn zum sofortigen Publikumsliebling.
Das Glanzstück der Titans ist allerdings die Abwehr, die für zwei Interceptions mit anschließendem Touchdown verantwortlich war. Weniger massiv als der Gegner, dafür aber blitzschnell und unermüdlich, haben sie in der zweiten Halbzeit absolut dominiert.
Das Resultat war, dass die Titans das erste Spiel ihrer Geschichte mit 34 zu 21 gewonnen haben.
Dank ihrer guten Abwehr, des Super-Teamgeistes, der Unterstützung der Zuschauer und dem Siegeswillen ihres Running Back, Danny Moon - der die Nummer 6 auf dem Rücken trägt ...
Sunday, December 20, 2009
Overtime
27 für die Titans zu 24 für die Dolphins nach Verlängerung. Das war eines der besten Football-Spiele, die ich je live oder am TV miterlebt habe.
Dabei hatten die Titans zu Beginn des letzten Quarters noch ganz komfortabel mit 24 zu 6 geführt. Aber das eherne Gesetz im Sport lautet nun mal: Es ist nicht vorbei, ehe es vorbei ist.
Und kalt war es, saukalt - knappe drei Grad auf dem Spielfeld, oben in den Tribünen wo wir saßen sicherlich noch ein paar Grad weniger.
Um uns herum vereinzelte Dolphin-Fans - man rückte zusammen und wärmte sich gegenseitig (siehe Foto).
Das finde ich immer noch faszinierend im US-Sport - es gibt durchaus Rivalitäten zwischen Teams, auf dem Platz und auf den Rängen, man tauscht Spottgesänge aus, malt witzige Schilder zum hochhalten und frotzelt sich gegenseitig bis man blau anläuft. Aber alles bleibt immer freundschaftlich und wird nie aggressiv.
Schön war es auch mal wieder das alte Ritual des halbnackten Beschwörungstanzes beobachten zu können. Wenn das eigene Team zurückliegt oder das andere Team gefährlich nahe herangekommen ist, wird um den Beistand der Footballgötter gefleht. Und damit die sehen, dass man es auch ernst meint, bringt man ein Menschenopfer dar - man zieht sich aus und wird furchtbar krank danach.
Das funktioniert natürlich nur bei richtig kalten Temperaturen, im September bewirkt man damit eher, dass so eine Art Strandgefühl aufkommt.
Aber diesmal hat es ganz prima gewirkt - die zwei Jungs unter uns (später kam noch ein dritter hinzu, der allerdings nach kurzer Zeit blau anlief und sich wieder anzog, der Warmduscher) waren erfolgreich beim Beschwören der Götter, die den Titans eine Interception schenkten und den anschließenden Field-Goal Kick durch die Torstangen leiteten.
Jetzt also sind die Titans, nachdem sie die ersten sechs Spiele ziemlich sang- und klanglos verloren hatten, bei 7-7 angekommen und haben sogar noch leise Hoffnungen die Playoffs zu erreichen. Die Dolphins dagegen sind mit dieser Niederlage raus aus den Playoffs - diese Temperaturen sind sie in Miami einfach nicht gewohnt und daher nicht vertraut mit den kältebedingten Menschenopfern, die in nördlicheren Breiten die Götter milde stimmen ...
Dabei hatten die Titans zu Beginn des letzten Quarters noch ganz komfortabel mit 24 zu 6 geführt. Aber das eherne Gesetz im Sport lautet nun mal: Es ist nicht vorbei, ehe es vorbei ist.
Und kalt war es, saukalt - knappe drei Grad auf dem Spielfeld, oben in den Tribünen wo wir saßen sicherlich noch ein paar Grad weniger.
Um uns herum vereinzelte Dolphin-Fans - man rückte zusammen und wärmte sich gegenseitig (siehe Foto).
Das finde ich immer noch faszinierend im US-Sport - es gibt durchaus Rivalitäten zwischen Teams, auf dem Platz und auf den Rängen, man tauscht Spottgesänge aus, malt witzige Schilder zum hochhalten und frotzelt sich gegenseitig bis man blau anläuft. Aber alles bleibt immer freundschaftlich und wird nie aggressiv.
Schön war es auch mal wieder das alte Ritual des halbnackten Beschwörungstanzes beobachten zu können. Wenn das eigene Team zurückliegt oder das andere Team gefährlich nahe herangekommen ist, wird um den Beistand der Footballgötter gefleht. Und damit die sehen, dass man es auch ernst meint, bringt man ein Menschenopfer dar - man zieht sich aus und wird furchtbar krank danach.
Das funktioniert natürlich nur bei richtig kalten Temperaturen, im September bewirkt man damit eher, dass so eine Art Strandgefühl aufkommt.
Aber diesmal hat es ganz prima gewirkt - die zwei Jungs unter uns (später kam noch ein dritter hinzu, der allerdings nach kurzer Zeit blau anlief und sich wieder anzog, der Warmduscher) waren erfolgreich beim Beschwören der Götter, die den Titans eine Interception schenkten und den anschließenden Field-Goal Kick durch die Torstangen leiteten.
Jetzt also sind die Titans, nachdem sie die ersten sechs Spiele ziemlich sang- und klanglos verloren hatten, bei 7-7 angekommen und haben sogar noch leise Hoffnungen die Playoffs zu erreichen. Die Dolphins dagegen sind mit dieser Niederlage raus aus den Playoffs - diese Temperaturen sind sie in Miami einfach nicht gewohnt und daher nicht vertraut mit den kältebedingten Menschenopfern, die in nördlicheren Breiten die Götter milde stimmen ...
Saturday, January 10, 2009
Turnovers
Es reicht. Ich schicke meine Titans Gameday Cap in Pension. Es tut mir leid, denn ich mag diese Cap sehr. Sie ist nicht eine von diesen auf jede Kopfgröße einstellabren "One Size Fits All" Dingern, sondern eine nur auf meine Kopfgröße passende Mütze. Habe sie damals im November 2008 anläßlich meines ersten Live-Spiels gegen die Jets gekauft. Dieses Spiel haben die Titans verloren. Und heute habe ich sie dann zum Playoff-Spiel gegen die Ravens getragen ... die Cap ist 0-2 nun ... das reicht. Vielleicht werde ich sie, nach einer gehörigen Schamzeit, im Haus und in der Stadt tragen. Aber bestimmt nie mehr zu Titans Spielen. Sie hatte ihre Chance ...

... und die hatten auch die Titans heute, das Spiel zu gewinnen. Sechsmal waren sie kurz vor der Endzone und haben es nicht geschafft Punkte zu erzielen. Der Umschwung kam dann endgültig, als sie ein Yard vor der Endzone den Ball verloren haben - jeder in den Zuschauerrängen um mich herum hat das gespürt und obwohl eigentlich noch viel Zeit war das Ding doch noch umzudrehen, blickte ich in leere Gesichter, aus denen jegliche Zuversicht gewichen war. Und die Mannschaft hat das wohl auch gespürt, denn das Aufbäumen war nur halbherzig und letztlich vergebens. Nun ja, vielleicht nächstes Jahr ...
Aber wie immer, war das eigentliche Spiel nur der Anlaß, nicht das Hauptereignis. Man befindet sich für vier Stunden zusammen mit den zwölf oder fümfzehn Leuten in der unmittelbaren Umgebung in einem anderen Universum.
Neben mir der Fan war extra aus Utah angereist für dieses Spiel. Er war ursprünglich aus Kentucky und somit von der geografischen Nähe her zum Titans Fan geworden. Jetzt geht er im Mormonenstaat zum College und hatte sich diese Reise so zwischendurch mal geleistet. Der war vielleicht bedient, als das Spiel verloren war ... oder, wie der Quarterback der Titans, Kerry Collins, nach dem Spiel sagte: "This one's going to hurt for a while."Nicht, weil es keinen Sieg gegeben hat, sondern vielmehr weil man ihn leichtfertig aus der Hand gegeben hatte.
Aber die fast vier Stunden bis dahin haben wir alle jede Menge Spaß zusammen gehabt.
Und natürlich gabe es auch nebenher wieder so einiges interessantes zu beobachten.
Der Typ mit der Gesichtsbemalung war dabei schon recht spooky ...

... der Mensch mit dem selbstgebastelten Titans-Fan-Hut auf fällt da schon eher unter die Kategorie "seltsamer Vogel".

Und natürlich gab es auch wieder jede Menge nationalen Pathos. Im Bild unten singt gerade Martina McBride, hier drüben ein Superstar der Country Music, die Nationalhymne. Währenddessen entfalten Soldaten der 101st Airborne Division, frisch von den Schlachtfeldern in Irak und Afghanistan eingeflogen, eine riesige US Flagge. Am Ende donnern dann Kampfjets der US Air Force über das Stadion - aber die hat man leider nur gehört und nicht gesehen, weil nämlich der Regen viel zu dicht war und die Wolken zu tief hingen.

Auch ein Erlebnis war diesmal der Anmarsch zum Stadion. Ich hatte einen Zeitpunkt erwischt, zu dem die gesamten mitgereisten Fans der anderen Mannschaft aus Baltimore ins Stadion wollten. Um mich herum ein Meer von Lila, den Vereinsfarben der Ravens, und nur hier und dort ein paar Sprengsel Hellblau (die Vereinsfarben der Titans).

Und Downtown Nashville wurde beim Durchzug der Ravens-Fans dann kurzerhand zur "Ravenstown" erklärt. Das waren zwar nur so um die fünf- bis sechstausend und im Statdion sind sie dann im Meer der anderen sechzigtausend Titans-Fans geradezu unter gegangen. Aber imposant war das doch, wie sie als geschlossener Pulk durch die Stadt gezogen sind.Dabei kam es dann immer wieder zu nicht ernst gemeinten Wortgefechten und Frotzeleien - nie jedoch war die Stimmung in irgendeiner Weise gefährlich oder aufgeheizt. Man stelle sich vor, die Schalke-Fans zögen so durch Dortmund ... Nein, hier waren Kinder mit dabei und Pensionäre, ungefähr die Hälfte ds Publikums sind sowieso Frauen. Es ist halt ein Familienereignis und keiner muß Angst haben in eine dunkle Ecke gezogen zu werden , nur weil er die falschen Farben trägt.

Tja, und hier noch ein kleiner Eindruck, wie laut es ist, wenn die Titans Defense auf dem Feld steht. Man hat das mal gemessen und unten auf dem Feld die Lärmwerte eines startenden Jumbos aus 100m Entfernung festgestellt. Das ist dann tatsächlich der 12. Mann, der mit auf dem Feld steht ...
Fazit: Es hat sich gelohnt, auch wenn der Ausgang ruhig anders hätte sein können.
Das war mein zweites Playoff-Spiel der Titans, das ich Live gesehen habe. Das erste, das legendäre "Music City Miracle", als ein schon verlorenes Spiel mit einem der wahnsinnigsten Spielzüge die die NFL je gesehen hatte in den letzten Sekunden doch noch gedreht wurde, war 1999. Dazwischen gab es dann nur noch zwei weitere Spiele, bei denen ich nicht dabei sein konnte. Ich hoffe, dass ich bis zum nächsten Mal nicht wieder zehn Jahre warten muß ....
Sunday, November 23, 2008
Titans vs Jets
Wir waren heute beim Football - die bislang ungeschlagenen Tennessee Titans gegen den alten Haudegen Brett Favre und seine New York Jets.
Nun, die Titans sind nicht mehr das einzig ungeschlagene Team in der NFL ... die Jets haben 34 : 13 gewonnen. Verdientermaßen. Heute lief gar nix für die Titans. Bälle wurden reigenweise fallen gelassen, die Schiedsrichter lagen einige Male daneben und alle schienen irgendwie gehemmt zu sein.
Na ja, eagl. Irgendwann mußten sie ja mal verlieren. Und besser gegen die wirklich beeindruckenden Jets als am Donnerstag gegen die immer noch gewinnlosen Detroit Tigers. Oh Mann, die werden es abkriegen ...
Aber toll war dieser Tag schon. Nicht zuletzt wegen der Atmosphäre und der Typen, die man bei so einer Gelegenheit trifft. Es war schon großes Entertainment.
Zum 101sten Mal in Folge ausverkauft.
Die Karten für diese Saison waren innerhalb von
6 Minuten ausverkauft. Ich hatte Glück ...
Facepainting Jets Fan
Natürlich gab es auch die übliche martialisch-
patriotische Einlage. Die US Flagge wurde
von einem Fallschirmspringer der 101st Airborne Division
ins Stadion gebracht ...
Sleepwalking Titans Fan
Go Titans Go!
Nun, die Titans sind nicht mehr das einzig ungeschlagene Team in der NFL ... die Jets haben 34 : 13 gewonnen. Verdientermaßen. Heute lief gar nix für die Titans. Bälle wurden reigenweise fallen gelassen, die Schiedsrichter lagen einige Male daneben und alle schienen irgendwie gehemmt zu sein.
Na ja, eagl. Irgendwann mußten sie ja mal verlieren. Und besser gegen die wirklich beeindruckenden Jets als am Donnerstag gegen die immer noch gewinnlosen Detroit Tigers. Oh Mann, die werden es abkriegen ...
Aber toll war dieser Tag schon. Nicht zuletzt wegen der Atmosphäre und der Typen, die man bei so einer Gelegenheit trifft. Es war schon großes Entertainment.
Zum 101sten Mal in Folge ausverkauft.Die Karten für diese Saison waren innerhalb von
6 Minuten ausverkauft. Ich hatte Glück ...
Facepainting Jets Fan
Natürlich gab es auch die übliche martialisch-patriotische Einlage. Die US Flagge wurde
von einem Fallschirmspringer der 101st Airborne Division
ins Stadion gebracht ...
Sleepwalking Titans Fan
Go Titans Go!Monday, November 3, 2008
Unbeaten
Dieses Wochenende war für jeden echten Sportfan hier in Bama ein wahrhaft orgiastisches Erlebnis.

Zum ersten Mal seit 1993 steht das Footballteam der University of Alabama, die Crimson Tide, wieder an der Spitze aller Colleges in Amerika. Ungeschlagen, mit neun Siegen, profitierten sie vom Ausrutscher der bisherigen Nummer Eins, den Longhorns der University of Texas gegen die Red Raiders von Texas Tech. Das war eines der besten College Footballspiele, die ich je gesehen habe und selbst meine Frau wurde langsam aber sicher in das spannende Geschehen hineingezogen. Mit 1:29 auf der Uhr marschierten die Red Raiders über das gesamte Feld, um eine Sekunde vor Schluß den entscheidenden Touchdown zu machen. Und die Crimson Tide damit zur Nummer Eins im Lande. Hätte vor der Saison niemenad mit gerechnet, da rangierten sie immer so um den zwanzigsten Platz herum in den Prognosen. Und gleich dahinter kamen die Auburn Tigers, die innerstaatlichen Erzrrivalen. Die sind nun nicht einmal mehr in den Top 25 vertreten ... was es für Bama Fans nur noch um so schöner macht.
Roll Tide!
Und dann noch die Tennessee Titans - ungeschlagen 8-0 zur Halbzeit der NFL-Saison. Den Divisiontitel und damit einen Platz in den Playoffs dürften sie sicher haben.
Und vielleicht ist ja sogar der Super Bowl drin.
In drei Wochen fahre ich zum Spiel gegen Brett Favre und die New York Jets nach Nashville - hatte ich schon erwähnt dass ich Titans Fan bin, seit es sie gibt? Ich war sogar bei ihrem ersten Heimspiel dabei, damals noch als Tennessee Oilers im alten Vanderbilt Stadium.
Ja, das war schon ein geiles Sport-Wochenende ...

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Auburn,
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University of Alabama
Thursday, September 11, 2008
Tata-tata ...
Football is back. Und von nun an für einen Monat, bis die Baseball Saison zum Ende kommt, gibt es jeden Sonntag die Qual der Wahl zwischen vier zeitgleich übertragenen Spielen - 2x Baseball und 2x Football.
Nun, an diesem Wochenende war das keine schwere Entscheidung - ich habe zugesehen wie die Titans die Jaguars niedergerungen haben (7 Sacks, Baby ... Albert Haynesworth rules!). Und in den Spielpausen immer zu den anderen Spielen geschaltet. Bild im Bild wäre jetzt nicht schlecht ... oder passen an die Wohnzimmerwand doch noch drei weitere Flachbildschirme ...?!
Nun, an diesem Wochenende war das keine schwere Entscheidung - ich habe zugesehen wie die Titans die Jaguars niedergerungen haben (7 Sacks, Baby ... Albert Haynesworth rules!). Und in den Spielpausen immer zu den anderen Spielen geschaltet. Bild im Bild wäre jetzt nicht schlecht ... oder passen an die Wohnzimmerwand doch noch drei weitere Flachbildschirme ...?!
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