Dieses Wochenende ist Huntsville eine kleine Ehre zuteil geworden - eine Boeing 787 Dreamliner hat hier Station gemacht. Der Dreamliner mit der Registrierung N787BX ist zur Zeit auf einer Welttournee um dieses bahnbrechende neue Flugzeug potentiellen Kunden vorzustellen. Und nebenbei belohnt man die Boeing-Standorte mit einer Stippvisite, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben.
In Huntsville und Umgebung gibt es einige Boeing-Werke und vor ein paar Monaten hatten wir ja auch schon regelmäßig Besuch von den gigantischen Dreamliftern, umgebauten 747 die ganze Rumpfmittelteile des neuen Passagierjets transportieren können.
Am Freitag ist also N787BX aus Dublin kommend in Huntsville gelandet und über das Wochenende hat es Touren für Boeing-Mitarbeiter und ihre Familien durch das neue Flugzeug gegeben. Leider durfte das ordinäre Publikum nicht an den Vogel heran - aber man hatte einen recht guten Blick darauf vom obersten Parkdeck der Flughafengarage, mit 450er Tele vor der Kamera ...
Von Deutschland nach Alabama ... ein Abenteuer der besonderen Art. Erlebnisse, Gedanken, Absonderlichkeiten - was mir so ein- und auffällt. Und wieso der komische Name - We're French? Siehe rechts unter "About me" ...
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Sunday, January 29, 2012
Dreamliner
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Saturday, September 17, 2011
Dreamlifter
Ich bin heute mit meinem kleinen Sohn beim Flughafen gewesen - Flugzeuge gucken. Er ist ja ein großer Luftfahrt-Fan (wie sein Papa ...) und da musste ich ihm einfach die beiden Dreamlifter zeigen, die in diese Woche hier Station gemacht haben.
Der Dreamlifter ist eine umgebaute Boeing 747 Jumbo Jet und dient unter anderem dazu, die komplette Mittelrumpfsektion der brandneuen, noch gar nicht ausgelieferten Boeing 787 Dreamliner vom Rumpf-Montagewerk in Decatur, Alabama (... gleich um die Ecke von hier ...) zur Endmontagelinie in North Charleston, South Carolina zu bringen.
Andere Teile des Dreamliners kommen aus Indien, Italien, Japan, Frankreich, Süd-Korea und Schweden, um nur einige zu nennen. Aber das größte "Einzelteil", der Mittelrumpf, kommt aus Decatur.
Nun hatte ich angenommen, dass der Transport über den Tennessee River abgewickelt würde, denn das Boeing-Werk wurde direkt ans Ufer dieses Flusses gebaut, mit eigenem Pier und allem was dazu gehört.
Und bisher ist das wohl auch so gelaufen. Inzwischen hat Boeing aber enormen Verzug in der Produktion, so dass man eventuell darüber nachdenkt den langsamen Schiffstransport durch die schnellere Lufttransportvariante zu ersetzen oder wenigstens zu ergänzen.
Und um die Logistik einmal durch zu spielen, könnten die beiden Dreamlifter jetzt auf dem Huntsviller Flughafen stehen.
Es gibt nur vier Exemplare dieser Riesenflieger, was sie zu echten Raritäten auf beinahe jedem Flughafen der Welt machen würde. Ich hoffe mal, dass wir hier in Huntsville in Zukunft regelmäßig das Vergnügen haben werden. Mein Sohn würde sich jedenfalls sehr darüber freuen ...
Der Dreamlifter ist eine umgebaute Boeing 747 Jumbo Jet und dient unter anderem dazu, die komplette Mittelrumpfsektion der brandneuen, noch gar nicht ausgelieferten Boeing 787 Dreamliner vom Rumpf-Montagewerk in Decatur, Alabama (... gleich um die Ecke von hier ...) zur Endmontagelinie in North Charleston, South Carolina zu bringen.
Andere Teile des Dreamliners kommen aus Indien, Italien, Japan, Frankreich, Süd-Korea und Schweden, um nur einige zu nennen. Aber das größte "Einzelteil", der Mittelrumpf, kommt aus Decatur.
Nun hatte ich angenommen, dass der Transport über den Tennessee River abgewickelt würde, denn das Boeing-Werk wurde direkt ans Ufer dieses Flusses gebaut, mit eigenem Pier und allem was dazu gehört.
Und bisher ist das wohl auch so gelaufen. Inzwischen hat Boeing aber enormen Verzug in der Produktion, so dass man eventuell darüber nachdenkt den langsamen Schiffstransport durch die schnellere Lufttransportvariante zu ersetzen oder wenigstens zu ergänzen.
Und um die Logistik einmal durch zu spielen, könnten die beiden Dreamlifter jetzt auf dem Huntsviller Flughafen stehen.
Es gibt nur vier Exemplare dieser Riesenflieger, was sie zu echten Raritäten auf beinahe jedem Flughafen der Welt machen würde. Ich hoffe mal, dass wir hier in Huntsville in Zukunft regelmäßig das Vergnügen haben werden. Mein Sohn würde sich jedenfalls sehr darüber freuen ...
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Friday, October 29, 2010
Wings of Freedom Tour
Es gibt noch ungefähr zwanzig fliegende B-17 Flying Fortress auf der Welt, die Zahl der flugfähigen B-24 Liberator dürfte dagegen einstellig sein, die der P-51 Mustang geht sicherlich in die dutzende.
Von jedem dieser historischen Flugzeuge war heute ein Exemplar auf dem Pryor Field, dem Regionalflughafen von Decatur, AL, zu sehen. Und nicht nur das - für 10 Dollares durfte man sie sogar anfassen und in sie hinein kriechen.
Für mich war nichts wirklich Neues, denn bei meinen knapp 50 Air-Show Besuchen bisher habe ich diese Modelle bereits des öfteren zu sehen bekommen. Aber mein kleiner Sohn, zwei Jahre alt und schon seit längerem ein begeisterter Luftfahrt-Fan, hatte noch nie ein Flugzeug aus der Nähe gesehen, geschweige denn angefasst und darin herumgeturnt.
Also habe ich ihn heute morgen etwas früher aus dem Kindergarten abgeholt und sind nach Decatur gefahren.
Der kleine Mann war völlig hin und weg. Mit glühenden Ohren ist er ein ums andere Mal um die Flieger herumgelaufen, hat gegen die Reifen getreten, hat an Propellerblätter geklopft und ist dann mit dem ächzenden Papa durch die B-24 gekrochen.
Der Höhepunkt war dann, als die Mustang zu einem Flug startete und im Tiefflug über den Flugplatz rauschte.
So einen Flug mit der Mustang kann man übrigens kaufen, denn die Maschine ist zum Zweisitzer umgebaut worden - schlappe 2200 Dollares kostet eine halbe Stunde. Auch in den beiden Bombern kann man mit fliegen - für jeweils 425 Dollares die halbe Stunde.
Die Organisation die diese Flugzeuge betreibt - die Collings Foundation -, ist ein gemeinnützige Stiftung, die sich den Erhalt von historischem Fluggerät widmet. Mit dem fliegen sie durch die Lande, als mobiles Museum sozusagen. Zur Zeit sind sie mit den drei Weltkrieg II Maschinen im 21. Jahr auf der sogenannten Wings of Freedom Tour die ganze Ostküste entlang unterwegs.
Sie haben auch eine F-4 Phantom aus dem Vietnamkrieg, bei der die Flugstunde 9000 Dollar kostet (nein, nicht der Mitflug - nur wenn das Ding eine Stunde in der Luft ist kostet den Betreiber das soviel an Sprit, Wartungskosten, Versicherung etc.).
Klar, dass die versuchen soviel Geld mit den Mitflügen zu machen, wie möglich.
Das haben wir uns dann aber heute doch noch einmal gespart - das Erlebnis am Boden war für den kleinen Mann schon aufregend genug. Unter Schreien und lautstarkem Protest, sich aus Papas Arm winden wollen und mit den Füßen strampelnderweise ging es schließlich wieder zum Auto. Hat ihm wohl gefallen, seine erste kleine Air Show ...
Von jedem dieser historischen Flugzeuge war heute ein Exemplar auf dem Pryor Field, dem Regionalflughafen von Decatur, AL, zu sehen. Und nicht nur das - für 10 Dollares durfte man sie sogar anfassen und in sie hinein kriechen.
Für mich war nichts wirklich Neues, denn bei meinen knapp 50 Air-Show Besuchen bisher habe ich diese Modelle bereits des öfteren zu sehen bekommen. Aber mein kleiner Sohn, zwei Jahre alt und schon seit längerem ein begeisterter Luftfahrt-Fan, hatte noch nie ein Flugzeug aus der Nähe gesehen, geschweige denn angefasst und darin herumgeturnt.
Also habe ich ihn heute morgen etwas früher aus dem Kindergarten abgeholt und sind nach Decatur gefahren.
Der kleine Mann war völlig hin und weg. Mit glühenden Ohren ist er ein ums andere Mal um die Flieger herumgelaufen, hat gegen die Reifen getreten, hat an Propellerblätter geklopft und ist dann mit dem ächzenden Papa durch die B-24 gekrochen.
Der Höhepunkt war dann, als die Mustang zu einem Flug startete und im Tiefflug über den Flugplatz rauschte.
So einen Flug mit der Mustang kann man übrigens kaufen, denn die Maschine ist zum Zweisitzer umgebaut worden - schlappe 2200 Dollares kostet eine halbe Stunde. Auch in den beiden Bombern kann man mit fliegen - für jeweils 425 Dollares die halbe Stunde.
Die Organisation die diese Flugzeuge betreibt - die Collings Foundation -, ist ein gemeinnützige Stiftung, die sich den Erhalt von historischem Fluggerät widmet. Mit dem fliegen sie durch die Lande, als mobiles Museum sozusagen. Zur Zeit sind sie mit den drei Weltkrieg II Maschinen im 21. Jahr auf der sogenannten Wings of Freedom Tour die ganze Ostküste entlang unterwegs.
Sie haben auch eine F-4 Phantom aus dem Vietnamkrieg, bei der die Flugstunde 9000 Dollar kostet (nein, nicht der Mitflug - nur wenn das Ding eine Stunde in der Luft ist kostet den Betreiber das soviel an Sprit, Wartungskosten, Versicherung etc.).
Klar, dass die versuchen soviel Geld mit den Mitflügen zu machen, wie möglich.
Das haben wir uns dann aber heute doch noch einmal gespart - das Erlebnis am Boden war für den kleinen Mann schon aufregend genug. Unter Schreien und lautstarkem Protest, sich aus Papas Arm winden wollen und mit den Füßen strampelnderweise ging es schließlich wieder zum Auto. Hat ihm wohl gefallen, seine erste kleine Air Show ...
Friday, September 17, 2010
Alabama Bitch
Da baut einer ein Flugzeug - in seiner Garage. Nein, mittlerweile hat er zwei Garagen gemietet, eine fürs Bauen und die andere um fertige Großteile und Material darin zu lagern.
Wenn es mal fertig ist, wird es ein zweisitziges Experimentalflugzeug sein. Das ist hier in Amiland eine eigene Kategorie für Selbstbauflieger. Mein Freund und Kollege Kai hat sich nämlich einen Bausatz bei Van's Aircraft gekauft. Und nun bekommt er regelmäßig große Kisten mit Metallteilen, Nieten, Kabeln und Bauplänen vor die Garage gestellt.
Ist so ein bisschen wie Lego, nur größer, aus Metall und sehr viel teurer.
Angefangen hat er Anfang des Jahres, nach seiner Einschätzung ist er zu 60% fertig, wobei die Metallarbeiten nahezu abgeschlossen sind. Jetzt kommt der ganze ätzende Kleinkram dran - Elektrokabel legen, Benzinleitungen einbauen, Innenraum lackieren, Instrumente einbauen, noch mehr Kabel legen und so weiter. Ziel ist es, nächstes Jahr im Sommer damit los fliegen zu können.
Kosten wird ihn der Spaß ungefähr neunzig Große - alleine der Motor schlägt mit gut dreißigtausend zu Buche, der Propeller mit sechstausend und so weiter. Wenn man die Arbeitsstunden dazurechnet ... darf man aber nicht. Erstens gibt es diese Klasse kleiner Zweisitzer nicht zum Kaufen, sondern nur zum selber bauen. Und zweitens ist das schon etwas besonderes, sein eigenes Flugzeug zusammen zu schrauben. Kai kennt jede Niete beim Vornamen und diesen Flieger wird er sicher solange besitzen, wie er eine Garage findet um ihn unterstellen zu können. Und wenn sie ihn dann eines Tages zu Grabe tragen, werden einfach die Tragflächen abmontiert und er darin, den Steuerknüppel in den knochigen Händen haltend, in die Gruft versenkt - so wie chinesische Kaiser, die sich auf ihrem Lieblingspferd sitzend begraben ließen.
Aber bis dahin ist es hoffentlich noch einige Zeit - was auch davon abhängt, wie gut jeder Niet an dem Flieger sitzt. Nun ja, nicht jeder einzelne Niet - denn die Firma Van's Aircraft kennt schon ihre Pappenheimer und hat gut dreimal so viele Niete vorgesehen, wie eigentlich gebraucht werden. Wenn da mal der eine oder andere nicht ganz perfekt sitzt, ist das noch kein Beinbruch. Trotzdem, ganz so trivial ist diese ganze Sache eben auch nicht und selbst als Ingenieur (na ja, Kai ist Elektroingenieur, das zählt fast nicht ...) ist das eine große Herausforderung. Kann man nur machen, wenn man Abends sonst nichts vor hat. Gute 3000 Arbeitsstunden wird er wohl herein stecken - oder sogar noch mehr. Es gibt da ein, zwei Teile aus der Anfangszeit, die er gerne noch einmal gemacht hätte.
Einen Namen hat der Flieger natürlich auch - nachdem er zuerst Alabama Heavy Metal hieß (weil er zum Sound von Heavy Metal Musik entsteht ...), wurde er neulich auf Alabama Bitch umgetauft. Ist eine längere Geschichte, hat mit einer Frau zu tun und gehört nicht hierher. Vielleicht kann ich ihn ja noch überzeugen, einen weniger Hip-Hop-mässigen Namen für den fertigen Flieger zu wählen. Meine Frau schlägt "irgendetwas mit Freedom" vor ... passt gut, denn der Flieger ist seine eigene, persönliche Freiheit. Ich hoffe sehr, dass der Jungfernflug im nächsten Jahr hier in Huntsville stattfinden kann - oder jedenfalls solange wir noch hier sind. Wie immer das Flugzeug dann auch heißen wird ...
Wenn es mal fertig ist, wird es ein zweisitziges Experimentalflugzeug sein. Das ist hier in Amiland eine eigene Kategorie für Selbstbauflieger. Mein Freund und Kollege Kai hat sich nämlich einen Bausatz bei Van's Aircraft gekauft. Und nun bekommt er regelmäßig große Kisten mit Metallteilen, Nieten, Kabeln und Bauplänen vor die Garage gestellt.
Ist so ein bisschen wie Lego, nur größer, aus Metall und sehr viel teurer.
Angefangen hat er Anfang des Jahres, nach seiner Einschätzung ist er zu 60% fertig, wobei die Metallarbeiten nahezu abgeschlossen sind. Jetzt kommt der ganze ätzende Kleinkram dran - Elektrokabel legen, Benzinleitungen einbauen, Innenraum lackieren, Instrumente einbauen, noch mehr Kabel legen und so weiter. Ziel ist es, nächstes Jahr im Sommer damit los fliegen zu können.
Kosten wird ihn der Spaß ungefähr neunzig Große - alleine der Motor schlägt mit gut dreißigtausend zu Buche, der Propeller mit sechstausend und so weiter. Wenn man die Arbeitsstunden dazurechnet ... darf man aber nicht. Erstens gibt es diese Klasse kleiner Zweisitzer nicht zum Kaufen, sondern nur zum selber bauen. Und zweitens ist das schon etwas besonderes, sein eigenes Flugzeug zusammen zu schrauben. Kai kennt jede Niete beim Vornamen und diesen Flieger wird er sicher solange besitzen, wie er eine Garage findet um ihn unterstellen zu können. Und wenn sie ihn dann eines Tages zu Grabe tragen, werden einfach die Tragflächen abmontiert und er darin, den Steuerknüppel in den knochigen Händen haltend, in die Gruft versenkt - so wie chinesische Kaiser, die sich auf ihrem Lieblingspferd sitzend begraben ließen.
Aber bis dahin ist es hoffentlich noch einige Zeit - was auch davon abhängt, wie gut jeder Niet an dem Flieger sitzt. Nun ja, nicht jeder einzelne Niet - denn die Firma Van's Aircraft kennt schon ihre Pappenheimer und hat gut dreimal so viele Niete vorgesehen, wie eigentlich gebraucht werden. Wenn da mal der eine oder andere nicht ganz perfekt sitzt, ist das noch kein Beinbruch. Trotzdem, ganz so trivial ist diese ganze Sache eben auch nicht und selbst als Ingenieur (na ja, Kai ist Elektroingenieur, das zählt fast nicht ...) ist das eine große Herausforderung. Kann man nur machen, wenn man Abends sonst nichts vor hat. Gute 3000 Arbeitsstunden wird er wohl herein stecken - oder sogar noch mehr. Es gibt da ein, zwei Teile aus der Anfangszeit, die er gerne noch einmal gemacht hätte.
Einen Namen hat der Flieger natürlich auch - nachdem er zuerst Alabama Heavy Metal hieß (weil er zum Sound von Heavy Metal Musik entsteht ...), wurde er neulich auf Alabama Bitch umgetauft. Ist eine längere Geschichte, hat mit einer Frau zu tun und gehört nicht hierher. Vielleicht kann ich ihn ja noch überzeugen, einen weniger Hip-Hop-mässigen Namen für den fertigen Flieger zu wählen. Meine Frau schlägt "irgendetwas mit Freedom" vor ... passt gut, denn der Flieger ist seine eigene, persönliche Freiheit. Ich hoffe sehr, dass der Jungfernflug im nächsten Jahr hier in Huntsville stattfinden kann - oder jedenfalls solange wir noch hier sind. Wie immer das Flugzeug dann auch heißen wird ...
Friday, October 2, 2009
First Class
Bis Jahresende werde ich von den verbleibenden zwölf Wochen fünf mit Dienstreisen zubringen. Habe ich mir nicht ausgesucht, das bringt der Job halt so mit sich.
Als Angehöriger einer multinationalen Regierungsagentur bin ich dabei den üblichen Sparsamkeitsgrundsätzen verpflichtet um das Geld der Steuerzahler nicht unnütz zu verschwenden - also fliege ich Holzklasse. Unsere Vertragspartner bei der Industrie fliegen Business Class, das haben sie sich so in den Vertrag hinein schreiben lassen. Was dazu führt, dass sie nach einem zehn Stunden Flug nach Europa frisch und ausgeruht in die Meetings kommen, während wir Regierungsvertreter zerschlagen, gnarzig und halbtot vor Müdigkeit dort herum hängen - was irgendwie schon ein unfairer Vorteil für die andere Seite ist. Aber das ist eine völlig andere Geschichte und ich wollte es nur mal so nebenbei erwähnen.
Nun war ich also in dieser Woche auf der ersten der fünf Dienstreisen und konnte meinen Augen nicht trauen - für den Rückflug von Orlando nach Atlanta gestern war ich in der First Class gebucht. Keine Ahnung wieso, vielleicht hat die Agentur einen Vielfliegerbonus eingelöst, vielleicht hatte Delta keine Holzklassensitze mehr frei auf diesem Flug - egal, erste Klasse ist erste Klasse, da stellt man keine Fragen, sondern genießt diese Gelegenheit. Leider nur für knappe neunzig Minuten, denn länger dauerte der Flug nicht.
Aber das ist schon ein Unterschied.
Es fängt damit an, dass man als erster ins Flugzeug darf. Kein Gedrängel im Gang, keine Probleme das Handgepäck unterzubringen, weil irgendwelche Idioten meinen sie müßten die Overhead Stauräume mit ihren Überseekoffern zustopfen. Nein, mit nur zwanzig Passagieren in der ersten Klasse gibt es kein Gerangel, keine Wartezeit und keine Hektik.
Nachdem man also seine Habseligkeiten locker verstaut hat setzt man sich ... nein, man setzt sich nicht so einfach, man logiert. Die Sessel, ledergepolstert selbstverständlich, sind breit und tief und hoch und haben einen Sitzabstand den man tatsächlich als solchen bezeichnen kann. In der Holzklasse kämpfe ich andauernd mit meinen Vorderleuten, die ihre Lehnen zurücksetzen wollen und dabei mit meinen Knien kollidieren. Sie drücken, ich drücke und irgendwann einigen wir uns dann entnervt auf eine Mittelposition.
Nicht so in der ersten Klasse, hier herrscht Freiheit - Beinfreiheit!
Man richtet sich also gemütlich ein und schon kommt die Stewardess und kümmert sich um das leibliche Wohlbefinden - Cola, Bier, Wein, Cocktails, was hätten Sie denn gerne?!
Währenddessen tobt hinter einem, in der Holzklasse, der übliche Kleinkrieg beim Einsteigen, herrscht Chaos und Hektik und immer wieder kommt die Durchsage, man möge doch den Gang freimachen und sich gefälligst hinsetzen damit wir endlich los können.
Mich ficht das diesmal nicht an, ich sitze bereits seit gut einer Viertelstunde gemütlich und entspannt in meinem Ledersessel, sehe den Piloten bei den Startvorbereitungen über die Schulter und schlürfe an meiner Cola.
Ach ja, das Eis beginnt langsam zu schmelzen - könnte ich ... aber natürlich bekomme ich ein frisches Glas, serviert mit einem strahlenden Lächeln.
Glas. Nicht Plastik. Ein Glas, aus echtem Glas. Nicht Plastik. Aber das sagte ich schon. Wer es nicht glaubt - ein Bild sagt mehr ....
Und als Snack hatte ich die Auswahl zwischen Peanuts, Brezeln, Twix, Cookies, Kaviar und Hummer ... na ja, ich habe mich dann für das Twix entschieden, Kaviar auf nüchternen Magen vertrage ich nicht so gut.
Ich habe niemals zuvor so einen entspannten und bequemen Flug gehabt. Und natürlich waren wir erste Klasse Passagiere auch die ersten, die in Atlanta das Flugzeug wieder verlassen haben - hätte ich mich erst durch die Holzklasse nach draußen kämpfen müssen, wäre mein Anschlußflug auch nicht zu schaffen gewesen.
Ein großes Problem habe ich jetzt natürlich - wie kann ich nach dieser Erfahrung jemals wieder Holzklasse fliegen? Ich bin von nun an verdorben für diese Art des Massentransports und mein einziges Ziel im Leben wird fortan sein, wieder in den Genuß dieser exquisiten Erfahrung zu kommen - vielleicht sogar bei einer Dienstreise nach Europa. Zehn Stunden erste Klasse - das ist wie eine kleine Gehaltserhöhung ...
Als Angehöriger einer multinationalen Regierungsagentur bin ich dabei den üblichen Sparsamkeitsgrundsätzen verpflichtet um das Geld der Steuerzahler nicht unnütz zu verschwenden - also fliege ich Holzklasse. Unsere Vertragspartner bei der Industrie fliegen Business Class, das haben sie sich so in den Vertrag hinein schreiben lassen. Was dazu führt, dass sie nach einem zehn Stunden Flug nach Europa frisch und ausgeruht in die Meetings kommen, während wir Regierungsvertreter zerschlagen, gnarzig und halbtot vor Müdigkeit dort herum hängen - was irgendwie schon ein unfairer Vorteil für die andere Seite ist. Aber das ist eine völlig andere Geschichte und ich wollte es nur mal so nebenbei erwähnen.
Nun war ich also in dieser Woche auf der ersten der fünf Dienstreisen und konnte meinen Augen nicht trauen - für den Rückflug von Orlando nach Atlanta gestern war ich in der First Class gebucht. Keine Ahnung wieso, vielleicht hat die Agentur einen Vielfliegerbonus eingelöst, vielleicht hatte Delta keine Holzklassensitze mehr frei auf diesem Flug - egal, erste Klasse ist erste Klasse, da stellt man keine Fragen, sondern genießt diese Gelegenheit. Leider nur für knappe neunzig Minuten, denn länger dauerte der Flug nicht.
Aber das ist schon ein Unterschied.
Es fängt damit an, dass man als erster ins Flugzeug darf. Kein Gedrängel im Gang, keine Probleme das Handgepäck unterzubringen, weil irgendwelche Idioten meinen sie müßten die Overhead Stauräume mit ihren Überseekoffern zustopfen. Nein, mit nur zwanzig Passagieren in der ersten Klasse gibt es kein Gerangel, keine Wartezeit und keine Hektik.
Nachdem man also seine Habseligkeiten locker verstaut hat setzt man sich ... nein, man setzt sich nicht so einfach, man logiert. Die Sessel, ledergepolstert selbstverständlich, sind breit und tief und hoch und haben einen Sitzabstand den man tatsächlich als solchen bezeichnen kann. In der Holzklasse kämpfe ich andauernd mit meinen Vorderleuten, die ihre Lehnen zurücksetzen wollen und dabei mit meinen Knien kollidieren. Sie drücken, ich drücke und irgendwann einigen wir uns dann entnervt auf eine Mittelposition.
Nicht so in der ersten Klasse, hier herrscht Freiheit - Beinfreiheit!
Man richtet sich also gemütlich ein und schon kommt die Stewardess und kümmert sich um das leibliche Wohlbefinden - Cola, Bier, Wein, Cocktails, was hätten Sie denn gerne?!
Währenddessen tobt hinter einem, in der Holzklasse, der übliche Kleinkrieg beim Einsteigen, herrscht Chaos und Hektik und immer wieder kommt die Durchsage, man möge doch den Gang freimachen und sich gefälligst hinsetzen damit wir endlich los können.
Mich ficht das diesmal nicht an, ich sitze bereits seit gut einer Viertelstunde gemütlich und entspannt in meinem Ledersessel, sehe den Piloten bei den Startvorbereitungen über die Schulter und schlürfe an meiner Cola.
Ach ja, das Eis beginnt langsam zu schmelzen - könnte ich ... aber natürlich bekomme ich ein frisches Glas, serviert mit einem strahlenden Lächeln.
Glas. Nicht Plastik. Ein Glas, aus echtem Glas. Nicht Plastik. Aber das sagte ich schon. Wer es nicht glaubt - ein Bild sagt mehr ....
Und als Snack hatte ich die Auswahl zwischen Peanuts, Brezeln, Twix, Cookies, Kaviar und Hummer ... na ja, ich habe mich dann für das Twix entschieden, Kaviar auf nüchternen Magen vertrage ich nicht so gut.
Ich habe niemals zuvor so einen entspannten und bequemen Flug gehabt. Und natürlich waren wir erste Klasse Passagiere auch die ersten, die in Atlanta das Flugzeug wieder verlassen haben - hätte ich mich erst durch die Holzklasse nach draußen kämpfen müssen, wäre mein Anschlußflug auch nicht zu schaffen gewesen.
Ein großes Problem habe ich jetzt natürlich - wie kann ich nach dieser Erfahrung jemals wieder Holzklasse fliegen? Ich bin von nun an verdorben für diese Art des Massentransports und mein einziges Ziel im Leben wird fortan sein, wieder in den Genuß dieser exquisiten Erfahrung zu kommen - vielleicht sogar bei einer Dienstreise nach Europa. Zehn Stunden erste Klasse - das ist wie eine kleine Gehaltserhöhung ...
Friday, May 15, 2009
Duty
Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps - und manchmal braucht man Schnaps um den Dienst
zu ertragen ...
Diese Woche war schon recht mühsam. Am Montag nach Orlando geflogen - der Flieger ging um halb sieben, also um halb fünf raus aus den Federn.
Hin, Besprechung, wieder zurück. Macht keinen Spaß sowas. Hatte ich ja erst vor vier Wochen, damals nach Deutschland - Dienstag hin, Mittwoch gelandet, Donnerstag die Besprechung und Freitag wieder zurück. Kaum Zeit den Jetlag der Hinreise durch den der Rückreise zu ersetzen ...
Dafür hatte ich diesmal beim Rückflug wenigstens einen Fensterplatz. Die Fotos unten zeigen Orlando (der gelbliche Komplex gehört zu Disneyworld) und den Schatten unserer Boeing 757 neben einem Autobahnkreuz.


Donnerstag kaum wieder im Office jagte ein Meeting das nächste, sodaß ich gar nicht erst dazu gekommen bin den notwendigen Trip-Report zu schreiben. Das habe ich dann heute gemacht, ausführlich und umfassend. An meinem freien Freitag, den ich theoretisch alle zwei Wochen habe weil ich dazwischen die Zeit herausarbeite. Bis sechs Uhr habe ich im Office gesessen und als ich endlich fertig war und das Licht im Gebäude ausmachte, merkte ich dass mein Auto alleine auf dem Parkplatz stand.
Manchmal macht es wirklich recht wenig Spaß. Aber die Arbeit muß halt gemacht werden und immerhin zahlen sie sehr gut ...
zu ertragen ...
Diese Woche war schon recht mühsam. Am Montag nach Orlando geflogen - der Flieger ging um halb sieben, also um halb fünf raus aus den Federn.
Hin, Besprechung, wieder zurück. Macht keinen Spaß sowas. Hatte ich ja erst vor vier Wochen, damals nach Deutschland - Dienstag hin, Mittwoch gelandet, Donnerstag die Besprechung und Freitag wieder zurück. Kaum Zeit den Jetlag der Hinreise durch den der Rückreise zu ersetzen ...
Dafür hatte ich diesmal beim Rückflug wenigstens einen Fensterplatz. Die Fotos unten zeigen Orlando (der gelbliche Komplex gehört zu Disneyworld) und den Schatten unserer Boeing 757 neben einem Autobahnkreuz.


Donnerstag kaum wieder im Office jagte ein Meeting das nächste, sodaß ich gar nicht erst dazu gekommen bin den notwendigen Trip-Report zu schreiben. Das habe ich dann heute gemacht, ausführlich und umfassend. An meinem freien Freitag, den ich theoretisch alle zwei Wochen habe weil ich dazwischen die Zeit herausarbeite. Bis sechs Uhr habe ich im Office gesessen und als ich endlich fertig war und das Licht im Gebäude ausmachte, merkte ich dass mein Auto alleine auf dem Parkplatz stand.
Manchmal macht es wirklich recht wenig Spaß. Aber die Arbeit muß halt gemacht werden und immerhin zahlen sie sehr gut ...
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