Tuesday, March 2, 2010

Enough already!


Es reicht. Nun haben wir März und es schneit immer noch. Nicht andauernd aber immer mal wieder. Wie heute morgen. Ich habe den Eindruck, dass mittlerweile die Leute hier der weißen Pracht längst nicht mehr so panisch gegenüber stehen wie noch am Anfang des Winters. Es ist eine gewisse Gelassenheit eingekehrt, ein Gewöhnungseffekt hat eingesetzt, ein allgemeines Achselzucken wenn die Flocken mal wieder tanzen.
Trotzdem - Frühling, trau dich, komm heraus!

Monday, February 22, 2010

Barnhill's - No more!

Eigentlich sollte ich ja diese Woche wieder einmal nach Orlando fliegen. Zu dumm, dass wir gestern bei Barnhill's essen waren. Nach einem reichlich miserablen Abend, den ich vorzugweise auf der Toilette verbrachte, und einer sehr unruhigen Nacht, mit etwas geringerer Frequenz der Toilettenbesuche, habe ich den ganzen heutigen Tag völlig erledigt im Bett verbracht.
Meine Frau hat die Nacht hindurch auf ihre Toilettenbesuche gewartet - keine wirklich angenehme Situation, wenn man weiß es muß raus, aber nichts passiert. Heute morgen war es dann endlich so weit.
Wir haben uns also eine regelrechte Lebensmittelvergiftung eingehaldelt. Zum Glück  ist den Kindern nichts passiert - die haben nur eis und Cookies gefuttert, nicht das, was uns krank gemacht hat.
Eigentlich sollte ja nichts passieren, denn Barnhill's hat einen Food Safety Score von 89 - nicht überragend, aber auch nicht in bedenklichen Regionen.
Klar ist jedoch, dass wir dort nicht mehr hingehen. Hat auch etwas mit der psychologischen Seite zu tun - ich würde wahrscheinlich schon zum Kotzen anfangen, sobald wir auf den Parkplatz fahren ...

Saturday, February 20, 2010

Spring is here

Heute war es 16 Grad warm, strahlend blauer Himmel, kein Wind.
Im Botanischen Garten blühen die Krokusse und man legt sich im Unterhemd auf eine der Bänke in der Sonne.


 


Und morgen soll es dann noch zwei Grad wärmer werden ... was bedeutet, dass wir wahrscheinlich wieder mit Tornados rechnen dürfen. Jede Medaille hat eben zwei Seiten ... 




God is God

Ein Aufkleber, gestern an einem dieser Monster-Trucks gesehen (leider nicht fotografiert - war schon zu dunkel): God is God and Allah is not!
Daneben dann noch die üblichen Schmähungen für Obama: Kommunist, Liberaler, Gesundheitsreformterrorist, Untergeher des Abendlandes.
Und dann dieser Typ, der sich vorgestern mit seinem Flugzeug in das Finanzamt in Austin, Texas gestürzt hat, weil "Gewalt nicht eine Antwort ist, sondern die einzige!".
Für was?  Dass es allen stinkt Steuern zu zahlen? Weil der Präsident ein Kommunist ist, der den hart arbeitenden Bürgern mit seinen Steuern und Reformen ihr sauer verdientes Geld wegnimmt?
Auf die Frage, wieso hier Waffen in jedem Haushalt sind, antworteten in einer nicht repräsentativen aber nichtsdestotrotz sehr erhellenden Umfrage, die ich vor einiger Zeit unter meinen amerikanischen Kollegen durchgeführt hatte, hundert Prozent: "Damit wir uns wehren können, wenn die Regierung in Washington uns alles wegnehmen will!"
Und dann gibt es da noch die neue Bewegung der "Tea Party" - eine Volksbewegung, die, wie ihre Namensgeber während der amerikanischen Revolution, gegen das Recht des Königs, nun, des Präsidenten protestiert, Steuern für den Staat zu erheben - und mit diesen Steuern dann solche kommunistischen Dinge zu machen wie Sozialhilfe zu bezahlen, Programme gegen Jugendarmut und Obdachlosigkeit aufzusetzen und Entwicklungshilfe für irgendwelche Ni...., ahem, schwarzafrikanischen Diktaturen zu leisten.
Wenn man zynisch wäre, könnte man da einen bestimmten Typus des häßlichen Amerikaners daraus konstruieren ... der americanus nationalistus ignorantus superior.
Daran, und überhaupt an allem, darin ist man sich generell einig, ist einzig und alleine der kommunistische Muslim im Weißen Haus schuld ...

Friday, February 12, 2010

A Nation of Killers

 



Da marschiert doch heute eine Assistenz-Professorin der Bio-Gentechnischen Fakultät der University of Alabama in Huntsville in eine Fakultätssitzung, zieht ihre 9mm und nietet die Anwesenden um. Resultat: 3 Tote, 2 Schwerverletzte und ein Leichtverletzter.
Völlig irre. 
Weswegen sie es getan hat? Darüber wird im Moment spekuliert. Eine Theorie besagt, weil sie nicht die erhoffte Festanstellung bekommen hätte. Eine andere besagt, weil sie eine der Erfindungen, die sie in ihren sechs Jahren als Assi gemacht hat und nun zu Geld machen wollte, nicht mit der Universität hat teilen wollen (was aber nun einmal so die Regel ist, wenn man mit dem Geld der Uni forscht ...).
Egal was nun letztendlich der Auslöser war, so regelt man doch keine Streitigkeiten am Arbeitsplatz. Nun, "man" wohl eher nicht, die Amis allerdings wohl eher doch.
Weil hier die Hemmschwelle, eine Waffe zu benutzen, eheblich niedriger liegt als im Rest der zivilisierten Welt. Und weil es Waffen in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. 
Und es ist wirklich nicht so einfach daher gesagt, wenn die Neuankömmlinge aus Europa davor gewarnt werden, vor allem im Straßenverkehr Zurückhaltung und Defensive walten zu lassen - man weiß nie, ob der Kerl dem man gerade den Finger gegeben hat, nicht eine Zwillingsflak unter dem Armaturenbrett hat.
Oder eine 9mm im Haus, die man dann mit zu einer Fakultätssitzung bringt - nur für den Fall, dass man sich mal eben abreagieren muß.
Allerdings sieht es in diesem Fall nun gar nicht nach einer Affekthandlung aus, sondern tatsächlich wie geplanter, kaltblütiger Mord. Sie war zu der Sitzung nämlich gar nicht eingeladen gewesen ...
Dr. Amy Bishop, die Dame mit dem nervösen Zeigefinger, ist darüber hinaus schon einmal unangenehm aufgefallen. Und zwar hat sie 1986 ihren Bruder mit der Schrotflinte erschossen. Der örtliche Sheriff hat das ganze als "Unfall" eingestuft und danach die Akten vernichtet. 
Was jetzt allerdings durch das nationale Interesse an diesem Fall an Zeugenaussagen und Erinnerungen ans Licht kommt, läßt das Ganze als ziemlich merkwürdigen Fall erscheinen. Verwickelt ist nicht nur der mittlerweile längst pensionierte Sheriff, sondern auch ein damals noch junger Staatsanwalt, der jetzt im Senat von Massachussetts sitzt ... man darf gespannt sein, was da schließlich für ein Krimi zum Vorschein kommt. Das alles sieht sehr nach der Spitze eines recht interessanten Eisberges aus ...
Oh, und wenn hier jemand das Mitgefühl für die Getöteten vermißt - ja, klar, dumme Sache, hätte nicht passieren sollen, ist wirklich ganz schrecklich. Aber so ist das hier eben - heute ein Schüler, nächste Woche drei Wissenschaftler, danach ein paar Polizisten, dann ein Abtreibungsarzt, dann ... man stumpft ab mit der Zeit. Das ist Teil des Alltags hier, leider.

Nachtrag am 14.02.: 
Von wegen Eisberg ... das ist ein ganzer Kontinent, der uns da entgegen kommt.
Die neuetse Enthüllung aus dem Leben der Amy Bishop - sie war 1993 eine Verdächtige in einem Fall von "Rohrbombe per Post". Treffen sollte es - man höre und wundere sich nicht - ihren damaligen Doktorvater, der ihr wohl eine schlechte Note für die Doktorarbeit geben wollte. Der aber wurde ob des merkwürdigen Paketes in seinem Briefkasten mißtrauisch und rief die Polizei - die die Höllenmaschine dann flugs entschärfte.
Dr. Amy war Hauptverdächtige, es konnte ihr aber nie etwas nachgewiesen werden.
Das Bild scheint sich zu verdichten - leg dich nicht mit Amy an, die knallt dich sonst ab oder legt dir eine Bombe in den Briefkasten. 
Mal sehen was sie als nächstes herausfinden - vielleicht war es gar nicht Bush, der in 2003 den Irak-Krieg angezettelt hat, sondern Dr. Amy war sauer auf Saddam, weil der ihre Rechnung über die Entwicklung eines neuen Nervengiftes nicht bezahlt hatte ... das ist vielleicht eine Räuberpistole!

Monday, February 8, 2010

Winter ... still


Irgendwie werden wir diesen Winter nicht los. Jede Woche Schnee, Kälte die in alle Poren kriecht, die Sonne haben wir auch schon seit Tagen nicht mehr gesehen ... da kann man echt depressiv werden.
Es wird Zeit, dass der Frühling kommt. Ich habe die Schnauze voll vom Winter. Get lost!

Sunday, February 7, 2010

Super Bowl 44

Heute war Super Bowl 44 - ohne mich, ich habe krank im Bett gelegen und geschlafen. Verpasst habe ich aber nicht sehr viel, weil das bedeutenste, aufregenste und meist diskutierte Ereignis bereits Wochen vorher durch alle Medien ging.
In einer der zahllosen Werbepausen in diesem Spiel wurde also ein Werbespot gesendet, in dem ein national bekannter College-Footballspieler und seine Mami davon berichten, wie vor seiner Geburt die Ärzte zur Abtreibung geraten hätten, weil erstens das Kind wahrscheinlich mit schweren Schäden zur Welt kommen würde, und zweitens die gute Chance bestehe, dass die Mutter die Geburt nicht überlebte.
Da Mami nun aber an Gott glaubt und grenzenloses Vetrauen in ihn setzt, entscheidet sie sich, das Kind doch zu bekommen, was dann zwanzig Jahre später ein nationaler Held wird, der den nationalen Titel gewinnt und nächstes Jahr, wenn er in die NFL wechselt, bestimmt den Super-Duper-Riesenvertrag bekommt.
Bemerkenswert an der Geschichte ist eigentlich nicht so sehr die Story von Tim Tebow und seiner Geburt, der ultra-christlichen Ausrichtung seiner Familie oder dass er, recht untypisch für einen Zwanzigjährigen, mit seiner Mama im TV auftritt.
Nein, bemerkenswert ist die Reaktion im Lande auf diesen TV Spot - man sollte meinen, die sind alle so gaga-christlich hier, dass man da Eulen nach Athen getragen hat. Ist aber nicht so, der gute Tim hat jede Menge Gegenwind zu spüren bekommen. Der Kampf zwischen Abtreibungsgegnern und den Befürwortern der Entscheidungsfreiheit in dieser Sache ist hier in amiland noch längst nicht ausgefochten. Und so lange immer wieder sogenannte "Abtreibungsärzte" umgebracht werden )siehe Post "God sent the Killer"), ist diese Debatte weit davon entfernt sachlich und nüchtern geführt zu werden.



Und noch einen Aufreger hat es im Vorfeld gegeben - der Werbespot einer Internet Dating Site für Schwule, mancrunch.com.
Lange Debatte, ob soetwas in den Super Bowl, ins TV, in Amiland gehört.
Dann, kurz vor dem Spiel, hat der übertragende TV Sender entschieden, dass solch eine Werbung nicht mit den hohen Standards des Senders vereinbar seien.
So ist das eben hier in Amiland - in der Bibel steht ja auch nix darüber, dass man Schwule wie Menschen behandeln soll.
Mensch Guido, wenn Du nächstes Mal nach Washington kommst, sag bloß keinem, dass Du unser Außenminister bist - die exkommunizieren uns glatt, wenn sie herausfinden dass der nette Herr an Deiner Seite dort auch nachts ist ...

Ach ja, das Spiel haben dann wohl die New Orleans Saints 31 - 17 über die favorisierten Indianapolis Colts gewonnen. Wie viele von den Spielern wohl heimlich schon einmal auf mancrunch.com gewesen sind?

National Junior Honor Society


Was für ein stolzer Tag für unseren Großen (und für uns ...) - er ist am Donnerstag offiziell während einer kleinen Feierstunde in die National Junior Honor Society aufgenommen worden.
Die Voraussetzungen dafür sind recht heftig -  nur Einsen in der Schule, exemplarisches Verhalten in und außerhalb der Schule, Ableistung von freiwilligen Arbeitsstunden bei wohltätigen Projekten und Beteiligung an den gemeinnützigen Projekten der Honor Society selbst.
Und was bringt das nun? Es bildet den Charakter, man knüpft soziale und anderweitige Kontakte, erhöht das Prestige und man tut auch noch ein gutes Werk dabei.
Schade, dass es soetwas nicht auch in Deutschland gibt. Aber da würde ja gleich der Krawall losgehen, von wegen elitistisch und die sind wohl was besseres als wir ...

Friday, February 5, 2010

Killer Nation



Heute hat in der Discovery Middle School in Madison ein Schüler einen Mitschüler erschossen.
Der Killer, dessen Name nicht bekannt gegeben wurde weil er noch minderjährig ist, hat Todd Brown, 14, in den Hinterkopf geschossen - "weil er es verdient hatte", wie er nach den Aussagen von Augenzeugen sagte, nachdem der Streit im Gang beendet war und sich das Opfer in seinen Klassenraum begeben wollte.
Da ist man dann geschockt und sprachlos, denn soetwas erwartet man nicht in einer Schule wie Discovery, in der die meisten Schüler Kinder von Wissenschaftlern und Ingenieuren sind und zur oberen Mittelschicht gehören.
Anscheinend gehörten die beiden zu einer Gruppe von Schülern, die fasziniert von echten Jugend-Gangs in den Großstädten der USA waren und das dann "nachgespielt" haben - so wie wir früher Cowboy und Indianer oder Räuber und Gendarm gespielt haben.
Nur eben mit Platzpatronen oder laut "Peng Peng" rufend.
Hier, wo man Waffen allen Kalibers im Supermarkt kaufen kann, wird so ein Spiel dann schon mal ganz real.
Wobei der Grund für diesen feigen, kaltblütigen Mord anscheinend etwas damit zu tun hatte, dass der Killer nicht mehr mit machen wollte in der "Gang" und das Opfer ihn dann wohl in den bekannten sozialen Internetnetzwerken als Weichei und Aussteiger verhöhnt hat.
Also war der tödliche Schuß ein Racheakt, der sich auch über das Interesse am selben Mädchen, einem manipulierten Foto (Killer küßt Frosch oder so etwas in der Preislage) das in Facebook gepostet wurde oder das Gerücht, der Killer würde sich nur alle vier Wochen duschen, entwickelt haben könnte.
Jeder hat soetwas schon einmal erlebt - üble Nachrede, Gelächter, die Verletzung der persönlichen Ehre.
Dann prügelt man sich eben mit dem Verursacher, setzt selbst Gerüchte über ihn in die Welt oder schickt möglichst öffentlich in seinem Namen dem allgemein anerkannt ätzensten Mädchen oder Jungen der Schule eine Schachtel Pralinen.
Aber ihn erschießen? Das ist eine ganz andere Dimension. Und hier leider eher die Norm als die Ausnahme. Es kommt halt jeder, auch ein 14-jähriger, leicht an Waffen heran. Wahrscheinlich hatte sie sein Vater, ein unauffälliger  zur Selbstverteidigung unterm Kopfkissen liegen. Denn eine Pflicht für Waffenbesitzer, wie in Deutschland, ihre Schießeisen in einem Safe wegzuschliessen, gibt es hier nicht. 
Also passieren solche Sachen halt immer wieder. Das gehört hier zum Alltag und danach betet man zusammen, spricht sich gegenseitig Trost zu und legt ein paar Kränze am eingang der Schule nieder.
Im letzten Schuljahr hat es in den gesamten USA 22 solche Fälle gegeben. Die machen auch keine Schlagzeilen, weil es sich ja nicht um regelrechte Massaker mit vielen Toten handelt, sondern um einzelne Tragödien.
Zur Halbzeit dieses Schuljahres waren es bereits 11 Tote, man ist also auf dem Weg die Vorjahreszahl wieder zu erreichen. 
Und dieser Gewaltakt hilft nun mit, diese traurige Statistik zu befüllen.

Zum Glück, man muß es sagen obwohl es sicherlich zynisch klingt, war es "nur" eine Einzeltat und kein wildes herumgeballere mit zweistelligen Opferzahlen.
Sobald der Schuß gefallen war, ging die Schule in den sogenannten "Lock-Down" - alle Klassenzimmertüren werden automatisch verschlossen, damit eventuelle Killer, die auf mehr Opfer aus sind, an diese nicht mehr herankommen. Das ist eine der Lehren, die man aus dem Vorfall in Littleton gezogen hat, wo die Täter seelenruhig durchs Gebäude marschiert waren und in den Klassenzimmern ein Blutbad angerichtet hatten.
Unser Großer, der zum Zeitpunkt der Tat auch gerade dabei war die Klasse zu wechseln (das Opfer war in seiner Geschichtsklasse ...), wurde von der Lawine schreiender und angsterfüllter Kinder, die vom Tatort wegliefen, in einen Klassenraum gespült. Kaum drin, wurde die Tür auch schon verriegelt - und die Handys wurden gezückt. 
Zu dem Zeitpunkt war ich gerade im Flugzeug auf dem Weg von Charlotte nach Huntsville und ahnte von nichts. Gelandet, zu Hause angerufen und Bumm, das kam wie ein Faustschlag aus dem Dunkeln - ich saß da wohl ziemlich fassungslos auf meinem Sitz, während wir zum Gate fuhren.
Nur gut, dass die Lage anscheinend unter Kontrolle war und es unserem Großen den Umständen entsprechend gut ging. Er hatte mit seiner Mutter geredet, im Klassenraum waren Mitschüler und Lehrer die er kannte und die Polizei war im Anmarsch.

Herausgelassen haben sie die Schüler dann erst nach einigen Stunden - eine Taktik, um Panik zu vermeiden und alles abzusichern. In Littleton hatten die Spinner ja auch Bomben plaziert - die dann zum Glück nicht hochgingen. Aber man weiß ja nie.
Das Wochenende war jedenfalls gelaufen. Am Sonntag gab es dann eine offizielle Veranstaltung, bei der so eine Art Krisenbewältigung stattfinden sollte. Der Bürgermeister, der Schulsuperintendent und der Polizeichef hielten Reden, es wurde gebetet und sich gegenseitig Trost zugesprochen.
Am Montag ging es dann wieder zum Unterricht - mit mehr Gebeten, Trost und Reden.
Was da wirklich passiert ist, wird für die meisten wahrscheinlich erst viel später einsinken.
Gegenwärtig wird die Frage geklärt, ob der Killer, obwohl auch erst 14 Jahre alt, nach Erwachsenenstrafrecht anzuklagen sei. Denn, wie der Staatsanwalt sagte, im Jugendstrafrecht gibt es nicht die Möglichkeit, so eine schreckliche Tat angemessen zu bestrafen.
Das hilft dem Opfer auch nicht mehr, aber es befriedigt sicherlich den hiesigen Gerechtigkeitssinn. Wenigstens muß man dann keinen Lynchmob zusammentrommeln um den Killer seiner gerechten Strafe zuzuführen ...





Sunday, January 31, 2010

One of those nights ...

Es war so gegen halb zwei Uhr morgens, als die kleine Prinzessin sich entschied dass der Brokkoli vom Abendessen wieder raus mußte. Kein Problem, Papa tröstet und zieht sie um, Mama bezieht das Bett neu. Nach einer halben Stunde war sie wieder eingeschlafen und wir auch wieder in den Federn.
Für ganze zweieinhalb Sekunden - dann fing nämlich der Hampelstrampel an sein Bett auseinander zu bauen. Also alles wieder raus aus dem warmen Bett, Papa macht Fläschchen mit warmer Milch, Mama holt ihn ins Bett - was er dann zum Anlass nimmt, da ja sowieso schon alle wach sind, mit uns spielen zu wollen. Nach so ungefähr zehn Minuten wurde mir das dann zu bunt und ich habe ihn wieder in sein eigenes Bett verfrachtet. Er war dann doch so müde, dass er recht bald wieder eingeschlafen ist.
So gegen drei Uhr war dann endlich wieder Ruhe im Karton und wir haben uns gefragt, was da denn eigentlich los gewesen ist. Bis es uns dämmerte ... es war Vollmond!

Saturday, January 30, 2010

Balancing Act

Es ist hier Standard, sogenannte "Rewards" zu bekommen, wenn man mit Kreditkarte bezahlt.
Üblich ist 1% Rabatt auf jeden Dollar, den man ausgibt. Aber es gibt auch Kreditkarten, die für bestimmte Warengruppen andere Sätze anbieten.
Die Discover Card hat vierteljährliche "Special Rewards", für die man sich immer gesondert anmelden muß (Mausklick genügt ... völlig bescheuert, aber wohl wettbewerbsrechtlich notwendig), dann bekommt man 5% auf bestimmte Sachen. Gegenwärtig sind das Hotels, Flugreisen und alles andere was mit Reisen zu tun hat.
Die American Express hat grundsätzlich 3% auf Benzin und Restaurants, 2% auf Reisen und 1% auf alles andere.
Die Visa, die ich habe, gewährt 1% für alles.
Wenn ich also nächste Woche auf Dienstreise nach Orlando gehe, bezahle ich das Hotel und den Mietwagen mit der Discover Card, die Restaurants mit American Express und alles andere mit irgendeiner beliebigen Karte.
Im April hat das die Discover Card die 5% für Restaurants, also bezahle ich dann damit. Für Hotels und Mietwagen ist dann die American Express zu benutzen, während sich bei Benzin nichts ändert, das ist immer die American Express.
Da isch das wirklich von Monat zu Monat ändert, muß man sich das merken oder besser noch aufschreiben. Denn das ist wirklich bares Geld - letztes Jahr habe ich alleine mit der Discover Card 250 Dollares zurück bekommen - das summiert sich dann doch schnell auf einen Tausender pro Jahr mit allen Karten.  Und da die Kreditkarten hier kostenlos und gebührenfrei sind (außer den horrenden Zinssätzen natürlich, die anfallen wenn man nicht pünktlich sein Konto ausgleicht ...), ist das echtes Bonus-Geld. Haben oder nicht haben - keine Frage, für soviel Moos jongliere ich gerne ein wenig herum ...

Tuesday, January 26, 2010

One of those days ...

Meine Frau hat eine dicke Erkältung und muß daher im Bett bleiben. Kein so riesiges Problem, dann nehme ich eben einen Tag Urlaub und kümmere mich um die Kleinen.
Das mit dem Urlaub kein Problem, dank meines neuen Blackberrys maile ich meinem Boss kurz die Situation und er gibt sein o.k. Der Tag fehlt mir jetzt zwar in meiner Planung, aber das hole ich im Laufe der Woche wieder raus - bleibe ich eben länger im Dienst (ich habe so viel zu tun und das muß alles noch diese Woche fertig werden ... ich möchte nicht so gerne unvorbereitet bei all den Meetings erscheinen, die ich nächste Woche in Orlando mit der Firma haben werde).
Also die Kiddies verpackt, Frühstück, den Lunch für die Große vorbereitet und eingepackt, alles fertig für die Fahrt zum Kindergarten, ab in die Garage, Auto aufgesperrt ... und da waren sie wieder, die untrüglichen Zeichen dass unser Caravan besessen ist.
Das altbekannte Spiel: Hupe hupt, Blinker blinken, Scheibenwischer waschen und die Türen verriegeln. Hallo, Christine! (Man erinnert sich an den Roman und den Spielfim von Stephen King ...)
Wir hatten Christine ja nachdem es das letzte Mal im Oktober passiert war (in voller Fahrt damals ... echt geil) in die Werkstatt gebracht, die hatten ein Teil ausgewechselt und dann war Ruhe. Bis heute.
AAAAARGH!!!
Also Kiddies wieder raus, Frau aus dem Bett gescheucht, Auto hupenderweise zum Dodge Dealer gefahren, kurz erklärt was los ist (... ahem, hört und sieht man doch ...), Frau holt mich ab, wir bringen die Große in den Kindergarten, zu Hause legt sich Frau wieder ins Bett und ich hab wieder mal die Krise.
Demnächst kaufen wir uns dann endlich den Japaner, damit wir wieder wenigstens ein Auto haben, auf das wir uns verlassen können. Denn der Intrepid mit seinen diversen Macken und Defekten ist gerade noch gut um damit zum Dienst zu fahren.
In dem ich heute ja nicht war. Also dachte ich mir, mit dem kleinen Hampelstrampel auf den Kinderspielplatz gehen um ihn ordentlich tamm zu machen wäre keine schlechte Idee. Ihn danach hinlegen, Nappiteenapp machen, so habe ich eine Stunde um ein bischen Papierkram zu machen, der liegen geblieben war übers Wochenende.
Und wie ich so da sitze, höre ich plötzlich einen dumpfen Laut. Denke mir nichts weiter dabei, wahrscheinlich der große Hibbelige, der vom Schreibtischsessel gekippt ist.
Da geht plötzlich die Tür zum Arbeitszimmer auf und eine kleine Stimme sagt: Papa?? Papa!!
Hatte doch der kleine Mann keinen Bock auf Heia gehabt und solange herumprobiert, bis er herausgefunden hatte wie man die (schrägen) Seiten seines angeblich umsturz- und herausklettersicheren (Reise)Bettchens überwindet (das "normale" Bett, aus dem er bereits mit knapp einem Jahr ausgebrochen war, hatten wir irgendwann im Oktober letzten Jahres gegen das Reisebett umgetauscht, weil das viel niedriger war und er somit nicht so tief fallen würde; denn dass er schließlich auch dort herausturnen würde, war nur eine Frage der Zeit ...).
Also haben wir das Gitter, das der Große (zum Schutz gegen die aufdringlichen Kleinen) vor seiner Tür hatte, umgebaut. Zudem hat der Hampelstrampel jetzt auch noch einen Bewegungsmelder im Zimmer - der kleine Ausbrecherkönig muß ständig überwacht werden, sonst macht er nur Blödsinn.
Gerade war diese Krise überstanden, da sehe ich auf der NASA Website, dass die den Shuttle Launch, der ursprünglich für nächsten Donnerstag geplant war (hätte prima gepasst mit der Dienstreise nach Orlando ...) um drei Tage nach hinten verlegt haben.
Ich kriege noch die Hutzelpest ...

Saturday, January 23, 2010

Belle Mina Swamp

Es gibt hier in der Nähe einen kleinen Ort, Belle Mina mit Namen. Dort ist der Hund begraben.
Aber recht pitoresk ist es drum herum, viel Landschaft eben, vor allen Dingen Baumwollfelder und Sümpfe.
Leben möchte ich da nicht, aber mal eben durchfahren und ein paar Fotos machen ist schon in Ordnung ...



The others

Ich dachte, das passiert nur den anderen ...
Nein, soetwas kann jedem passieren. Beim Tornadoalarm am Donnerstag ist der PC unseres Großen gecrasht. Er hat ihn herunter gefahren als er in den Storm-Shelter musste und mittendrin hat es dann einen Stromausfall gegeben - das hat Windows nicht verkraftet, die Configurations-Datei, die beim herunterfahren immer aktualisiert wird, hat es gebröselt und nun fährt der PC nicht mehr hoch. Klar, er weiß auch nicht in welchen Zustand er booten soll, denn das sagt ihm normalerweise ja die Configurations-Datei ...
Eigentlich alles halb so wild, dafür gibt es ja Recovery-Discs. Das Dumme ist nur, dass in diesem Fall  das gesamte System neu aufgesetzt werden muß und dafür wird zunächst einmal die C: Partition gelöscht ... mit allen darauf befindlichen Daten. wie zum Beispiel die Bilder, die der Große bei unserem Shooting im Tenessee Aquarium gemacht hat. Oder auch die von der Airshow, die vom Madison Street Festival ... denn eine Datensicherung hat er natürlich nicht gemacht. Denn soetwas, hatte er sich gedacht, passiert ja immer nur den anderen ...
Aus Schaden wird er hoffentlich klug - wir fahren noch heute in den Best Buy und kaufen eine externe Festplatte für ihn.

Thursday, January 21, 2010

Tornado hits Huntsville

Da stand der Reporter nun inmitten der Trümmer und beschrieb das menschliche Leid, die Ausweglosigkeit und die Tränen, die diese Naturkatastrophe hervorgerufen hatte.
Das Leben von unzähligen Menschen sei heute auf immer verändert worden und man werde selbstverständlich live weiter darüber berichten, bis die Krise endlich überstanden sei.
Nein, das war kein Report aus Haiti, sondern aus Huntsville. Während auf der Karibikinsel vor zehn Tagen wahrscheinlich hunderttausende Menschen ums Leben kamen, ganze Landstriche durch das Erdbeben zerstört wurden und Millionen Bewohner nun obdachlos geworden sind, hat der Tornado, der heute abend in Huntsville niedergegangen ist, die Dächer einiger Häuser abgedeckt, ein paar Autos herumgewirbelt und ein paar Hausfassaden eingedrückt.




Typisch amerikanisch, diese Berichterstattung - sensationslüstern, dramatisch undmit sehr eingeengter Perspektive. Man hätte die Tonart auch etwas dämpfen können. Aber so ist das hier halt - und morgen wird dann die nächste Sau durch das Dorf getrieben ...

Eigentlich ist es ja noch viel zu früh für Tornados - letztes Jahr hatten wir unseren ersten Alarm am 02. April, davor das Jahr am 11. April.
Aber ich hatte mir schon gedacht, dass sich da etwwas zusammenbraut, als ich so gegen fünf Uhr aus dem Dienst kam und auf dem Nachhauseweg diesen Himmel sah:



Das könnte sogar die Tornadozelle gewesen sein, die dann zwanzig Minuaten später die Innenstadt von Huntsville getroffen hat.

Nach zwei Jahren hier im Süden hat man soetwas wie ein zusätzliches Sinnesorgan bekommen, das einem die Nackenhaare aufstellt wenn ein Tornado in der Luft liegt. Auch meine Frau, als sie das merkwürdige Licht am Horizont sah (in der gegenüberliegenden Richtung der Wolken - habe ich auch gesehen, nur nicht fotografiert ...), wußte dass da was kommen würde.
Zum Glück liegen im Moment alle nicht benutzten Bettmatratzen im Wohnzimmer - die Kinder wollten eine Hüpflandschaft haben - so dass die Vorbereitung des Schutzraumes diesmal recht flott ging. Der Tornado-Alarm wird ja grundsätzlich immer für ein ganzes County gegeben, auch wenn die tatsächliche Gefahr in diesem Fall rund zwanzig Kilometer von uns entfernt, in Downtown Huntsville, war. Sicher ist sicher und better safe than sorry, wie man hier sagt.

Nach dem brutal kalten Winter, mit zweistelligen Minusgraden über Wochen hinweg, mit Schnee der sogar liegen blieb und dem ersten Tornado im Januar, bin ich mal gespannt, was das Jahr wetterseitig noch so alles an Überraschungen bringen wird ...

Thursday, January 7, 2010

ROLL TIDE!

Wir nehmen unseren Sport sehr ernst hier im Süden. Hier gilt nicht Gott, Kaiser und Vaterland, hier ist die Reihenfolge Football, Mama und Truck.
Heute hat das Football-Team der University of Alabama, die Crimson Tide, seit achtzehn Jahren wieder einmal um den nationalen Titel gespielt, gegen die University of Texas Longhorns.
Selbst meine Frau, sonst eher desinteressiert bis kritisch gegenüber dieser Sportart, hat mitgefiebert.
War bis kurz vor Schluß, als Texas verzweifelt alles versuchte und alles verlor, ein sehr spannendes, hochdramatisches Spiel - und die Crimson Tide hat ihren insgesamt dreizehnten nationalen Titel mit 37 zu 21 gewonnen (ich hatte auf 37 zu 17 getippt).
ROLL TIDE!


Winter Weather

Na ja, das war dann alles gar nicht so schlimm. Ein paar Flocken hat es gegeben, ein bißchen ist sogar liegengeblieben, ein paar Straßen waren glatt und mußten gesperrt werden - und um 14 Uhr hat dann unser Chef entschieden kein Risiko einzugehen und uns nach Hause geschickt, ehe die Temperaturen sanken und die nassen Straßen unpassierbar machen würden.
So richtig Winter ist das irgendwie nicht - ich stelle da mal zwei Bilder gegenüber, eines das ich heute nachmittaag hier gemacht habe und eines, das ein Freund in Meppen am Wochenende aufgenommen hat. Ist fast kein Unterschied zu erkennen ...





Wednesday, January 6, 2010

5 Degrees

Von unserem Schlafzimmer in der Nordwestecke bis zum Arbeitszimmer in der Südostecke hat es gute fünf Grad Celsius Temperaturunterschied. Dazwischen liegen die drei Kinderzimmer, die nochmals ihre eigenen Klimazonen haben. Wenn es bei uns frostkalte 17 Grad hat, ist beim Kleinsten Bullenhitze im Raum. Ingenieure, die wir sind, haben meine Frau und ich herausgefunden, dass je näher ein Raum an der Klimaanlage liegt (die auch für das Heizen zuständig ist), desto mehr warme Luft bekommt er ab.
In Deutschland, wo jeder Raum seinen eigenen regelbaren Heizkörper hat, ist das ja alles kein Problem. Hier aber, mit der vermaledeiten Zentralklimaanlage, die für das ganze Stockwerk zuständig ist, bekommt man einfach keine vernünftige Temperatur für alle Räume hin. Irgendwo ist es immer zu heiß oder zu kalt.
Die Mittlere schläft mit zwei Decken und Strickjacke, weil wenn wir es bei ihr gemütlich machen, ihr großer Bruder Hitzewallungen bekommt. Wenn wir unser Schlafzimmer warm machen, überhitzen wir die Kinderzimmer. Also halten wir die Temperatur bei guten fünfzehn Grad, damit es bei den Kindern so Anfang bis Mitte Zwanzig Grad ist.
Gerade jetzt, bei den arktischen Temperaturen, die seit zwei Wochen herrschen, müssen wir sehr darauf achten, die Kinder es Nachts, wenn es zweistellige Minusgrade erreicht, warm, aber nicht zu warm, haben.
Und da sich das System, trotz Thermostat der theoretisch auf eine genaue Temperatur voreingestellt werden kann, nicht von selbst regelt, sondern immer munter weiterbullert, muß so gegen drei Uhr morgens noch einmal manuell nachgeregelt werden. Technik, die begeistert.
Dass es außerdem auch noch durch die undichten Fenster hereinpfeift dass man damit ein Windenergierad profitabel betreiben könnte ist eine andere Geschichte ...

Back to the DDR

Ich habe das ja für nur so eine Redensart gehalten - so wie man halt sagt: Butterbrot macht Wangen rot.
Nachdem die ersten Meldungen über den bevorstehenden Schneesturm durchsickerten, explodierten die Blogs der Nachrichtensender. Überall vernahm man die besorgten Stimmen: Geht los und kauft Brot und Milch, bevor es zu spät ist, damit ihr gut über den Winter kommt, wenn alles zugeschneit ist und weil ja hier keiner Schneeschuhe, Schlittenhunde oder ein Schneemobil besitzt, um sich damit zum nächsten Piggly Wiggly durchzuschlagen. Allerdings wäre es kein Problem, die Wölfe abzuwehren, die nach einiger Zeit auf der Suche nach leichter Beute die Gegend durchstreifen würden. Die würden sich ordentlich und zum allerletzten Mal wundern, wenn sie auf die erste Redneck-Jagdgesellschaft mit automatischen Sturmgewehren stießen ... aber ich schweife ab.

Da stehe ich nun also heute um 21:34 im örtlichen Publix um noch ein paar Sachen einzukaufen (man weiß ja nie ... die müssen ja auch beliefert werden und vielleicht trifft den Truckfahrer auf dem Weg hierher eine verirrte Salve, die eigentlich für den bösen Wolf gedacht war ... ) - Brot und Milch total ausverkauft. Ehrlich und tatsächlich! Wurst gab es noch, auch Käse und Säfte und Bier und Cola und Fleisch und Sushi und Kekse und Barbequesoße. Aber keine Milch und kein Brot mehr. Sowas aber auch ... wie in der seligen DDR. Aber die brauchten eigentlich gar keinen Schnee, damit die Regale so aussahen ...


Let it snow ...

Hier drehen sie langsam alle ab.
Morgen soll es schneien. Ein bis zwei Inch sollen herunterkommen, also gute vier bis fünf Zentimeter.
Vorsorglich werden alle Schulen geschlossen, Betriebe schicken ihre Mitarbeiter in den Zwangsurlaub, Feuerwehr, Polzei und die Rettungsdienste rüsten sich für das Schlimmste, den Untergang des Abendlandes, Chaos und Anarchy, und das Fernsehen gibt gutgemeinte Ratschläge wie man den Frosttod vermeiden kann wenn die Klimaanlage ausfällt.



Die schneegewohnten aus Minnesota oder Montana oder den Neuenglandstaaten hierhergezogenen Mitbürger sollen ruhig ihre Witze machen. Die werden schon sehen, wie ernst das ist, wenn ihnen der erste Zweitonner-Truck hintendrauf geknallt ist, weil der Redneck am Steuer dachte das Weiße auf der Straße wie Puderzucker behandeln zu können.
Na ja, wird schon nicht so schlimm werden, denn die Polizei wird die Straßen wie üblich großräumig absperren. Die kennen ihre Pappenheimer und sagen sich, dass Vorsicht die Mutter des Glatteises ist. Oder so ähnlich.
Ich freue mich schon auf die weiße Pracht, die hoffentlich mal etwas länger liegen bleibt als den typischen halben Vormittag. Unser Office macht bestimmt auch dicht und da kann ich dann mit den Kindern rausgehen und im Schnee spielen.

The weather outside is frightful ... let it snow, let it snow, let it snow.

Thursday, December 31, 2009

The World's largest ... whatever!

Diese Jahr war so voller Abenteuer, spannender Erlebnisse und außergewöhnlicher Dinge, dass es schwer fällt etwas daraus hervorzuheben.
Und nur der Vollständigkeithalber hier noch die Geschichte, wie wir in Orlando nacheinander in dem weltgrößten McDonalds und dem weltgrößten Checkers waren.
... Wow, ehrfurchtsvolles Schweigen. Ja, dolle Sachen gibt es in Orlando.

Nach unserem Besuch des Orlando Magic Games hatten wir noch Hunger (die $6 Hotdogs im Stadion waren nicht wirklich übermäßig sättigend ...) und unser Weg ins Hotel führte uns am weltgrößten McDonalds vorbei,
Also nix wie rein und erstmal gestaunt - da gibt es mehr als nur Big Macs. Die haben Pizza dort, und Tacos und Kuchen und Salate und Sandwiches und vieles mehr.



Und ungefähr zweitausend Kassen, von denen eine offen war. Nachdem wir in der sich nicht von der Stelle bewegenden Schlange davor eine Viertelstunde gewartet hatten beschlossen wir die Straßenseite zu wechseln und zum Checkers zu gehen.







Wie das Schild beweist, es ist ebenfalls das weltgrößte Etablissement dieser Burger-Kette. Wir konnten unser Glück kaum fassen, bestellten Burgers und Fries und ... nee, ehrlich, ich habe zwei Bissen aus dem Burger genommen und mich dann den Fries zugewandt. Muffig und irgendwie alt schmeckte das Ding und die fetttriefenden Fries waren wenigstens einigermaßen genießbar. Man hätte sie auch mit Käsesoße haben können, übrigens ...





Auch die Atmosphäre in diesem Laden ... heimelig, charmant, aber wenigstens einigermaßen sauber.
Das wäre dann also auch abgehakt und von der Liste der Restaurants gestrichen, die man gerne wieder besucht.
Das nächste Mal in Orlando müssen wir dann herausfinden, ob die auch einen weltgrößten Burger King haben ...


Friday, December 25, 2009

AVATAR



Wir haben vorgestern die Zukunft des Kinofilms gesehen. Nicht mehr und nicht weniger als eine Revolution ist es, was James Cameron mit AVATAR auf die Leinwand gebracht hat, vergleichbar vielleicht mit dem ersten Tonfilm.
Wir haben uns die 3D-Version angesehen und es hat uns umgehauen.
Die 3D-Effekte sind nicht von der Sorte, die man in Disneyworld zu sehen bekommt - so nach dem Motto, ich schieße den Pfeil Richtung Publikum und jeder duckt sich.
Nein, das hier war viel subtiler. Manchmal war man sich gar nicht mehr bewußt, dass man überhaupt in einem 3D-Film saß, so natürlich war man mitten im Geschehen - als ob man selbst Teil des Filmes sei.
Und auch die computergenerierten Landschaften und Darsteller waren so lebensecht, dass der einzige Sinn, der einem sagte dass man eben doch "nur" einen Film anschaute und nicht mittendrin war in dieser Welt, der Geruchssinn war. Wenn sie das auch noch in den Griff bekommen, steht einem totalen Erlebnis a la Holodeck nichts mehr im Wege.

Die Story selbst ist nicht so überragend - aber dafür ist James Cameron ja auch nicht bekannt. Der Mann will unterhalten und mächtige Bilder schaffen, die das Kino der Zukunft definieren.
Dass am Ende der edle Held, gewandelt und geläutert durch die Kraft der Liebe und der Vernunft, die genauso edlen Wilden in den erfolgreichen Kampf gegen die bösen Ausbeuter von der Erde führt, ist ein Standard in Hollywood. Man muß eben die Erwartungen des Publikums befriedigen - und wieso nicht, der Film trägt durchaus eine deutliche Botschaft in sich, die deutlich kritische Bezüge zur typischen Kanonenbootpolitik der USA beinhaltet. Das dürfte einigen Ultrarechten hier im Lande, so sie denn diese Botschaft inmitten des Special-Effects Feuerwerkes das da abgebrannt wird, überhaupt mitbekommen.

Nun ja, wie gesagt, der Film wird sicherlich keinen Oscar für die originellste Story bekommen. Dafür aber wird er in allen anderen Kategorien gnadenlos abräumen - verdientermaßen.
Nach AVATAR wird in Kino nichts mehr so sein wie vorher ...

Thursday, December 24, 2009

Merry Christmas, ya'll ...


Edible Arrangement

Freunde haben uns zu Weihnachten ein "Edible Arrangement" geschenkt.
Das sind verschiedene Früchte (Ananas, Weintrauben, Melone, Erbeeren usw.), die in Form eines Blumenstrausses arrangiert sind.
Das Ganze wird dann frei Haus geliefert - ist so eine Art Fleurop, nur mit Früchten.
Die übrigens wirklich frisch sind prima schmecken ...


Wednesday, December 23, 2009

Again, and again, and again ....

Da brauchten wir diesmal ja wirklich nicht lange zu warten.
Freunde wollten uns zu Weihnachten eine Kleinigkeit zukommen lassen (ein "edible buqet" - siehe nächster Eintrag).
Der Lieferservice war gestern zweimal vergeblich ... richtig, in der Lane. Nicht im Drive. Ich krieg die Krise! Das geht langsam mehr als nur auf die Nerven.
Das Buqet ist zum Glück gut gekühlt ein paar Tage haltbar und übersteht so eine Verwirrung schon mal unbeschadet.
Meine Nerven allerdings ...

Tuesday, December 22, 2009

Energy saving is for douchbags


Der Wahnsinn nimmt kein Ende. Die neueste Spielart in der Reality-Show "Let's ruin the Earth for our Grandkids" ist dieses:


Richtig gesehen: das ist ein TV auf einer Zapfsäule. Dort laufen Werbesendungen. Ich bin sprachlos ...


Twinkle, twinkle ... Kopenhagen

War da nicht was? Neulich erst, irgendwo in Europa? Haben sie sich nicht alle getroffen in Kopenhagen, die Mächtigen der Welt, um diesen Planeten ein und für alle mal zu erretten?
Und wenn schon, was kümmert es den durchschnittlichen Amiländer, wenn ein paar winzige Südseeinseln absaufen, weil die Pole schmelzen. Und New Orleans ist ja eh schon hin, da verliert die Welt auch nicht unbedingt eine Perle aus ihrer Krone aus Schrott, Schutt und Scham.
Was machen da schon die paar Gigawatt Strom extra zur Weihnachtszeit - von soetwas geringfügigem wie einer Erwärmung der Erde um zwei Grad in den nächsten paar Jahrzehnten läßt man sich doch nicht die Freude am höchsten Konsumfest überhaupt nehmen.
Und überhaupt, ist diese ganze Geschichte mit dem Treibhauseffekt nicht kürzlich erst als großer Schwindel und Angstmacherei einiger geltungssüchtiger Wissenschaftler entlarvt worden? Eben. Nix passiert, wir machen weiter wie bisher - der Strom kommt ja aus der Steckdose ...








Garage fixed at the Drive

Es geschehen noch Zeichen und Wunder ... na ja, ist halt die Weihnachtszeit, da passieren solche Dinge ja andauernd.
Unser Garagentor ist repariert. Es funktioniert besser als je zuvor. Der Garagenreparaturmann hat sogar den Pfusch, den Mister Ed im März, als der Motor des elektrischen Garagentoröffners kaputt gegangen war, angerichtet hat (siehe Eintrag vom 16.03.2009), fachmännisch und blitzschnell beseitigt. Jetzt hebt und senkt sich das Tor wieder ohne Gequitsche, ohne Ruckeln und Zuckeln und bis ganz herunter zum Garagenboden. Und für das alles hat er nur gute vierzig Minuten gebraucht.
Es gibt also doch gute Handwerker hier, die nicht aus Mexiko sind und ihr ... nun ja, Hanhdwerk eben ... verstehen.
Dass er uns erst beim dritten Versuch gefunden hat, war nicht seine Schuld. Das lag tatsächlich daran, dass ihm niemand gesagt hatte, dass es in unserer Siedlung wichtig ist den Zusatz zum Straßennamen zu beachten. So war er zweimal in der Lane gewesen und hatte dort alles in Ordnung gebracht.
Als er heute anrief um Bescheid zu geben, dass er auf dem Weg war, habe ich ihm dreimal eingeschärft, wie er uns findet - nein , nicht die erste Straße nehmen sondern die zweite, dort wo das Stop-Schild steht ...
Hat ja auch geklapppt. Aber nervig ist es schon, wenn das immer erst wiederholte Anläufe braucht.
Mal sehen, wann es das das nächst Mal passiert ...

Monday, December 21, 2009

New Garage for the Lane

Unter der immer wieder beliebten Rubrik: "Verwirrung stiften durch idiotische Namensgebung" ...

Unsere Garage läßt sich nicht mehr öffnen. Der elektrische Sklave hat irgendwie keine Lust mehr, vielleicht klemmt auch nur irgendwas, ein Seil ist gerissen oder was weiß ich.
Was genau kaputt ist, interessiert mich nicht groß, daß mein Auto drin stand und ich es nicht herausbekam dafür umso mehr.
Na ja, wir haben ja noch ein zweites Auto, also außer ein paar ad-hoc Umplanereien, zu spät in den Dienst kommen und zusätzlicher hin- und herfahrerei kein so großes Drama.
Am abend haben wir dann mit vereinten Kräften das Tor manuell angehoben, Auto rausgefahren und damit war das größte Ärgernis dann auch beseitigt.

Nun ja, dachten wir, naiv wie wir nunmal sind.
Natürlich hatte ich sofort der Hausverwaltung Bescheid gesagt und ordentlich Druck gemacht - zu dem Zeitpunkt stand mein Auto ja noch in der Garage und das schwere Tor bekam ich alleine nicht auf.
Ein paar Stunden später dann der Anruf einer Garagentor-Firma, einen Termin ausgemacht ... und gewartet.
Die kamen nicht, zu viel zu tun, also den Termin auf den nächsten Tag verschoben.
Wieder vergeblich gewartet. Die Hausverwaltung angerufen, Dampf abgelassen. Die versprachen sich darum zu kümmern (ja, wir spielen hier desöfteren stille Post ...) und dann habe ich erstmal übers Wochenende nichts mehr gehört.
Also wurde ich heute persönlich bei der Hausverwaltung vorstellig.
Lynette, ein ganz patentes und bemühtes Südstaatengewächs, rief sofort bei der Firma an und die sagten ihr, wieso, der Job ist doch schon längst erledigt, Tor repariert und funktioniert wieder.
Und da wußte ich, was passiert war. Klar hatten die ein Garagentor repariert ... in der Lane, und nicht bei uns im Drive!
Ja, meinten die bei der Firma, das Haus hätte schon irgendwie leerstehend ausgesehen (die letzten Mieter sind vor ein paar Wochen ausgezogen ...), aber das Garagentor war offen, also ist man hinein (man hatte ja einen Auftrag, da gilt hier die Privatsphäre nix ....) und hat munter drauflosrepariert (... irgendetwas ist bei den hiesigen Garagentoren immer zu reparieren ...).
Da war es wieder, unser altbekanntes Problem der idiotischen Straßennamen. Und das, obwohl ich der Firma explizite Anweisungen gegeben hatte, wo und wo nicht sie hinzufahren hatten.
Nutzt alles nix, die fahren immer alle in die falsche Straße. Manno, das nervt gewaltig!
Und das Ende vom Lied?
Die neuen Mieter in der Lane haben nun ein frisch repariertes Garagentor (... keine Ahnung wer das bezahlt, ist mir auch egal ...), wir haben einen neuen Termin für unser Tor und die nächste Verwechslung läßt garantiert nicht lange auf sich warten. Wird wahrscheinlich die Feuerwehr sein, die unverrichteter Dinge wieder abmarschiert, weil das gemeldete Feuer augenscheinlich ein Fehlalarm war ...

Sunday, December 20, 2009

Overtime

27 für die Titans zu 24 für die Dolphins nach Verlängerung. Das war eines der besten Football-Spiele, die ich je live oder am TV miterlebt habe.
Dabei hatten die Titans zu Beginn des letzten Quarters noch ganz komfortabel mit 24 zu 6 geführt. Aber das eherne Gesetz im Sport lautet nun mal: Es ist nicht vorbei, ehe es vorbei ist.

Und kalt war es, saukalt - knappe drei Grad auf dem Spielfeld, oben in den Tribünen wo wir saßen sicherlich noch ein paar Grad weniger.
Um uns herum vereinzelte Dolphin-Fans - man rückte zusammen und wärmte sich gegenseitig (siehe Foto).
Das finde ich immer noch faszinierend im US-Sport - es gibt durchaus Rivalitäten zwischen Teams, auf dem Platz und auf den Rängen, man tauscht Spottgesänge aus, malt witzige Schilder zum hochhalten und frotzelt sich gegenseitig bis man blau anläuft. Aber alles bleibt immer freundschaftlich und wird nie aggressiv.



Schön war es auch mal wieder das alte Ritual des halbnackten Beschwörungstanzes beobachten zu können. Wenn das eigene Team zurückliegt oder das andere Team gefährlich nahe herangekommen ist, wird um den Beistand der Footballgötter gefleht. Und damit die sehen, dass man es auch ernst meint, bringt man ein Menschenopfer dar - man zieht sich aus und wird furchtbar krank danach.
Das funktioniert natürlich nur bei richtig kalten Temperaturen, im September bewirkt man damit eher, dass so eine Art Strandgefühl aufkommt.
Aber diesmal hat es ganz prima gewirkt - die zwei Jungs unter uns (später kam noch ein dritter hinzu, der allerdings nach kurzer Zeit blau anlief und sich wieder anzog, der Warmduscher) waren erfolgreich beim Beschwören der Götter, die den Titans eine Interception schenkten und den anschließenden Field-Goal Kick durch die Torstangen leiteten.



Jetzt also sind die Titans, nachdem sie die ersten sechs Spiele ziemlich sang- und klanglos verloren hatten, bei 7-7 angekommen und haben sogar noch leise Hoffnungen die Playoffs zu erreichen. Die Dolphins dagegen sind mit dieser Niederlage raus aus den Playoffs - diese Temperaturen sind sie in Miami einfach nicht gewohnt und daher nicht vertraut mit den kältebedingten Menschenopfern, die in nördlicheren Breiten die Götter milde stimmen ...

Saturday, December 19, 2009

Galaxy of Lights

Der Hunstville Botanical Garden veranstaltet jedes Jahr zur Weihnachtszeit allabendlich eine Show - "Galaxy of Lights".
Auf einem etwa zweieinhalb Kilometer langen Kurs durch den Garden sind gut 700 Lichtinstallationen aufgestellt, einige recht einfach und klein, andere wieder sehr komplex und groß.
Nicht unbedingt alles weihnachtlich vom Thema her - da gibt es Dinosaurier, Raketen, Schmetterlinge, Szenen aus Kinderliedern, Naturbilder und vieles mehr neben Weihnachtsbäumen, Santa, Krippenszenen und so weiter.
Und natürlich beguckt man sich das alles vom Auto aus - im Schritttempo. Nicht unbedingt die umweltschonenste Art und Weise, dafür aber warm und trocken und nicht so anstrengend wie per pedes. Dazu trällert Weihnachtsmusik aus dem Autoradio, das man auf die eigens für diese Veranstaltung geschaltete Radiostation einstellt.
Schöne Sache, das. Hat uns allen sehr gut gefallen, vor allen Dingen die Kinder waren begeistert.
War eine richtig prima Einstimmung auf die Weihnachtswoche ...









 

 

 

 

Friday, December 18, 2009

I'll show you how christmas is done right ...


Der neueste Schrei bei der Weihnachtsdekoration sind dieses Jahr lebensgroße aufblasbare Karusselle, in denen Santa auf irgendwelchen Eisbären umherreitet ... kosten ein Schweinegeld und verbrauchen jede Menge Strom.
Mit einfachen Lichterketten ums Dach, blinkenden Drahtweihnachtbäumen und aufblasbaren Schneemännern kann man schon lange keinen Blumentopf mehr gewinnen. Heutzutage geht nichts mehr ohne High-Tech, drehende und sich bewegende Figuren, mehr Leuchtkraft und mehr Bling.

Aber dann gibt es noch die Traditionalisten, die ihre Weihnachtsschmuckgefechte ohne diesen neumodischen Firlenfanz austragen.
Nach dem Motto: stellst du dir einen lebensgroßen  Plastikschlitten mit vier lebensgroßen Rentieren in die Einfahrt ...




... kontere ich mit zwei echten, lebenden Rentieren in meinem Vorgarten. Das wollen wir mal sehen, wer hier wen aussticht ...




Die beiden Häuser liegen übrigens tatsächlich in der gleichen Straße ... die spinnen, die Römer ...

Wednesday, December 16, 2009

XXL




Als ich das letzte Mal von Huntsville nach Deutschland umgezogen bin, also vor gut fünf Jahren, hatte ich Kleidung in XXXL bis XXXXL im Koffer. Meine Hosengröße war (US) 46, meine Schuhgröße auch (im deutschen Maßsystem).
Heute ist meine neue Jacke (3-in-1, für nasses, kaltes und moderates Wetter, mit herausnehmbarem Fleece-Innenteil) angekommen - in XXL. Paßt wie angegossen. Morgen kommt dann meine neue Flughose an (ich fliege so oft, da brauche ich etwas bequemes, strapazierfähiges mit vielen Taschen,  und eine Jeans erfüllt das nur bedingt) - Größe 40. Nachdem mir vor dem letzten Flug am Metaldetektor meine bisherige Flughose (Größe 42) nach entfernen des Gürtels fast bis auf die Knöchel gerutscht ist, war es an der Zeit sich zu verkleinern.
Ich schrumpfe also, werde weniger, nehme ab. Ohne wirklich etwas besonderes dafür zu  tun. Außer dass ich relativ gesund esse (ja, Southern BBQ ist Soulfood und damit auch gesund ...), wenig Cola und andere Softdrinks zu mir nehme (wir geben sehr viel Geld für importiertes italienisches Mineralwasser aus ...) und eigentlich auch den Verzerr von Süßigkeiten sehr eingeschränkt habe (Gummibärchen zählen nicht ...).
Außerdem beweisen alle Statistiken ja auch, dass verheiratete Menschen gesünder sind als Singles.
Dazu noch der Stress im Job (ja, den habe ich tatsächlich ...) und voila, da steht er dann, der Strich in der Landschaft.
Nur meine Schuhgröße ist immer noch dieselbe ...

Thursday, December 10, 2009

Blackberry

Mein Arbeitgeber hat mir einen neuen Mitarbeiter zugeteilt - Mr. Blackberry.
Er ist nicht so sexy wie das i-Phone, mit nur sehr beschränkten Multi-Media Fähigkeiten, keinen total crazy Apps und ohne großen Touchscreen. Dafür ist er eine Arbeitsbiene mit besten Verbindungen zu unserem e-mail Server.
Wenn ich bisher von einer einwöchigen Dienstreise ins Office gekommen bin, warteten immer so um die 150 e-mails auf mich. Das dauerte dann gut einen halben Tag um überhaupt mal die unwichtigen zu löschen, die wichtigen zu überfliegen und die brandeiligen zu bearbeiten.
Das kann ich jetzt abends im Hotel machen und damit effektiv Zeit sparen, die ich sonst zusätzlich am Schreibtisch im Office verbringen müßte.

Telefonieren kann man mit dem Blackberry auch und er übernimmt automatisch meinen Outlook Kalender.
Und noch ein verdammt gutes Feature hat das Ding - es hat einen Ausschalter. Am Wochenende will ich von dem ganzen Wahnsinn nämlich nix hören. Angemacht wird es erst wieder am Montag, wenn ich auf dem Weg ins Office bin. Immer erreichbar sein ist nichts, was ich wirklich anstrebe. Aber meine e-mails abrufen, wenn ich mal in einem diesen ellenlangen Meetings gefangen bin, ist schon eine Arbeitserleichterung.



Wednesday, December 9, 2009

Flood

Es hat heute geregnet. Die ganze Nacht hindurch hat es geschüttet wie aus Kübeln. Eines unserer Fenster hielt den Wassermassen nicht mehr stand - die Dichtung versagte und ein stetiger Strom ergoss sich in unser Wohnzimmer.
Und am morgen konnte man die Ausmaße der nächtlichen Sinntflut bewundern - dies ist der Indian Creek, ein sonst gemütlich vor sich hinfließender Bach von vielleicht drei Metern Breite. Soviel dann zum angeblich nicht stattfindenden Klimawandel ... aber das ist eine andere, traurige Geschichte.



Sunday, December 6, 2009

Winter Wonderland

Und dann war da gestern plötzlich Schnee. Mittags war alles schon wieder weg. Das war es dann für diesen Winter ...




Slimy Bastard





Und da war dann noch dieser schleimige Bastard, der beim Spiel Orlando Magic gegen New York Knicks vor mir saß. Und jede, aber auch jede Frau anmachte, die bei ihm vorbei kam. So auf die überplumpe Tour "Oh, excuse me Miss, but your shoes are very pretty ...".
Was soll das? Denkt er, damit eine abschleppen zu können? Oder ist er einfach nur froh, dass er mal einen freien Abend mit den Kumpels hat und nutzt das dann aus um mal wieder so richtig über die Stränge zu schlagen? Denn, wie man an dem goldenen Schimmer an seiner Hand erkennen kann, ist er offensichtlich vertraglich schon woanders gebunden - und wahrscheinlich völlig unterm Pantoffel.
Und die so dumm angemachten Frauen? Die flöteten mit schöner Oberflächlichkeit "Oh, thank you very much" zurück und sahen zu, dass sie Land gewannen. Und die ganze Zeit saß ich da und hoffte darauf, dass er mal eine anmachen würde, deren dreihundert Pfund schwerer Freund dann gerade vom Bierholen zurück kam ...

It's a kind of Magic

Ich bin ja nun recht oft auf Dienstreise in Orlando. Normalerweise sieht der Tagesablauf dann so aus, dass von acht Uhr morgens bis sechs Uhr abends Meetings sind, um sieben Uhr abends wird dann in irgendeinem der zahlreichen Restaurants etwas gegessen, dann noch im Hotelzimmer ein wenig TV geguckt, ab ins Bett und am nächsten Tag dann wieder von vorne.
Von Orlando, immerhin die Heimat von Disneyworld, Sea World, den Universal Studios und zahllosen anderen Entertainment-Gelegenheiten bekommt man dabei nichts mit.

Aber ab und zu gönnt man sich sich dann doch etwas, wenn sich die Gelegenheit ergibt - wie zum Beispiel ein Spiel der Orlando Magic, ihres Zeichens letztjähriger Finalist in der NBA, der nationalen Basketball Liga und auch dieses Jahr wieder gut mit dabei.
Karten waren noch zu haben - das Spiel war nicht ganz ausverkauft -, allerdings entweder für sehr teures Geld mit Super-Blick auf das Spielfeld, oder für relativ günstige 60 Dollares direkt hinter dem Korb ... was blickfeldmäßig reichlich bescheiden ist.

Ganz ehrlich muß ich zugeben, dass ich weder die Regeln vollständig kenne, noch mich jemals sehr für Basketball interessiert habe. Daher war es mir reichlich egal, dass ich von meinem Platz das Spielgeschehen nur so am Rande mitverfolgen konnte. Aber das ganze drumherum war, wie bei einer US-Sportveranstaltung üblich, das Eintrittsgeld schon wert.

Zu Beginn wurde die Nationalhymne live von einer jungen Dame gesungen, deren Vater der Präsident irgendeiner wohltätigen Sache ist. Gar nicht mal so übel, der Vortrag.
Dazu stellte sich dann, in voller Uniform und mit den Flaggen der USA, des Staates Florida und der Gemeinde Orlando bewaffnet, die Color Guard des Orange County Corrections Department auf der Spielfläche auf.
Nur mal so zum Vergleich, man stelle sich vor auf Schalke würde vor einem Bundesligaspiel die Flaggen-Garde der JVA Castrop-Rauxel auflaufen ...

Nun ja, so sind sie halt, die Amis, und als wir das dann alles hinter uns hatten ging das Spektakel nahtlos weiter. Die gegenerische Mannschaft wurde kurz und schmerzlos begrüßt und dann wurde jeder Spieler "unserer" Orlando Magic mit Flammen und Rauch vorgestellt - siehe Bild unten.



Und auch Cheerleader haben sie. Im Vergleich zu denen der NFL sind sie hier aber sehr viel jünger - siehe Bild unten.
Nein, ganz ernsthaft, die haben nicht nur Cheerleader, sondern auch eine Kindertruppe, die in den Pausen tanzt und anfeuert, eine Seniorentruppe, und noch ein paar andere Amateurtruppen ... Entertainment pur also, wie es sich für die Heimat von Disneyworld eben gehört.
Wir hatten das zweifelhafte Vergnügen, dass an diesem Abend 1970er-Nacht war. Scheußliche Mode damals ...


 

In der Halbzeitpause wurde dann verdiente Mitbürger geehrt und eine Gruppe von Absolventen der hiesigen Uni, die einen Abschluß in Sportmanagement gemacht hatten wurde gefeiert. Was hier nicht alles mit einem akademischen Titel versehen wird ...




 

Nun ja, das Spiel selbst war relativ früh entschieden. Die in dieser Saison offenbar völlig abstinkenden New York Knicks hatten nie den Hauch einer Chance und das Endergebnis von 118 : 104 spiegelt nicht die wahren Kräfteverhältnisse wider.




Alles in allem ein tolles Erlebnis, auch wenn es mit zwei Stunden Gesamtdauer (die spielen ja nur 12 Minuten in einem Viertel ... Weicheier) im Vergleich zu Baseball (mindestens drei ...) und Football (regelmäßig drei ...) ein wenig kurz war.
Auch waren die Bratwürste mit $8.50 unverschämt teuer, aber das nur so nebenbei.
Und ganz ehrlich, ein Basketball-Fan bin ich jetzt auch nicht geworden - die spielen in den Pausen Hip-Hop und Rap Musik, was mir ziemlich auf die Nerven geht.
Dann schon lieber Country Music bei den Titans in Nashville ...

Friday, December 4, 2009

Knees with space


Wir fliegen ja seit kurzem nicht mehr mit Delta, weil US Airways einen besseren Rabatt für unseren Laden gewährt.
Erst war ich ja skeptisch, denn die Flüge gehen über Charlotte, North Carolina und sind gut ein Drittel länger als mit Delta über Atlanta. Nachdem ich nun aber zum ersten Mal diese neue Strecke geflogen bin muß ich sagen dass wir uns da erheblich verbessert haben.
Nicht nur ist der Charlotte Airport ein kleines Juwel, zudem viel kleiner und übersichtlicher als das Monster Atlanta. Auch die Fliegerei mit US Airways ist viel angenehmer - die haben nämlich einen vernünftigen Sitzabstand auch auf Inlandsflügen. Delta streitet ja heute noch mit Lufthansa, wer von beiden den negativen Sitzabstand erfunden hat ...
Nur dass sie für die Aufgabe eines Koffers 25 Dollares verlangen ist eine Frechheit. Delta nimmt nur 20 ...


I Phone, You Phone

Nee, ich mag diesen ganzen Hype um all diese tollen Apple i-pods, i-phones und i-wasweißichnichtnochalles nicht. Aber zugegeben, manchmal ist sowas schon ganz nützlich - und ziemlich cool.
Relativ spontan hatten wir uns am Montag Abend nach dem Abendessen im Ale House bei einem Pitcher Miller Light entschlossen, am Mittwoch zum Basketballspiel der Orlando Magic zu gehen. Da brauchten wir nur eben mal vier Karten dafür.
Kein Problem, alle anderen außer mir zückten sofort ihre i-Phones, gingen auf die Ticketmaster Seite im Internet und Minuten später hatten wir die Tickets. Faszinierend.
Oder am Tag darauf, als wir nicht genau wußten wo das Restaurant war zu dem wir wollten - i-Phone raus, Google Maps konsultiert und im Nu waren wir dann da.
Oder während des Meetings, als ich meinem Chef dringend eine e-mail schreiben mußte um den letzten Sachstand zu erfahren - Null Problemo, ruckfatz und die Sache war erledigt.
Nur Geld drucken kann das Ding noch nicht - aber auch dafür wird es bald einen App geben ...