Das Wetter dieses Jahr - vollkommen durcheinander. Nachdem es erst gar nicht so richtig Sommer werden wollte, mit Nachtfrost noch im Mai, fängt jetzt Mitte August schon der Herbst an. Normalerweise haben wir von Juli bis September hier in Alabama durchgehend Temperaturen bis an die 40 Grad Celsius. Heute ist es gerade mal die Hälfte ... mit Nieselregen und allem was den Herbst so ausmacht. Ich werde wohl heute Nacht die Klimaanlage wieder auf Heizen umstellen müssen ...
Von Deutschland nach Alabama ... ein Abenteuer der besonderen Art. Erlebnisse, Gedanken, Absonderlichkeiten - was mir so ein- und auffällt. Und wieso der komische Name - We're French? Siehe rechts unter "About me" ...
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Saturday, August 17, 2013
Fall Weather
Saturday, November 3, 2012
Christmas in November
Wir hatten heute einen richtigen Sommertag hier - knappe 30 Grad Celsius, Sonnenschein, kaum eine Wolke am Himmel, leichter Wind. Nicht gerade typisches aber doch auch kein ungewöhnliches Wetter für Anfang November in Alabama.
Nur dass sie in Bridge Street, der großen Fußgängerzone in Huntsville, schon damit begonnen haben den Weihnachtsbaum aufzustellen störte ein wenig die sommerliche Stimmung ...
Nur dass sie in Bridge Street, der großen Fußgängerzone in Huntsville, schon damit begonnen haben den Weihnachtsbaum aufzustellen störte ein wenig die sommerliche Stimmung ...
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Thursday, June 28, 2012
111 F
111 Grad Fahrenheit um kurz nach 6 Uhr Abends.
Das sind knappe 44 Grad Celsius.
Wir ersticken hier vor Hitze.
Die Times titelte heute "Welcome to the furnace" - Willkommen im Hochofen.
Und wir haben erst Ende Juni - die heißen Tage kommen erst noch ...
Das sind knappe 44 Grad Celsius.
Wir ersticken hier vor Hitze.
Die Times titelte heute "Welcome to the furnace" - Willkommen im Hochofen.
Und wir haben erst Ende Juni - die heißen Tage kommen erst noch ...
Sunday, May 27, 2012
Warm
Hurra, endlich ist der Sommer da!
Heute hatten wir 99 Grad Fahrenheit ( das sind 37,2 Grad Celsius) mit 42% Luftfeuchtigkeit - und es ist noch nicht einmal Juni. Nachdem der Winter so besonders mild war, wir fast keine Tornado-Saison hatten (ein Tornado Alarm insgesamt ...), wird wohl nun der Sommer recht warm. Toll. Und unsere alte Klimaanlage schaft es nur noch einen Temperaturunterschied von rund 20 Grad her zu stellen - also ist es im Haus gute 26 Grad warm. Mit steigender Tendenz ...
Heute hatten wir 99 Grad Fahrenheit ( das sind 37,2 Grad Celsius) mit 42% Luftfeuchtigkeit - und es ist noch nicht einmal Juni. Nachdem der Winter so besonders mild war, wir fast keine Tornado-Saison hatten (ein Tornado Alarm insgesamt ...), wird wohl nun der Sommer recht warm. Toll. Und unsere alte Klimaanlage schaft es nur noch einen Temperaturunterschied von rund 20 Grad her zu stellen - also ist es im Haus gute 26 Grad warm. Mit steigender Tendenz ...
Friday, April 27, 2012
One year ago ...
Heute vor einem Jahr sah der Himmel ganz ähnlich aus.
Dann wurde alles ganz düster und 62 Tornados fegten über Alabama hinweg.
Fünf Tage saßen wir und rund 650.000 andere Menschen hier in der Gegend ohne Strom, Benzin und Einkaufsmöglichkeiten da.
Aber immerhin stand unser Haus noch und wir waren unverletzt. Da ging es uns weitaus besser als vielen, vielen anderen Familien, denen nichts geblieben war und die vielleicht sogar einen der Ihren unter den 249 Toten wieder fanden, die Alabama zu beklagen hatte.
Die Schäden sind noch längst nicht alle wieder behoben. Die Narben sind noch längst nicht verheilt, vor allen Dingen die seelischen. Man beguckt jede Gewitterfront mit Misstrauen, greift zum Handy und telefoniert sich den Status seiner Familie und Freunde zusammen.
Der Sturm heute entpuppte sich dann als harmloser Guss mit ein wenig Blitz und Donner. Trotzdem, die Erinnerung war sofort wieder da. Und ein Gedanke - nicht schon wieder ...
Dann wurde alles ganz düster und 62 Tornados fegten über Alabama hinweg.
Fünf Tage saßen wir und rund 650.000 andere Menschen hier in der Gegend ohne Strom, Benzin und Einkaufsmöglichkeiten da.
Aber immerhin stand unser Haus noch und wir waren unverletzt. Da ging es uns weitaus besser als vielen, vielen anderen Familien, denen nichts geblieben war und die vielleicht sogar einen der Ihren unter den 249 Toten wieder fanden, die Alabama zu beklagen hatte.
Die Schäden sind noch längst nicht alle wieder behoben. Die Narben sind noch längst nicht verheilt, vor allen Dingen die seelischen. Man beguckt jede Gewitterfront mit Misstrauen, greift zum Handy und telefoniert sich den Status seiner Familie und Freunde zusammen.
Der Sturm heute entpuppte sich dann als harmloser Guss mit ein wenig Blitz und Donner. Trotzdem, die Erinnerung war sofort wieder da. Und ein Gedanke - nicht schon wieder ...
Tuesday, March 13, 2012
Screen Door
Die Türschwelle an unserer Haustür verrottet langsam. Grund ist die Fehlkonstruktion der Schwelle, in die bei starkem regen durch mehrere Ritzen und Spalte Wasser läuft, dass sich dann unten sammelt und mit den Jahren langsam das Holz hat vergammeln lassen. Dadurch senkt sich der Boden in Schwellennähe und durch das Wasser, dass weiter nach innen gedrückt wird, wellt sich auch schon das Laminat und löst sich bereits an mehreren Stellen.
Haben wir der Hausverwaltung gemeldet, die sind gekommen, haben sich das angeguckt und nur Bahnhof verstanden. Nachdem wir nicht locker gelassen hatten, kamen sie dann schließlich mit der Lösung des Problems - nein, nicht etwa die Schwelle ausbauen, das marode Holz ersetzen, alles schön abdichten und vielleicht sogar eine zusätzliche Lippe einsetzen, die das Wasser aus dem Haus hält.
Vielmehr war man auf die glorreiche Idee gekommen eine Screen-Door, eine Vorsatztür, davor zu setzen. Das ist eine Arbeit von zwei Stunden, während die Restaurierung der Schwelle bestimmt zwei Tage gedauert hätte.
Aber auch so war das keine leichte Übung. Drei fluchende, schwitzende Männer haben fast einen Vormittag dazu gebraucht um die Tür schief und mit der Klinke verkehrt herum einzubauen.
Mein Papa, der alte Perfektionist, würde hier die Hutzelpest kriegen; seine Schwiegertochter, die ähnlich gestrickt ist, hat mittlerweile aufgegeben sich überhaupt noch darüber aufzuregen - sie hat den Schraubenzieher geholt und das ganze schnell selber so umgebaut, dass wir die Tür jetzt wenigstens einigermaßen zu bekommen.
Theoretisch hält also unsere neue Screen-Door jetzt das Wasser fern von der Eingangstür, der Schwelle und dem Inneren des Hauses. Wenn sie denn richtig eingebaut wäre und fugendicht abschließt. Was unsere natürlich nicht tut. Nicht nur dass sie schief im Rahmen sitzt und sich bereits nach einer Woche nur mit immer größerem Kraftaufwand öffnen lässt, sie schließt auch nicht vollständig und hat oben eine Fuge, durch die meine Hand durch passt. Oder jede Menge Wasser, wenn es mal wieder regnet. Wasser, dass dann an der Innenseite der Tür herunter in die - genau - Schwelle läuft, die marode. Wir haben den Kampf aufgegeben. Mehr können wir nicht machen - soll das Scheißding doch verrotten. Wir ziehen hier ja eines Tages wieder aus und solange wird das schon noch halten. Nach uns die Sintflut - sprichwörtlich ...
Haben wir der Hausverwaltung gemeldet, die sind gekommen, haben sich das angeguckt und nur Bahnhof verstanden. Nachdem wir nicht locker gelassen hatten, kamen sie dann schließlich mit der Lösung des Problems - nein, nicht etwa die Schwelle ausbauen, das marode Holz ersetzen, alles schön abdichten und vielleicht sogar eine zusätzliche Lippe einsetzen, die das Wasser aus dem Haus hält.
Vielmehr war man auf die glorreiche Idee gekommen eine Screen-Door, eine Vorsatztür, davor zu setzen. Das ist eine Arbeit von zwei Stunden, während die Restaurierung der Schwelle bestimmt zwei Tage gedauert hätte.
Aber auch so war das keine leichte Übung. Drei fluchende, schwitzende Männer haben fast einen Vormittag dazu gebraucht um die Tür schief und mit der Klinke verkehrt herum einzubauen.
Mein Papa, der alte Perfektionist, würde hier die Hutzelpest kriegen; seine Schwiegertochter, die ähnlich gestrickt ist, hat mittlerweile aufgegeben sich überhaupt noch darüber aufzuregen - sie hat den Schraubenzieher geholt und das ganze schnell selber so umgebaut, dass wir die Tür jetzt wenigstens einigermaßen zu bekommen.
Theoretisch hält also unsere neue Screen-Door jetzt das Wasser fern von der Eingangstür, der Schwelle und dem Inneren des Hauses. Wenn sie denn richtig eingebaut wäre und fugendicht abschließt. Was unsere natürlich nicht tut. Nicht nur dass sie schief im Rahmen sitzt und sich bereits nach einer Woche nur mit immer größerem Kraftaufwand öffnen lässt, sie schließt auch nicht vollständig und hat oben eine Fuge, durch die meine Hand durch passt. Oder jede Menge Wasser, wenn es mal wieder regnet. Wasser, dass dann an der Innenseite der Tür herunter in die - genau - Schwelle läuft, die marode. Wir haben den Kampf aufgegeben. Mehr können wir nicht machen - soll das Scheißding doch verrotten. Wir ziehen hier ja eines Tages wieder aus und solange wird das schon noch halten. Nach uns die Sintflut - sprichwörtlich ...
Friday, March 2, 2012
You stay safe ...
Nachdem es vorgestern schon eine Tornado-Warnung gegeben hatte, mit Schulschließungen und dem ganzen Programm, erwischt es uns heute so richtig. Den ganzen Morgen schon heulen die Tornado-Sirenen - dabei sollen die wirklich heftigen Stürme erst heute Abend kommen. Das kann noch ein lustiger Tag werden. Mehrere Tornados sind schon in der Nachbarschaft nieder gegangen, bedauerlicherweise dort wo es schon letztes Jahr im April am meisten zugeschlagen hatte. Vereinzelte Schäden an Schulen (Buckhorn High School, mal wieder ...), Gefängnissen und Wohnhäusern (in Harvest mal wieder ...) wurden gemeldet. Bisher hat es zum Glück keine Toten und Verletzten gegeben - aber der Tag ist noch lang.
Ich war gerade eben einkaufen, auftanken und Geld abheben - die Tage ohne Strom und Wasser und Benzin letzten April haben uns gelehrt, wie man sich vorbereiten muß. Hier sind im Moment alle etwas nervös und in Erwartung von Schlimmerem - das Trauma vom letzten April ist nie ganz weg gewesen und nun springt es die Leute micht Macht wieder an. Draußen ist es 26 Grad warm, es weht ein steifer Wind, immer mal wieder verdüstert sich der Himmel - typisches Tornado-Wetter.
Im Supermarkt haben sie jeden Kunden mit "You stay safe ..." verabschiedet - you too, you too ...
Ich war gerade eben einkaufen, auftanken und Geld abheben - die Tage ohne Strom und Wasser und Benzin letzten April haben uns gelehrt, wie man sich vorbereiten muß. Hier sind im Moment alle etwas nervös und in Erwartung von Schlimmerem - das Trauma vom letzten April ist nie ganz weg gewesen und nun springt es die Leute micht Macht wieder an. Draußen ist es 26 Grad warm, es weht ein steifer Wind, immer mal wieder verdüstert sich der Himmel - typisches Tornado-Wetter.
Im Supermarkt haben sie jeden Kunden mit "You stay safe ..." verabschiedet - you too, you too ...
Sunday, July 3, 2011
Shade
Hier ist es zur Zeit wirklich richtig warm - gestern und heute war jeweils 40 Grad Celsius im Schatten ... in der prallen Sonne ist es dann erst recht kein Vergnügen.
Mit den Kiddies kann man da auch nicht viel draußen machen - Spielplatz, Botanischer Garten, State Park, alles viiiel zu warm. Aber immer nur drinnen das ganze Wochenende, da drehen sie uns ja total am Rad.
Aber zum Glück haben wir ja eine (ebenerdige) Terrasse und auf der haben wir einen Sandkasten und einen Swimming Pool aufgebaut. Aber da die ohne Schatten war, konnten wir das auch erst immer Abends nutzen, wenn die Sonne hinterm Haus stand.
Also haben wir so eine Art Strandmuschel gekauft - eine richtig, richtig große, mit 4.5x4.5 Metern Grundfläche und 2.5 Metern Höhe. Die bedeckt jetzt gut 90% unserer Terrasse, mitsamt Sandkasten und Swimming Pool.
Ich bin mal gespannt, wie sie den ersten Sommersturm hier übersteht ...
Mit den Kiddies kann man da auch nicht viel draußen machen - Spielplatz, Botanischer Garten, State Park, alles viiiel zu warm. Aber immer nur drinnen das ganze Wochenende, da drehen sie uns ja total am Rad.
Aber zum Glück haben wir ja eine (ebenerdige) Terrasse und auf der haben wir einen Sandkasten und einen Swimming Pool aufgebaut. Aber da die ohne Schatten war, konnten wir das auch erst immer Abends nutzen, wenn die Sonne hinterm Haus stand.
Also haben wir so eine Art Strandmuschel gekauft - eine richtig, richtig große, mit 4.5x4.5 Metern Grundfläche und 2.5 Metern Höhe. Die bedeckt jetzt gut 90% unserer Terrasse, mitsamt Sandkasten und Swimming Pool.
Ich bin mal gespannt, wie sie den ersten Sommersturm hier übersteht ...
Monday, May 9, 2011
Magnolia Terrace
Freunde von uns, Sharron und Tony Triolo, leben in Magnolia Terrace in Athens, Alabama. Er ist Berufsfotograf und sie arbeitet für eine der vielen kleinen Unterstützungsfirmen hier in der Rocket City.
Seit dem 27. April sind sie allerdings ohne feste Unterkunft. Einer der 23 Tornados, die Nord-Alabama so heftig getroffen haben, hat nämlich auch ihr Haus in Mitleidenschaft gezogen. Zwar steht die linke Hälfte noch, doch wird wohl die gesamte Struktur so in Mitleidenschaft gezogen worden sein, dass nur noch eines übrig bleibt - Abriss. Dabei sind sie erst vor wenigen Jahren dort hin gezogen - und haben dabei eine größere Hypothek aufgenommen als sie eigentlich wollten. Aber das Haus war groß und repräsentativ, das Geld war billig und die Zinsen günstig, der amerikanische Traum halt. Man kann nur hoffen, dass sie gut versichert waren - auch was das Auto angeht, denn das dürfte auch nur noch Schrottwert haben ...
Auch die anderen Häuser in Magnolia Terrace sind übel zugerichtet worden - gut dreiviertel der Gebäude sind unbewohnbar oder völlig zerstört.
Seit dem 27. April sind sie allerdings ohne feste Unterkunft. Einer der 23 Tornados, die Nord-Alabama so heftig getroffen haben, hat nämlich auch ihr Haus in Mitleidenschaft gezogen. Zwar steht die linke Hälfte noch, doch wird wohl die gesamte Struktur so in Mitleidenschaft gezogen worden sein, dass nur noch eines übrig bleibt - Abriss. Dabei sind sie erst vor wenigen Jahren dort hin gezogen - und haben dabei eine größere Hypothek aufgenommen als sie eigentlich wollten. Aber das Haus war groß und repräsentativ, das Geld war billig und die Zinsen günstig, der amerikanische Traum halt. Man kann nur hoffen, dass sie gut versichert waren - auch was das Auto angeht, denn das dürfte auch nur noch Schrottwert haben ...
Auch die anderen Häuser in Magnolia Terrace sind übel zugerichtet worden - gut dreiviertel der Gebäude sind unbewohnbar oder völlig zerstört.
Saturday, May 7, 2011
Belinda's Goats
Nicht nur Zerstörung und Verlust haben die Tornados gebracht, sondern für einige wenige auch unerwarteten Gewinn. Die Sekretärin meines Chefs, Belinda, wohnt in Elkmont, einem kleinen Kuhdorf an der Grenze zu Tennessee.
Von den Tornados sind sie dort verschont geblieben, es hat hat ordentlich geblasen und geregnet.
Als Belinda dann am nächsten Morgen zur Koppel in der sie ihre Pferde hat gefahren ist, um nach zu sehen ob die Tierchen das Unwetter überstanden hatten, fand sie dort Rechnungen, Bilder und einen Teil einer Wandtapete aus einem Jugendzimmer im Gras. Die Rechnungen wiesen eine Adresse in Phil Campbell aus, einem Ort mit knapp über tausend Einwohnern ungefähr 120 Kilometer südwestlich, der von den Tornados fast gänzlich zerstört wurde.
Und dann waren da noch die fünf Ziegen, die vorher nicht dagewesen waren ... ein Bock, eine Ziege und drei Jungtiere.
Zerzaust und sichtbar mitgenommen grasten sie zwischen ihren Pferden. Da die Zäune der Koppel und auch das Gatter unbeschädigt waren, gab es nur eine plausible Erklärung - der Sturm hatte sie dort hin getragen.
Aus Phil Campbell, 120 Kilometer weit?
Sie fragte bei ihren Nachbarn herum aber keiner von denen vermisste irgendwelche Ziegen. Was also tun? In Phil Campbell kannte sie niemanden den sie hätte fragen können und so lässt sie die Tierchen halt da wo sie jetzt sind. Vielleicht wird sich mit der Zeit ja eine Spur auftun, die sie zum Besitzer führt.
Und ja, es ist durchaus nichts ungewöhnliches dass Trümmer, Papiere und auch Menschen und Tiere von einem Tornado fortgerissen und weit entfernt wieder "ausgespuckt" werden.
Da gibt es die Geschichte von der Familie, die von einem der Tornados überrascht wurde und der Vater gerade noch die beiden kleinen Söhne aus ihren Zimmern in den Stormshelter bringen konnte. Zu seinem Achtjährigen kam er nicht mehr, musste sogar hilflos mit zu sehen, wie der Junge vom Tornado aufgesogen und fort getragen wurde.
Ein paar Stunden später, die Familie suchte verzweifelt in den Trümmern ihres Hauses und der Umgebung nach dem Sohn, kam er auf der Straße angehumpelt. Der Tornado hatte ihn einige Meilen weiter auf einem Feld wieder ausgespien und außer ein paar Kratzern und Prellungen hatte er keine Verletzungen davon getragen.
Und auch die Geschichte von der Bibel, die von einer zerstörten Kirche hier bis ins über 300 Kilometer entfernte Knoxville in Tennessee getragen wurde ist zwar unglaublich aber durchaus glaubhaft.
Tornados tun so etwas und manchmal landen dann eben Ziegen auf einer Wiese in Elkmont ...
Von den Tornados sind sie dort verschont geblieben, es hat hat ordentlich geblasen und geregnet.
Als Belinda dann am nächsten Morgen zur Koppel in der sie ihre Pferde hat gefahren ist, um nach zu sehen ob die Tierchen das Unwetter überstanden hatten, fand sie dort Rechnungen, Bilder und einen Teil einer Wandtapete aus einem Jugendzimmer im Gras. Die Rechnungen wiesen eine Adresse in Phil Campbell aus, einem Ort mit knapp über tausend Einwohnern ungefähr 120 Kilometer südwestlich, der von den Tornados fast gänzlich zerstört wurde.
Und dann waren da noch die fünf Ziegen, die vorher nicht dagewesen waren ... ein Bock, eine Ziege und drei Jungtiere.
Zerzaust und sichtbar mitgenommen grasten sie zwischen ihren Pferden. Da die Zäune der Koppel und auch das Gatter unbeschädigt waren, gab es nur eine plausible Erklärung - der Sturm hatte sie dort hin getragen.
Aus Phil Campbell, 120 Kilometer weit?
Sie fragte bei ihren Nachbarn herum aber keiner von denen vermisste irgendwelche Ziegen. Was also tun? In Phil Campbell kannte sie niemanden den sie hätte fragen können und so lässt sie die Tierchen halt da wo sie jetzt sind. Vielleicht wird sich mit der Zeit ja eine Spur auftun, die sie zum Besitzer führt.
Und ja, es ist durchaus nichts ungewöhnliches dass Trümmer, Papiere und auch Menschen und Tiere von einem Tornado fortgerissen und weit entfernt wieder "ausgespuckt" werden.
Da gibt es die Geschichte von der Familie, die von einem der Tornados überrascht wurde und der Vater gerade noch die beiden kleinen Söhne aus ihren Zimmern in den Stormshelter bringen konnte. Zu seinem Achtjährigen kam er nicht mehr, musste sogar hilflos mit zu sehen, wie der Junge vom Tornado aufgesogen und fort getragen wurde.
Ein paar Stunden später, die Familie suchte verzweifelt in den Trümmern ihres Hauses und der Umgebung nach dem Sohn, kam er auf der Straße angehumpelt. Der Tornado hatte ihn einige Meilen weiter auf einem Feld wieder ausgespien und außer ein paar Kratzern und Prellungen hatte er keine Verletzungen davon getragen.
Und auch die Geschichte von der Bibel, die von einer zerstörten Kirche hier bis ins über 300 Kilometer entfernte Knoxville in Tennessee getragen wurde ist zwar unglaublich aber durchaus glaubhaft.
Tornados tun so etwas und manchmal landen dann eben Ziegen auf einer Wiese in Elkmont ...
Tuesday, May 3, 2011
Numbers
362 Tornados während des Unwetters das den ganzen Südosten der USA am 27. April 2011 überzog, davon 23 mit Bodenberührung in Alabama. Der heftigste, ein EF5 (höchste Kategorie) zog mit einer Breite von 2 km auf einer Länge von gut 210 km quer durch den Staat.
340 Tote, davon 236 in Alabama.
36 der 67 Counties in Alabama sind zu nationalen Katastrophenregionen erklärt worden.
118000 Haushalte, Geschäfte und Fabriken in Nord-Alabama immer noch ohne Strom. Es wird geschätzt, dass die Stromversorgung für alle erst im August wieder hergestellt sein wird.
Die letzte Tornado-Katastrophe mit ähnlichen Zahlen war 1925. Das war also ein Jahrhundertereignis - zum Glück ...
340 Tote, davon 236 in Alabama.
36 der 67 Counties in Alabama sind zu nationalen Katastrophenregionen erklärt worden.
118000 Haushalte, Geschäfte und Fabriken in Nord-Alabama immer noch ohne Strom. Es wird geschätzt, dass die Stromversorgung für alle erst im August wieder hergestellt sein wird.
Die letzte Tornado-Katastrophe mit ähnlichen Zahlen war 1925. Das war also ein Jahrhundertereignis - zum Glück ...
Monday, May 2, 2011
Back from the Black
Seit heute Nacht gegen ein Uhr haben wir wieder Strom. Die Kiddies finden das nicht so toll, für die waren die letzten fünf Tage ein riesiges Camping-Vergnügen. Am besten fanden sie, dass wir alle Eiskreme aufessen mussten, bevor sie uns im stromlosen Gefrierschrank dahin schmolz. Auch, dass wir mit Taschenlampen unter der Bettdecke mit ihnen Bücher gelesen haben hat ihnen gefallen.
Zum Glück war das Wetter prima - so Mitte zwanzig Grad Celsius, leichter Wind, trocken und sonnig. Also sind wir mit ihnen draußen gewesen, auf dem Spielplatz, Fahrrad fahren und am Samstag sogar in Athens beim Chick-fil-A (so eine Art McDonalds wo es nur Hühnchen gibt ... und einen tollen Indoor-Spielplatz). Dass unsere TV-Junkies auch mal fünf Tage ohne Thomas the Tank Engine, Dinosaur Train und Bob the Builder auskommen konnten ohne sich gegenseitig umzubringen war eine echte Überraschung für uns.
Während sich Mama und Papa insgeheim Sorgen gemacht haben, wie die Verpflegung organisiert werden kann, wenn der Stromausfall länger andauert, wie wir unsere Autos mit Benzin füllen und Wäsche gewaschen kriegen und wie wir uns alle sauber und gesund halten, war es für unsere drei Minderjährigen eine Art Abenteuerurlaub. Da brauchen wir also das nächste Mal gar nicht mehr in die Smoky Mountains zu fahren - wir machen einfach wieder alle Sicherungen raus ...
Zum Glück war das Wetter prima - so Mitte zwanzig Grad Celsius, leichter Wind, trocken und sonnig. Also sind wir mit ihnen draußen gewesen, auf dem Spielplatz, Fahrrad fahren und am Samstag sogar in Athens beim Chick-fil-A (so eine Art McDonalds wo es nur Hühnchen gibt ... und einen tollen Indoor-Spielplatz). Dass unsere TV-Junkies auch mal fünf Tage ohne Thomas the Tank Engine, Dinosaur Train und Bob the Builder auskommen konnten ohne sich gegenseitig umzubringen war eine echte Überraschung für uns.
Während sich Mama und Papa insgeheim Sorgen gemacht haben, wie die Verpflegung organisiert werden kann, wenn der Stromausfall länger andauert, wie wir unsere Autos mit Benzin füllen und Wäsche gewaschen kriegen und wie wir uns alle sauber und gesund halten, war es für unsere drei Minderjährigen eine Art Abenteuerurlaub. Da brauchen wir also das nächste Mal gar nicht mehr in die Smoky Mountains zu fahren - wir machen einfach wieder alle Sicherungen raus ...
Sunday, May 1, 2011
Accoustic Service
Immer noch kein Strom. Aber das Leben geht weiter. Und Sonntags ist hier Kirche angesagt. Nun gibt es hier solche, die recht klein und überschaubar sind, aber eben auch solche, die in ihrer Größe mehr an einen gotischen Dom erinnern. Einige haben wenige kleine Fenster, andere viele große Fenster. Und normalerweise schmeißt man sich zum Kirchgang hier auch ordentlich in Schale, egal ob große oder kleine Kirche, viele oder wenige Fenster.
An diesem Sonntag aber ist alles anders. Kein Strom bedeutet kein Licht, keine (elektrisch unterstützte) Musik und keine Lautsprecher. Also rückt man etwas näher zusammen, der Pastor spricht etwas lauter als sonst, man zündet Kerzen an wo kein Licht durch die Fenster kommt und die Kleidung steht unter dem Motto "Come as you are ..." - Komm wie du bist.
Und vielleicht gibt es auch nur einen Service statt wie üblich zwei oder drei - wichtig ist, dass der Gottesdienst statt findet, gerade in solchen Zeiten, in denen die Menschen sich austauschen, über das Erlebte sprechen und sich Ballast von der Seele reden müssen. Die Region ist traumatisiert, jeder kennt andere, die durch die Tornados in Mitleidenschaft gezogen wurden und durch den weitläufigen Stromausfall ist auch jeder unmittelbar von den Folgen des Unwetters betroffen. n solch einer Situation braucht man schon manchmal Beistand und Aufmunterung ...
An diesem Sonntag aber ist alles anders. Kein Strom bedeutet kein Licht, keine (elektrisch unterstützte) Musik und keine Lautsprecher. Also rückt man etwas näher zusammen, der Pastor spricht etwas lauter als sonst, man zündet Kerzen an wo kein Licht durch die Fenster kommt und die Kleidung steht unter dem Motto "Come as you are ..." - Komm wie du bist.
Und vielleicht gibt es auch nur einen Service statt wie üblich zwei oder drei - wichtig ist, dass der Gottesdienst statt findet, gerade in solchen Zeiten, in denen die Menschen sich austauschen, über das Erlebte sprechen und sich Ballast von der Seele reden müssen. Die Region ist traumatisiert, jeder kennt andere, die durch die Tornados in Mitleidenschaft gezogen wurden und durch den weitläufigen Stromausfall ist auch jeder unmittelbar von den Folgen des Unwetters betroffen. n solch einer Situation braucht man schon manchmal Beistand und Aufmunterung ...
Saturday, April 30, 2011
Ford's Chapel
Im Jahre 1808 ritt ein Methodisten-Pfarrer von Tennessee kommend durch das Tennessee-Tal in Nord-Alabama und gründete innerhalb von zwei Wochen sechs neue Kirchen dort. Vier davon sind noch heute in Benutzung.
Nein, ich muss mich korrigieren – seit Mittwoch sind es nur noch drei. Denn eine, Ford’s Chapel in Harvest, wurde an diesem Tag von einem Tornado dem Erdboden gleich gemacht. Es steht nur noch der moderne Anbau aus den 1980er Jahren, doch auch der ist schwer mitgenommen und wahrscheinlich nicht zu retten.
Incarnation Lutheran Church in Harvest ist eine Neugründung der Evangelisch-Lutheranischen Kirchen in Amerika. Vor gut zwei Jahren ist Pastor Mark Borseth aus Minnesota hierher geschickt worden um diese neue Kirche auf zu bauen. Bis vor einer Woche haben sie die Gottesdienste in einer ehemaligen Lagerhalle in einem Industriegebiet an der Jordan Lane gehalten; der vorige Mieter hatte dort eine Motorradreparaturwerkstatt unterhalten.
Die Methodisten in Ford’s Chapel, die sich mittlerweile eine größere und modernere Kirche neben dem alten Gebäude von 1808 gebaut hatten, hörten von Pastor Mark’s unpassenden Räumlichkeiten und boten ihm na, die unbenutzte Kirche von 1808 für seine Gottesdienste zu verwenden.
Also wurde in der Osterwoche umgezogen und am Ostersonntag hielten wir dort den ersten Gottesdienst in der neuen Kirche ab.
Drei Tage später war sie verschwunden.
Ford’s Chapel von 1808 war eine kleine, schlichte Kirche. In den 1980er Jahren hatten die Methodisten die alten Fenster durch bemalte bleiverglaste Fenster ersetzt, die Kirchenbänke erneuert und den Teppich neu verlegt. Achtzig Kirchgänger hatten dort Platz und der Unterschied zur Lagerhalle kann gar nicht mit Worten beschrieben werden.
Nun muss Pastor Mark für seine Gemeinde wieder eine neue Bleibe suchen – die Chancen sind jedoch gut dass wegen der finanziellen Belastungen die Kirche nun ganz aufgegeben wird.
Die neue Methodistenkirche daneben hat durch den Tornado nur den kleinen Kirchturm verloren, einen Anbau und ein paar Teile der Außenverkleidung.
Die Siedlung dahinter hat es jedoch schwer mitgenommen. Kein Baum steht mehr, die Häuser haben zum großen Teil schwere Schäden und wir können von Glück sagen, dass keine Menschenleben zu beklagen sind.
Gebäude kann man wieder aufbauen, wenn auch nicht mehr die alten historischen ...
Friday, April 29, 2011
Supplies
Ich sitze hier im Starbucks in Decatur, weil die free wireless Internet haben - noch bis 5 Uhr, dann wird auch hier der Strom abgestellt.
Ohne Strom sieht das Leben ganz schön düster aus. Keine Geschäfte offen um einzukaufen, denn nicht nur dass die kein Licht haben, auch die Kassen und die Kreditkartenmaschinen funktionieren nicht. Und natürlich schmilzt auch das Eis in den Kühltruhen, die Pizzen tauen auf und das Fleisch im Kühlregal wird schlecht. Ohne Strom funktionieren die Pumpen an den Tankstellen nicht und auch nicht die Ampeln auf den Strassen. Das Telefon ist tot und das Mobilfunknetz ist nutzlos, weil erstens einige Sendemasten von den Tornados getroffen wurden und zweitens die, die noch stehen, keinen Strom haben.
Und natürlich war niemand so richtig auf diese Situation vorbereitet. In den drei Jahren unseres Aufenthaltes hier haben wir jeden April/Mai und Oktober/November zahllose Tornado-Alarme erlebt. So viele, dass so etwas ernst zu nehmen und die notwendigen Vorbereitungen zu treffen, von vielen, die sogar noch länger hier wohnen als wir, ein wenig schleifen gelassen wurde.
Batterien für Taschenlampen gehören ins Haus, Wasser, Brot, Milch, Konserven, ein mechanischer Dosenöffner (!!), ein batteriebetriebenes Radio, Feuerzeuge und vollgetankte Autos.
Nun ja, wir hatten das alles um ein oder zwei Tage ohne Strom durch zu stehen – als Deutsche gehört vorbereitet zu sein zum täglichen Ritual. Aber die Aussicht eine ganze Woche oder noch länger ohne Strom zu sein – das hatten wir uns auch nicht vorgestellt.
Also was tun?
Radio hören und darauf hoffen, dass hier irgendwo in der Nähe ein Supermarkt einen Notstromgenerator betreibt und irgendwann auf macht. Dann sofort ins Auto und (mit halbvollem Tank) los fahren.
So geschehen am Donnerstag Morgen gegen acht Uhr, als die ersten Nachrichten herein kamen, dass der Target Supermarkt auf dem University Drive auf haben würde.
Ich also los, auf die Ampellosen Strassen. Überraschenderweise kein großes Problem, weil jeder sehr vorsichtig und zivilisiert, rücksichtsvoll und in typischer Southern Manier äußerst zuvorkommend fährt. An jeder Kreuzung wird brav gewartet bis man sich per Kopfnicken oder Handzeichen über die Reihenfolge verständigt hat. Das geht sogar recht flüssig, weil wirklich keiner dabei ist der versucht sich vorzudrängeln oder seinen Weg zu erzwingen. Keine Hupe ist zu hören, keine bösen Gesten sind zu sehen – it’s the Southern Way.
Im Target dann dreitausend Leute, die Schlange zu den vier offenen Kassen (von ungefähr vierzig möglichen ... für mehr war nicht mehr Energie da; sie hatten sogar die Transportbänder an den Kassen abgeschaltet, aber wenigstens funktionierte das Bezahlen mit Kreditkarte) wickelte sich dreimal um die Innenseite des Verkaufraumes und es dauerte zweieinhalb Stunden bis man endlich bezahlen konnte.
Brot, Milch, Obst, Taschenlampen, Eis und (stilles) Wasser waren ausverkauft. Ich habe dann das Mini-Regal mit den importierten Wässern (St.Pellegrino, Perrier) abgeräumt – gut dass hier in Alabama keiner Wasser mit Kohlensäure trinkt (außer uns blöden Europäern). Dann noch ein paar Beutel Chips und Brezel, Kekse und Batterien abgegriffen. Das, und die Vorräte in unserem Haus, sollten uns über die prognostizierte Woche bringen. Zum Glück benötigen alle unsere Taschenlampen normale AA Batterien und nicht die sonst üblichen C oder D Größen, die natürlich ausverkauft waren. Das hatte ich beim Kauf damals schon beachtet, weil ich manchmal etwas weiter voraus denke als andere.
Und diese anderen schaffen es manchmal sogar nicht einmal im Angesicht der Krise vernünftig zu handeln. Vor und hinter mir in der Schlange vor der Kasse waren Väter und Mütter mit voll bepackten Einkaufswägen. Und dazwischen zwei achtzehn, neunzehn jährige Mädels, Studentinnen so wie ich mit bekommen habe, mit zwei Tüten Kartoffelchips. Wahrscheinlich mussten sie noch für eine Party einkaufen.
Da ich keine Milch und kein Obst bekommen hatte waren wir dann heute Morgen auf dem Weg zum WalMart auf dem Madison Boulevard, weil es im Radio geheißen hatte die würden um acht Uhr aufmachen. Denkste, die mussten erst noch die ganzen aufgetauten Sachen wegräumen, ehe sie Leute herein lassen konnten.
Aber die Tanke vom WalMart war auf. Also nix wie rein in die Schlange. Polizisten regelten den Verkehr und es dauerte nur gut eine halbe Stunde, bis ich den Nissan auftanken konnte. Der Preis war auch ganz normal, denn wer jetzt die Preise erhöht wird unter Anklage gestellt.
Mit dem vollen Tank ging es dann nach Athens – die waren von dem ganzen Stromausfall nur in den ersten Stunden betroffen und sämtliche Geschäfte hatten auf und waren gut bestückt mit allem, inklusive Brot, Obst und Milch. An der ersten funktionierenden Ampel bin ich vor gekommen wie Robinson Crusoe, der in die Zivilisation zurück kehrt.
Und im Publix dann - Nirvana! Alles da, nur kein Bier, das Regal war merkwürdigerweise völlig leer geräumt. Nun ja, jeder hat seine eigenen Prioritäten.
Und im Publix dann - Nirvana! Alles da, nur kein Bier, das Regal war merkwürdigerweise völlig leer geräumt. Nun ja, jeder hat seine eigenen Prioritäten.
Jetzt sitze ich hier bei Lynn Layton Nissan-Chevrolet in Decatur – ich hatte einen Service Termin, der schon zweimal verschoben werden musste und da der südliche und nördliche Teil von Decatur Strom haben (nur die Stadtmitte ist tot), hatten sie geöffnet. Und freuten sich über jeden Kunden, der es trotz der widrigen Umstände doch zu ihnen geschafft hatte. Die Inspektion dauert ein wenig länger, weil nur einer der Nissan Techniker es heute zur Arbeit geschafft hat. Aber ich habe mein Netbook mit und schreibe auf was so los war hier die letzten drei Tage.
So, jetzt ist das Auto fertig – und wir müssen hier raus, weil gleich der Strom in diesem Teil von Decatur abgeschaltet wird.
Power Outtage
Ich sitze hier im Starbucks in Decatur - die haben free wireless Internet und noch bis 5 Uhr auf, bevor der Strom in Decatur abgeschaltet wird.
Kein Strom mehr. Für mindestens eine Woche, wie es heißt. Ganz Nord-Alabama war für einen Tag ohne Strom, weil die Hauptleitung vom Kernkraftwerk Browns Ferry bei Athens und einige Transformatorstationen durch die Tornados zerstört worden sind. Mittlerweile, nach anderthalb Tagen, haben einige Landstriche wieder Strom, und sämtliche Krankenhäuser sind wieder am Netz. Aber für den Großteil der Bevölkerung in Madison und Huntsville wird der stromlose Zustand wohl noch einige Tage, eventuell sogar Wochen andauern. Die Zerstörungen im Stromnetz sind so immens, dass tatsächlich davon gesprochen wird dass das ganze Netz von Grund auf neu aufgebaut werden muss – und das wird dauern.
Wenigstens haben wir noch Wasser (nur Kaltes natürlich) und das Gas ist auch noch da, so dass wir wenigstens mit unserem Gasherd Kochen können. Unsere Informationen beziehen wir aus unserem kleinen batteriegetriebenen Transistorradio, und Abends gehen wir alle ins Bett wenn die Sonne untergegangen ist. Nach draußen darf man nach 8 Uhr Abends sowieso nicht mehr, weil dann für zwoelf Stunden Ausgangssperre ist. Da auch die Ampeln nicht funktionieren und man sich auf den zahllosen Kreuzungen hier per Handzeichen über die Vorfahrt verständigen muss, macht es Sinn den Verkehr in der Dunkelheit auf das notwendigste (Rettungskräfte, Polizei) zu beschränken.
Außerdem will man auch verhindern, dass finstere Gestalten die doch sehr dunkle Situation ausnutzen um in den stromlosen, das heißt Alarmanlagen-losen, Geschäften abzuräumen. Tatsächlich hat das wohl gestern Nacht schon irgend so ein Idiot versucht – er ist aber nur mit drei Kugeln vom Besitzer in seinem Körper wieder heraus gekommen. Der örtliche Sheriff hat daraufhin noch einmal eindrücklich auf das Recht eines jeden Buergers hingewiesen, gerade und besonders in solch einer Situation sein Eigentum mit allem was zur Verfügung steht verteidigen zu können. So ein Vorkommnis zieht dann noch nicht einmal eine Untersuchung nach sich – da gibt es zur Zeit wichtigere Dinge für die Polizei zu tun als erfolgreiche Selbstmordversuche aufzuklären ...
Aftermath
Ich sitze hier im Starbucks in Decatur - die haben free wireless Internet und noch bois 5 Uhr auf, bevor der Strom in Decatur abgeschaltet wird.
9 Tote in Madison County. Über 60 Tote in Nord-Alabama. Über 110 Tote in ganz Alabama, über 210 Tote im ganzen Sueden. 211 einzelne Tornados im ganzen Süden, einer davon in Mississippi mit einer Windgeschwindigkeit von 205 mph (gut 330 kmh), einer Breite von einer halben Meile, der auf einer Laenge von 3 Meilen 14 Menschenleben gekostet hat.
Das war heftig, sehr heftig. Am schlimmsten hat es wohl Tuscaloosa erwischt, aber genaue Informationen haben wir nicht. Wir haben nämlich seit Mittwoch Abend keinen Strom mehr und unsere einzige Informationsquelle ist das Radio. Dort aber geht es vornehmlich um die unmittelbare Umgebung, das County in dem der Sender steht, vielleicht noch das nächste. Überregionale Nachrichten oder sogar Weltereignisse sind nicht mit zu bekommen. Außer dass Präsident Obama heute in Tuscaloosa war und wohl recht erschüttert gewirkt hat. Und danach ist er dann weiter nach Cape Canaveral geflogen, um beim letzten Start der Raumfähre Endeavour heute Nachmittag dabei zu sein.
Unser Großer und ich sind heute Morgen nach Athens gefahren – weil die dort Strom haben und damit auch Benzin (für die Pumpen braucht man auch Strom ...) und Milch (... die muss ja gekühlt werden ...) und Brot (... backen ohne Strom geht auch irgendwie nicht ...). Auf dem Weg dorthin sind wir dann an einigen Stellen vorbei gekommen, wo Tornados eingeschlagen haben. Heftig. Der Schaden wird auf bis zu 5 Milliarden Dollar geschätzt – darin enthalten sind die gut 5 Millionen Hühnchen, die auf den diversen Hühnerfarmen (eine der Hauptindustrien hier) der Region ums Leben gekommen sind. Das hat uns ganz schön mit genommen und der Wiederaufbau wird einige Zeit dauern ...
Wednesday, April 27, 2011
State of Emergency
Ich schreibe das hier gerade live, während draußen die Welt unter geht.
Seit heute Nacht sind bereits mehrere massive Sturmfronten über den Süden hinweg gefegt, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 kmh. Heute Morgen dann hat es diverse Tornados gegeben, gerade eben wurde einer in unserem Nachbarort Athens bestätigt. Es hat bereits mehrere Tote in der Region gegeben und das war erst der Anfang - die Wetterfrösche im TV rechnen damit dass dieses Wetter noch weitere zehn Stunden anhalten wird. Gerade ist ein wenig Pause mit Sturm, Blitz und Donner und Regen, und alle Schulen verfrachten jetzt ihre Schüler nach Hause bevor es wieder los geht. Ah ja, zu früh gefreut - da geht die Tornado Sirene schon wieder los. Das ist das heimtückische an diesen Dingern, dass sie normalerweise nicht im dicksten Sturm kommen sondern sich meistens hinter der Front entwickeln.
Ich habe unseren Kleinsten bereits aus dem Kindergarten geholt - dort war das reinste Chaos. Die haben dort seit ein paar Wochen einen enormen Zulauf an neuen Kindern und mussten daher schnell ganz viele neue Betreuerinnen einstellen - und die waren mit der Situation total überfordert. Jetzt sitzt er vorm TV und guckt sich seine Lieblings-DVD an. Meine Frau hat diese letzte Phase des Sturms bei unserer Großen im Kindergarten verbracht und wird diese Pause jetzt nutzen um schnell mit ihr nach Hause zu fahren. Viel verkehr dürfte nicht sein ...
Wir haben hier in den vergangenen drei Jahren ja schon so einige Tornado-Wetter miterlebt - aber so etwas wie heute hat es noch nicht gegeben. Der Gouverneur von Alabama hat den Staats-Notfall ausgerufen und es hat wohl bereits erheblich Sachschäden gegeben. Gerade eben kommt der Große aus der Schule - dann wird die ganze Familie die weiteren Stürme zusammen abwettern. Mal sehen was uns noch bevor steht heute ...
Seit heute Nacht sind bereits mehrere massive Sturmfronten über den Süden hinweg gefegt, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 kmh. Heute Morgen dann hat es diverse Tornados gegeben, gerade eben wurde einer in unserem Nachbarort Athens bestätigt. Es hat bereits mehrere Tote in der Region gegeben und das war erst der Anfang - die Wetterfrösche im TV rechnen damit dass dieses Wetter noch weitere zehn Stunden anhalten wird. Gerade ist ein wenig Pause mit Sturm, Blitz und Donner und Regen, und alle Schulen verfrachten jetzt ihre Schüler nach Hause bevor es wieder los geht. Ah ja, zu früh gefreut - da geht die Tornado Sirene schon wieder los. Das ist das heimtückische an diesen Dingern, dass sie normalerweise nicht im dicksten Sturm kommen sondern sich meistens hinter der Front entwickeln.
Ich habe unseren Kleinsten bereits aus dem Kindergarten geholt - dort war das reinste Chaos. Die haben dort seit ein paar Wochen einen enormen Zulauf an neuen Kindern und mussten daher schnell ganz viele neue Betreuerinnen einstellen - und die waren mit der Situation total überfordert. Jetzt sitzt er vorm TV und guckt sich seine Lieblings-DVD an. Meine Frau hat diese letzte Phase des Sturms bei unserer Großen im Kindergarten verbracht und wird diese Pause jetzt nutzen um schnell mit ihr nach Hause zu fahren. Viel verkehr dürfte nicht sein ...
Wir haben hier in den vergangenen drei Jahren ja schon so einige Tornado-Wetter miterlebt - aber so etwas wie heute hat es noch nicht gegeben. Der Gouverneur von Alabama hat den Staats-Notfall ausgerufen und es hat wohl bereits erheblich Sachschäden gegeben. Gerade eben kommt der Große aus der Schule - dann wird die ganze Familie die weiteren Stürme zusammen abwettern. Mal sehen was uns noch bevor steht heute ...
State of Emergency
Ich schreibe das hier gerade live, während draußen die Welt unter geht.
Seit heute Nacht sind bereits mehrere massive Sturmfronten über den Süden hinweg gefegt, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 kmh. Heute Morgen dann hat es diverse Tornados gegeben, gerade eben wurde einer in unserem Nachbarort Athens bestätigt. Es hat bereits mehrere Tote in der Region gegeben und das war erst der Anfang - die Wetterfrösche im TV rechnen damit dass dieses Wetter noch weitere zehn Stunden anhalten wird. Gerade ist ein wenig Pause mit Sturm, Blitz und Donner und Regen, und alle Schulen verfrachten jetzt ihre Schüler nach Hause bevor es wieder los geht. Ah ja, zu früh gefreut - da geht die Tornado Sirene schon wieder los. Das ist das heimtückische an diesen Dingern, dass sie normalerweise nicht im dicksten Sturm kommen sondern sich meistens hinter der Front entwickeln.
Ich habe unseren Kleinsten bereits aus dem Kindergarten geholt - dort war das reinste Chaos. Die haben dort seit ein paar Wochen einen enormen Zulauf an neuen Kindern und mussten daher schnell ganz viele neue Betreuerinnen einstellen - und die waren mit der Situation total überfordert. Jetzt sitzt er vorm TV und guckt sich seine Lieblings-DVD an. Meine Frau hat diese letzte Phase des Sturms bei unserer Großen im Kindergarten verbracht und wird diese Pause jetzt nutzen um schnell mit ihr nach Hause zu fahren. Viel Verkehr dürfte nicht sein ...
Wir haben hier in den vergangenen drei Jahren ja schon so einige Tornado-Wetter miterlebt - aber so etwas wie heute hat es noch nicht gegeben. Der Gouverneur von Alabama hat den Staats-Notfall ausgerufen und es hat wohl bereits erheblich Sachschäden gegeben. Gerade eben kommt der Große aus der Schule - dann wird die ganze Familie die weiteren Stürme zusammen abwettern. Mal sehen was uns noch bevor steht ...
Seit heute Nacht sind bereits mehrere massive Sturmfronten über den Süden hinweg gefegt, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 kmh. Heute Morgen dann hat es diverse Tornados gegeben, gerade eben wurde einer in unserem Nachbarort Athens bestätigt. Es hat bereits mehrere Tote in der Region gegeben und das war erst der Anfang - die Wetterfrösche im TV rechnen damit dass dieses Wetter noch weitere zehn Stunden anhalten wird. Gerade ist ein wenig Pause mit Sturm, Blitz und Donner und Regen, und alle Schulen verfrachten jetzt ihre Schüler nach Hause bevor es wieder los geht. Ah ja, zu früh gefreut - da geht die Tornado Sirene schon wieder los. Das ist das heimtückische an diesen Dingern, dass sie normalerweise nicht im dicksten Sturm kommen sondern sich meistens hinter der Front entwickeln.
Ich habe unseren Kleinsten bereits aus dem Kindergarten geholt - dort war das reinste Chaos. Die haben dort seit ein paar Wochen einen enormen Zulauf an neuen Kindern und mussten daher schnell ganz viele neue Betreuerinnen einstellen - und die waren mit der Situation total überfordert. Jetzt sitzt er vorm TV und guckt sich seine Lieblings-DVD an. Meine Frau hat diese letzte Phase des Sturms bei unserer Großen im Kindergarten verbracht und wird diese Pause jetzt nutzen um schnell mit ihr nach Hause zu fahren. Viel Verkehr dürfte nicht sein ...
Wir haben hier in den vergangenen drei Jahren ja schon so einige Tornado-Wetter miterlebt - aber so etwas wie heute hat es noch nicht gegeben. Der Gouverneur von Alabama hat den Staats-Notfall ausgerufen und es hat wohl bereits erheblich Sachschäden gegeben. Gerade eben kommt der Große aus der Schule - dann wird die ganze Familie die weiteren Stürme zusammen abwettern. Mal sehen was uns noch bevor steht ...
Monday, February 28, 2011
Every year, the same procedure ...
Heute war Tornado-Alarm. Tagsüber waren es 25 Grad, dann kam eine Kaltfront und brachte ordentlich Sturm mit. Die Temperatur fiel auf einstellige Grade - typisches Frühjahrs-Tornadowetter also.
Aber das kennen wir ja inzwischen, nach drei Jahren regt einen das kaum mehr auf. Da war der letzte Winter mit dem vielen Schnee schon weitaus spannender ...
Aber das kennen wir ja inzwischen, nach drei Jahren regt einen das kaum mehr auf. Da war der letzte Winter mit dem vielen Schnee schon weitaus spannender ...
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