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Wednesday, March 18, 2009

I've seen Jesus

Heute habe ich Jesus gesehen. Nun ja, sein Gesicht. Nun ja, eine Felsformation, die aussieht wie sein Gesicht. Nun ja, eigentlich weiß ich gar nicht, wie sein Gesicht aussieht. Vielleicht war es ja auch das Gesicht eines indianischen Berggeistes. Auf jeden Fall habe ich ein Gesicht in einer Felsformation gesehen.
Nicht aus purem Zufall, wie ich gestehen muß. Vor ein paar Wochen lief hier ein Bericht durch die Medien "Frau aus Madison County sah Jesus im Felsen".
Heute bin ich dann endlich dazu gekommen, mir das selber mal anzusehen. Und ich muß sagen, wie ich da so um die Kurve biege und mich plötzlich dieses Gesicht anschaut ... spooky!
Man sieht es nur aus einem bestimmten Winkel und auch nur wenn man darauf achtet. Dann aber kann man durchaus, je nach Fantasie und religiöser Überzeugung, ein Gesicht erkennen. Und sogar eine Dornenkrone. Spooky ... aber das sagte ich schon.



Etwas zu sagen hatten jedenfalls eine Menge Leute nachdem der Bericht gelaufen war. Die Foren der TV Sender quollen über vor Kommentaren.
Die üblichen Scherzbolde mit "Das bin ich nicht, ich bin gerade in Vegas ...", die Skeptiker mit "Ja, kann sein dass da ein Gesicht zu sehen ist aber keiner weiß wie Jesus aussieht ...", die religiösen Mystiker mit "Das hat mir den Tag verschönt, zu sehen in welch vielfältiger Form sich der Herr uns offenbart ...", die zugereisten aus dem Norden mit "Wo bin ich denn hier gelandet ...", die modernen Alabamians mit "Macht nur weiter so, schlimmer kann das Gespött über uns ja eh nicht mehr werden ...", bis hin zu den religiösen Fanatikern mit "Ihr Ungläubigen, fallt auf die Knie und betet ..." (das hat nicht unbedingt einen direkten Bezug zur Sache, gehört aber hier in jede ernsthafte Diskussion).

Jesus-Sichtungen sind hier im übrigen nichts wirklich aussergewöhnliches - vor gut einem Jahr ist sein Gesicht auf einer Schachtel Papiertücher aufgetaucht - siehe Bericht.

Ach ja, wie so oft steckte hinter der ganzen Sache eine durchaus ergreifende Geschichte. Die Frau, die Jesus in der Felsformation entdeckt hatte, fuhr schon seit Jahren diesen Weg. Erst als sie vor einer lebensbedrohlichen Krebsoperation stand, fiel ihr der Kopf auf. Und das half ihr dann durch die schwere Zeit. Und ob es nun Jesus ist, der dort zu sehen ist oder ein Berggeist oder auch nur eine zufällige Anordnung von Fels, Licht und Schatten spielt in dem Fall dann absolut keine Rolle mehr.

Saturday, June 7, 2008

Come see Jesus! Are you ready for Judgement Day?

Die Subdivision, in der wir wohnen, liegt an der Hughes Road. Das ist die mittlere der drei großen Hauptstraßen, die in Nord-Süd-Richtung durch Madison verlaufen. Auf einer Länge von rund drei Meilen, von der Einmündung zum US Highway 72 bis zur Kreuzung Madison Pike, gibt es 11 Kirchen:
Grady-Madison African Methodist Episcopal Church, Church of Christ, Madison Bible Church, Madison Assembly of God, St.John's Catholic Church, Asbury Methodist Church, Trinity Baptist Church, St.Matthew's Episcopal Church, Cross Pointe Church, Madison Christian Church, Madison Church of Christ.
Das ergibt eine Kirchendichte von rund 2,3 Kirchen pro Kilometer. Was hier im Süden ein durchschnittlicher Wert sein dürfte.
Und jede dieser Kirchen hat eine Werbetafel vor dem Eingang stehen, gut sichtbar von der Straße aus, die regelmäßig mit Informationen und neuen Sprüchen zur Förderung des Seelenheils der vorbeihuschenden Autofahrer bestückt wird. Gegenwärtig werden wir gefragt, ob wir bereit sind für das Jüngste Gericht oder wir werden eingeladen, Jesus zu sehen. Aber ist der nicht sowieso irgendwie schon beim Judgement Day dabei ...?! Vielleicht kommt der aber ja nur für die Mitglieder der Church of Christ und alle anderen dürfen sich das von außen ansehen ... Nun ja, wenn er dann doch nicht kommen sollte, schauen wir mal sicherheitshalber vom 23 bis 26 Juni bei Jesus vorbei. Vielleicht weiß der dann mehr darüber.